Gerade hatte Peter Mrugalla einen Foulelfmeter für Abtswind verwandelt, als Schiedsrichter Simon Marx sofort danach die Partie abpfiff. Die Abtswinder Akteure reckten ihre Hände in die Höhe und freuten sich. Über ein 2:2 (0:1) daheim gegen den Aufsteiger vom Baiersdorfer SV wohlgemerkt, der seine Liga-Premiere am Mittwoch zuhause 0:2 gegen Pettstadt verloren hatte.

Lange 96 Minuten lagen in der Hitze des Abtswinder Glutofens hinter den Akteuren, in denen sie manches falsch machten, vieles gegen sie lief, aber sie bewiesen eins: Moral. „Ich ziehe den Hut vor meiner Truppe. Wir haben den Schaden minimiert, und emotional fast dazu gewonnen“, fasste TSV-Trainer Thorsten Götzelmann das Geschehen zusammen, das auch ihn ganz schön mitgenommen hatte. Götzelmanns Achtung bezog sich darauf, dass seine Mannen dem für sie äußerst ungünstigen Spielverlauf getrotzt hatten.

Die Abtswinder verpassten den idealen Start, weil Przemyslaw Szuskiewiczs Elfmeter einfach zu schwach getreten war, und so zur sicheren Beute von Baiersdorfs Torwart Oertelt wurde (21.). In der Szene zuvor war Verteidiger Wolff dem Abtswinder Pascal Kamolz unglücklich in die Beine gekommen. Nur drei Minuten später schockte der Gast den Favoriten mit dem 0:1. Ein Freistoß aus der eigenen Hälfte flog in den Strafraum und setzte auf, TSV-Abwehrmann Sen Gibfried und Torhüter Oliver Scheufens zögerten im Duett, so dass Florian Eichinger als Nutznießer zum 0:1 einschieben durfte.

In der Folge stockte Abtswinds Spiel gewaltig, kaum ein vernünftiger Ball fand den Weg durch die gut organisierte Baiersdorfer Reihen in den Strafraum. Der forsche Gast agierte diszipliniert und gefällig, mit schnellen Kontern.

Im zweiten Abschnitt ging erst einmal dem Spielball nach einem Pressschlag von Jörg Otto die Luft aus (51.). Wenig später schickte Schiri Marx dann Jörg Otto mit Roter Karte vom Feld. Bei Ottos Foul an der Mittellinie gegen Geck hatte der nicht überzeugende Unparteiische gleich den Karton gezogen, eine zu harte Entscheidung.

Der nächste Wirkungstreffer sollte folgen. Erst hatte der starke Oliver Döring beim Lattentreffer Pech (63.). Im Gegenzug führte ein fataler Gibfried-Fehlpass zum 0:2, als Geck für Felix Günther auflegen, der den Ball ins Netz lupfte.

Jetzt, mit einem Mann weniger bei der Hitze, erwachte Abtswinds Kampfgeist. Dazu trug auch Neuzugang Nicolas Wirsching bei, der wenige Minuten nach seiner Einwechslung mit feiner Direktabnahme aus 18 Metern für den Anschluss sorgte. „Ich dachte, ich probiere es einfach mal. Dass er so rein geht, war einfach perfekt“, freute sich der auf die Schnelle verpflichtete 21-Jährige. Wegen Prüfungen konnte der Student nur am Donnerstag zuvor mit den Abtswindern trainieren. Er deutete jedoch in den wenigen Minuten an, dass er eine Bereicherung beim TSV werden kann.

In der nun hitzigen Partie mit vielen Fouls und Karten drängte Abtswind, nur der Ausgleich wollte nicht fallen, weil zunächst Kamolz den Ball nach Rückpass von Döring nicht voll traf (87.). Erst in letzter Minute, als noch einmal ein Freistoß vors Gästetor flog, wurde Michael Seuling an der Grundlinie gefoult. Kategorie: unnötig. Der ebenso eingewechselte Peter Mrugalla schnappte sich den Ball und verwandelte sicher zum 2:2, was einen Abtswinder Fehlstart in die Runde abwendete.

Gästetrainer Helmut Wolff wusste hinterher nicht so recht, wie er das Ergebnis einordnen soll. „Ich bin zufrieden mit dem Punkt, auch wenn das 2:2 mit dem Schlusspfiff fällt. Wir mussten heute immerhin einige Leute ersetzen gegen einen cleveren Gegner.“ Der bis zur letzten Sekunde rackerte.

Die Statistik zum Spiel

TSV Abtswind – Baiersdorfer SV 2:2 (0:1)

Abtswind: Oliver Scheufens, Oliver Döring, Sven Gibfried, Daniel Hämmerlein, Przemyslaw Szuskiewicz (56. Michael Seuling), Jörg Otto, Jonas Wirth (70. Peter Mrugalla), Fabian Mauderer, Albert Fischer (64. Nicolas Wirsching), Jürgen Endres, Pascal Kamolz.

Baiersdorf: Marc Oertelt, Nicolas Schwab, Jakob Karches, Julian Wolff, Miguel Gonzalez, Jochen Staniszewski, Felix Burkel, Senad Bajric (80. Tobias Basener), Florian Eichinger (74. Tolga Özkan), Andreas Geck (64. Enrico Cescutti), Felix Günther.

Schiedsrichter: Simon Marx (Aschaffenburg).

Zuschauer: 200.

Gelbe Karten: Fischer, Gibfrid, Kamolz, Mauderer – Eichinger, Gonzalez, Karches, Günther, Özkan.

Gelb-Rot: Gonzalez (75., Foulspiel), Günther (90.+5, Meckern, beide SV).

Rot: Jörg Otto (57., Foulspiel, TSV).

Tore: 0:1 Florian Eichingr (24.), 0:2 Felix Günther (64.), 1:2 Nicolas Wirsching (73.), 2:2 Peter Mrugalla (90.+6, Foulelfmeter).

Besonderheit: Przemyslaw Szuskiewicz (Abtswind) scheitert mit Foulelfmeter an SV-Torwart Oertelt (21.).