Schwarzach

Die Erleichterung war auch Tage nach dem Sieg in Willanzheim in Markus Weckerts Stimme spürbar. Denn ausgerechnet beim bis zu dieser Partie zu Hause verlustpunktfreien Tabellenzweiten hatte der FV Schwarzenau-Stadtschwarzach überrascht und seine Negativserie gestoppt. Für den Trainer

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Neuling, der die Schwarzweißen zusammen mit Nihad Celic seit April trainiert, war es trotz einer durchwachsenen Vorrunde ein versöhnlicher Abschluss des abgelaufenen Kalenderjahres.

Denn nach vier Niederlagen in Folge, unter anderem gegen die beiden Aufsteiger aus Theilheim und Sommerhausen, kamen die Weckert-Schützlinge der Abstiegszone wieder verdächtig nahe. Ähnlich wie in den Jahren zuvor seit dem Kreisklassenaufstieg 2010 kämpft der Fusions-Verein (DJK Schwarzenau, SV Stadtschwarzach) um Konstanz und den Anschluss an die obere Tabellenhälfte. „In den letzten Wochen hatte sich das Blatt etwas gewendet, obwohl wir mit den dargebotenen Leistungen bis Mitte der Vorrunde eigentlich sehr zufrieden waren“, weiß auch der 23-Jährige um die Herbstdepression seiner Mannschaft.

Denn diese kostete den Schwarzachern eine deutlich bessere Platzierung. Standen die Schwarzweißen nach acht Runden und fünf Siegen auf einem überraschend guten vierten Platz, ging mit der Niederlage in Eibelstadt fast stetig bergab. So folgten bis zum vergangenen Sonntag lediglich magere vier Zähler aus neun Partien. „Vieles ist eine Einstellungssache. Oftmals sind die Feiern am Tag zuvor noch wichtiger, was meist ausschlaggebend für schlechtere Spiele ist“, weiß Weckert um das große Manko seiner jungen Mannschaft, durch das sie sich meist selbst im Weg steht.

Doch die fehlende Einstellung ist kein neues Problem in der Spielgemeinschaft. Auch Weckerts Vorgänger Jan Hinrichs hatte damit zu kämpfen, so dass sich Verein und Trainer im April dieses Jahres trennten. Seitdem führen die beiden Trainernovizen Markus Weckert und Nihad Celic das Kommando auf dem Trainingsplatz. Auch aus diesem Grund geht der 23-Jährige nicht zu hart mit seinen Spielern ins Gericht: „Die erste Saisonhälfte diente vornehmlich als Lernphase. Wir waren vorher Kumpels. Nun sind wir Trainer und Spieler. Man muss auf jeden Spieler individuell eingehen. Diesbezüglich haben wir einiges dazugelernt.“

Dennoch hofft der gebürtige Schwarzacher, dass seine Schützlinge mit dem Sieg in Willanzheim verstanden haben, welches Potenzial in ihnen steckt und dieses positive Gefühl des Erfolgs mit in die zweite Saisonhälfte zu nehmen. Man müsste nur an gewissen Rädchen drehen. „Wir sind froh, die Partie am vergangenen Wochenende gewonnen zu haben. Die Stimmung nach der Partie war ausgelassen und die Erleichterung unter den Spielern war spürbar“, so Weckert. Wie wichtig die drei Punkte letztlich waren, zeigt ein Blick auf die Tabelle. Nur fünf Punkte trennen die Schwarzacher von den Abstiegsplätzen.

Angst und Bange gilt aber für den FV-Trainer nicht, zumal sich die Spielgemeinschaft auch in den vergangenen Jahren immer wieder bravourös aus dem Abstiegssumpf gezogen hat. „Wir haben uns bisher immer souverän aus der Affäre gezogen, so dass es am Ende doch immer recht deutlich wurde“, glaubt Weckert auch dieses Jahr fest an den vorzeitigen Klassenerhalt. Den Grundstein möchte der 23-jährige in einer abwechslungsreichen Vorbereitung legen. In dieser will das Trainerduo sein Augenmerk besonders auf den Teamgeist legen und alternativ auch zusammen feiern gehen. Denn der Trainerneuling ist sich sicher: „Die Mischung macht's und führt uns dann zum Klassenerhalt. Vielleicht kommt dann bei einer positiven Entwicklung in den nächsten Jahren auch das eine oder andere Eigengewächs wieder zurück.“