Europameisterin, mehrfache deutsche Meisterin, alles schien bei der Iphöfer Judoka Nicola Weiglein glatt zu laufen. Dann erlitt sie im Januar 2011 Jahres einen Kreuzbandriss. Doch die 18-Jährige ist zurück und stand in den letzten Wochen sowohl auf bayerischer als auch auf süddeutscher Ebene in München und Pforzheim ganz oben auf dem Treppchen. Über ihren letzten U20-Wettkampf sowie ihre weiteren Perspektiven und Ambitionen sprach die Kitzinger mit der Sportlerin.

Wie beurteilen Sie die Erfolge in diesem noch jungen Jahr? Bayerische Meisterin, der süddeutsche Titel - es sieht nach Ihrer langwierigen Verletzung wieder gut aus.
Die süddeutsche U20-Meisterschaft verlief noch ein bisschen besser als die bayerische. Für das, dass ich nach meiner Verletzung wieder die ersten Wettkämpfe absolviert habe, war das schon richtig gut.

Sind Sie wieder topfit? Haben Sie Ihre Verletzung komplett überstanden? Im Oktober letzten Jahres haben Sie gesagt, dass es noch etwas zwickt?
Ja, ich bin topfit - es ist alles wieder gut.

Bei der süddeutschen U20-Meisterschaft in Pforzheim hatten Sie in der Klasse bis 63 kg in einem Feld von elf Kämpferinnen zu Beginn ein Freilos und trafen dann auf Kristina Waldmann, der bayerischen Drittplatzierten, eine alte Bekannte.
Schon bei der "Nordbayerischen" und der "Bayerischen" musste ich gegen sie antreten. Diesmal hat der Kampf nur 35 Sekunden gedauert. Ich habe sie mit einem Uchi-Mata (Schenkelwurf) bezwungen und das Halbfinale erreicht.

Hier wartete Sandra Kristen vom VfL Sindelfingen.
Gegen sie musste ich die volle Zeit - vier Minuten - kämpfen, allerdings erhielt meine Gegnerin gleich eine Shido-Bestrafung (kleinste Strafe) wegen Passivität und ich eine Yuko-Wertung (großer Vorteil) nach einem O-soto-gari (große Außensichel). Nach einer weiteren Bestrafung gegen Kristen lag ich mit zwei Yuko in Führung und habe diese verteidigt.

Im Finale ging es gegen Kevser Cecik (Sportschule Kustusch)- eine aggressive Kämpferin mit viel Erfahrung.
Die habe ich abgewürgt und dann hat sie abgeschlagen. Ich erhielt einen Ippon (höchste Wertung, der Kampf ist dann vorzeitig gewonnen). Vorher gab es für Kevser bereits eine Bestrafung für Passivität. Meine Gegnerin kämpfte letztes Jahr für die türkische Nationalmannschaft und kam jetzt wieder zurück nach Deutschland.

Was rechnen Sie sich bei der deutschen Meisterschaft am 10./11. März aus und wie bereiten Sie sich vor?
Bei der "Deutschen" möchte ich eine Medaille holen. Diese Woche bin ich von Montag bis Mittwoch auf dem ITC (Internationales Trainingscamp) in Düsseldorf. Frauen aus allen Nationen sind dort vorort, die am Wochenende einen Worldcup bestreiten.

Was haben Sie sich für das restliche Jahr vorgenommen?
Nach der deutschen Meisterschaft bestreite ich in Bad Blankenburg (bei Erfurt) einen Wettkampf mit Judoka aus mehreren Nationen. Auch hier wäre eine Medaille nicht schlecht. Anschließend möchte ich noch auf ein paar Auslandsturnieren kämpfen und wieder weitere Erfahrungen sammeln.

Wie sind die Aussichten, zur diesjährigen Europameisterschaft zu fahren. Ist diese für Sie ein Ziel?
Das muss ich erst einmal abwarten. Nach meiner einjährigen Verletzungspause ist es schwierig, dort wieder hinzukommen. Es reicht nicht, wenn ich bei der deutschen Meisterschaft eine Medaille hole. Ich muss auch bei den internationalen Turnieren im Ausland Medaillen erringen - ungefähr drei sind notwendig. Das ist schwer.

Wie geht es bei Ihnen beruflich weiter?
Ich mache heuer mein Abitur.

Wie bringen Sie da Judo und das Schulische unter einem Hut?
Das wird schon stressig, aber ich kriege das schon hin. Bis Ende April haben wir noch Unterricht, die folgenden zwei Wochen nur noch in den Abiturfächern. In diesen zwei Wochen und in den Osterferien haben wir noch einmal Zeit, richtig zu lernen.

Da passt es ja, dass die "Deutsche" schon so früh terminiert ist.
Ich denke, das klappt gut: erst noch die deutsche Meisterschaft, dann das Abitur und dann wieder Konzentration auf die nächsten Wettkämpfe.

Was machen Sie nach dem Gymnasium?
Ich denke, dass ich wahrscheinlich studieren werde. Auch irgendwas mit Sport. Das weiß ich noch nicht genau. Da muss ich mich in den nächsten Wochen entscheiden.