Die vergangene Runde haben die Handballer des TV Marktsteft in gutem Gefühl beendet. Nach einem Leistungstief in der Vorrunde erholte sich die Mannschaft, und sie zog sich quasi am eigenen Schopf aus dem Schlamassel. Am Ende erreichte sie in der Bezirksoberliga noch einen guten dritten Rang, der dazu führte, dass viele den Marktsteftern in dieser Saison den ganz großen Wurf zutrauen. Hier wiegelt Trainer Andreas Vielweber aber gleich ab: „Wenn wir wieder Dritter werden“, sagt er, „können wir – Stand heute – mehr als zufrieden sein. Ziel ist daher Platz drei bis sechs.“ Das sehen viele Konkurrenten ganz anders.

Die „enttäuschende Vorbereitung“ zwingt den Trainer zu seiner von Pessimismus getragenen Einschätzung. Weil mehrere Spieler verletzt oder beruflich verhindert waren, sind die genauen Trainingsabläufe bisher noch nicht verinnerlicht. Viel mehr ärgert Vielweber aber ein weiteres Problem in der Vorbereitung: „Einige Spieler haben nicht die Einstellung, die man haben muss, um auf die letzte Saison noch einen draufsetzen zu können“, sagt er merklich enttäuscht von manchem seiner Schützlinge.

Da half es auch nicht, dass er einen äußerst abwechslungsreichen Trainingsplan für die Sommermonate aufgestellt hatte. Neben normalem Lauf- und Handballtraining wurden einige Testspiele absolviert, und im Fitnessstudio wurde für die Spieler wöchentlich ein innovatives Ganzkörpertraining angeboten.

Zwei neue Kräfte hat Vielweber für sein Team gewonnen. Markus Paulus soll vor allem im rechten Rückraum die Durchschlagskraft im Positionsangriff erhöhen – und Dominik Orf, der sich in der Vorbereitung an seiner anfälligen rechten Schulter verletzte, soll der TVM-Defensive zu alter Stärke verhelfen. Die hat nach dem Weggang von Urgestein Sebastian Schneider – er schloss sich der TG Würzburg an – erheblich gelitten. „Ihn konnten wir bisher in der Abwehr nicht angemessen ersetzen“, schildert der Trainer seine Erkenntnisse aus den Testspielen.

Die geschwächte Abwehr hat dabei auch Auswirkungen auf das Angriffsspiel: Mehr Gegentore bedeuten weniger eigene Kontertore – vergangene Saison die Stärke der Mannschaft. „Wir müssen deswegen vermehrt am Positionsangriff arbeiten“, beschreibt Vielweber die Folgen. Insgesamt sieht er seine Mannschaft noch nicht auf dem Niveau der vergangenen Runde. Und so könnte sich Marktsteft auch ein wenig zur „Wundertüte“ der Liga entwickeln. Denn trotz der schwierigen Umstände in der Vorbereitung ist auch klar, dass die junge Mannschaft an guten Tagen jeden Gegner schlagen kann.

Aufgebot

Abgänge: Sebastian Schneider (TG Würzburg), Jürgen Dennerlein (SV Michelfeld).

Zugänge: Dominik Orf (TV Etwashausen), Markus Paulus (TV Dettelbach).

Aufgebot, Tor: Johannes Ullrich, Felix Lang.

Rückraum: Florian Lang, Michael Bayer, Florian Hähle, Dennis Schmidt, Markus Paulus, Dominik Orf.

Kreis: Kevin Pfeiler, Thomas Heim.

Außen: Dominik Thorwarth, Stefan Bayer, Daniel Irmler, Florian Irmler.

Trainer: Andreas Vielweber (seit 2011).

Saisonziel: Platz drei bis fünf.

Meistertipp: DJK Rimpar II.