FUßBALL-MEISTER 2018/19 (IV)

Niederlage verleiht Energie

Durch ein Wechselbad der Gefühle gingen die Kicker des TSV Frickenhausen: Klare Führung, knapper Rückstand und am Ende grenzenloser Jubel.
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Nach dem Aufstieg macht Spielertrainer Philipp Hemmerich doch noch eine Saison beim TSV Frickenhausen weiter. Foto: Foto: A. Rausch

Stark gestartet, gestolpert – und am Ende doch gewonnen: Die Saison des TSV Frickenhausen in der A-Klasse 2 Würzburg bot viele Facetten, die den Fußball so interessant machen. Lange hatte es danach ausgesehen, als würde der TSV in der Liga einen glatten Durchmarsch hinlegen. Die ersten acht Saisonspiele gewann Frickenhausen allesamt und marschierte somit in der Tabelle gleich vorweg. „Wir haben eine relativ ausgeglichen besetzte Mannschaft und keinen einzelnen Spieler, den es für den Gegner auszuschalten gilt, um im Vorteil zu sein,“ hebt TSV-Spielertrainer Philipp Hemmerich die Unberechenbarkeit seines Teams als Faustpfand hervor.

Ein weiteres Prunkstück der Hemmerich-Schützlinge: die äußerst stabile Defensive. Lediglich dreizehn Gegentore ließ die Frickenhäuser Verteidigung in der kompletten Saison zu. Ein überragender Wert! Trainer Hemmerich weiß um die elementare Bedeutung dieser Zahl im Meisterschaftsrennen. „Aus dem Spiel heraus haben wir in der ganzen Saison fast nichts zugelassen. Was dabei rauskommt, sieht man jetzt, nämlich, dass die zwei Mannschaften mit den wenigsten Gegentoren oben stehen,“ sagt der Übungsleiter unter Einbezug des schärfsten Verfolgers und Mitaufsteigers aus Gaukönigshofen.

Ehe der Frickenhäuser Triumph feststand, galt es für die Mannschaft in der Rückrunde allerdings noch, so manche hohe Hürde zu überspringen. Gleich die erste Partie im neuen Jahr in Kirchheim verloren die Grünweißen (1:2) und spielten auch im darauffolgenden Spiel nur unentschieden in Gaubüttelbrunn (2:2). Wasser auf die Mühlen der Kritiker. „Viele haben gesagt, die brechen ein. Aber man muss auch sehen, dass wir in der Rückrunde massive personelle Probleme hatten,“ erklärt Hemmerich, warum es nach der Winterpause nicht mehr rund lief.

Gaukönigshofen holte mit einer starken Serie Punkt um Punkt auf und stieß Frickenhausen drei Spieltage vor Saisonende nach deren 0:1-Niederlage gegen Tückelhausen/Hohestadt schließlich vom Thron. Das Ende der Frickenhäuser Meisterträume? Mitnichten! Das Tückelhausen-Spiel sei rückblickend das wichtigste der Saison gewesen, sagt Hemmerich. Denn statt in sich zusammenzufallen, probte das Team den Schulterschluss und schwor sich nochmal auf das gemeinsame Ziel ein. Mit Erfolg. Zwei Wochen später holte man sich mit einem 1:0-Auswärtserfolg im direkten Duell die Tabellenführung vom schärfsten Widersacher aus Gaukönigshofen zurück und gab diese nicht mehr her.

Nun warten in der Kreisklasse neue Herausforderungen auf den TSV. Hemmerich will sie erst einmal auf sich zukommen lassen, „ohne im Vorfeld vollmundige Ansagen“ zu machen“. Mit möglichen Neuzugängen befinde man sich in Gesprächen, spruchreif sei aber noch nichts. Verzichten muss Frickenhausen künftig auf Sebastian Röll, den es nach Gelchsheim zieht. Auch der Trainer selbst geht auf Abschiedstournee. Denn für Hemmerich wird die kommende Saison seine letzte als Trainer in Frickenhausen sein. Eigentlich habe er schon nach dieser Saison aufhören wollen, sich dann aber doch noch zum Weitermachen für ein Jahr entschieden. Danach sei es aber an der Zeit für „frischen Wind, neue Ideen und einen Trainer, der nicht aus dem näheren Umfeld der Mannschaft kommt,“ begründet der Übungsleiter seine endgültige Ausstiegs-Entscheidung.

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