Etwas ruhiger ist es heuer um Moritz Bock vom Kitzinger Ruderverein geworden. Letztes Jahr ruderte er als 17-Jähriger bei der Junioren-Weltmeisterschaft auf der olympischen Strecke in Eton/London mit dem deutschen Achter aufs Bronze-Treppchen. Heuer startete er lediglich auf deutscher Ebene und landete in Einer der U23-Senioren unter widrigen Bedingungen auf dem Essener Baldeneysee auf Rang acht.
"Er konnte nicht den Trainingsumfang des letzten Jahres absolvieren", betont sein Coach Florian Bock. Nicht nur wegen des Abiturs habe sein Schützling kürzer treten müssen. Auch eine Verletzung machte dem mittlerweile 18-Jährigen arg zu schaffen. "Er hatte mit einer Entzündung der Bizepssehne zu kämpfen, so dass er beim Riemenrudern (ein Ruder muss mit beiden Händen gehalten werden) Probleme hatte." So blieb statt der größeren Boote nur der Einer, der mit je einem Ruder pro Hand (skullen) fortbewegt wird.
Zu dem eher ungeliebten Boot - "Moritz ist nicht der geborene Einerfahrer" (Florian Bock) - musste sich der Kitzinger erst einmal in seiner neuen Altersklasse U23 akklimatisieren. Seine Kontrahenten hatten bis zu drei Jahre mehr Erfahrung auf dem Buckel. Hinzu kam die "raue See" in Essen.
Dennoch versuchte Moritz Bock, das Finale zu erreichen. Im Vorlauf blies ihm starker Gegenwind ins Gesicht. Hohe Wellen und Regenschauer waren für ihn als Flussruderer nicht optimal. Er fand überhaupt nicht seinen Rhythmus und beendete die 2000 Meter als Fünfter. Nur über den Hoffnungslauf, in dem er Platz eins oder zwei benötigt hätte, wäre noch eine Qualifikation für das Finale möglich gewesen.
Moritz Bock mobilisierte seine Kräfte und ging das Rennen, erneut unter grenzwertigen Bedingungen, zügig an. Dennoch musste er zwei Sportler klar und einen weiteren knapp ziehen lassen. Der Kitzinger kam als Vierter vor Radolfzell und Wiesbaden ins Ziel. Somit stand insgesamt der achte Platz fest.
Sein Vereinskollege Christian Benz startete im Leichtgewichts-Doppelvierer in der Klasse der U17-Junioren. Im Vorlauf über 1500 Meter besiegte er mit seiner Mannschaft aus Regensburg und München drei weitere Boote, unter anderem auch eine weitere bayerische Renngemeinschaft Würzburg/Erlangen, so dass er sich direkt fürs Halbfinale der besten zwölf Boote qualifizieren konnte. "Er ist ein ehrgeiziger Sportler", betont Kitzingens Trainer Florian Bock. Außerdem zähle Benz zur Gruppe der besten sechs bayerischen U17-Ruderer.
Im Halbfinale entwickelte sich auf der durch den starken Gegenwind aufgewühlten Strecke ein harter Kampf um Position drei, die fürs Finale gereicht hätte.
Minden und Aschaffenburg waren deutlich in Front vor dem Kitzinger, der wieder gegen die Würzburg/Erlangener um den Finaleinzug kämpfte. Bis ins Ziel wechselte die Platzierung immer wieder, mit dem schlechteren Ende für Christian Benz und seine Mannschaft. Drei Zehntelsekunden fehlten. Im kleinen Finale trumpfte das Boot aus Kitzingen/Regensburg/München auf und gewann den Lauf, so dass mit einem guten siebten Platz ein versöhnliches Ergebnis feststand.
Für Benz, der nächstes Jahr zu den Junioren A wechseln muss, stehen am 21./22. Juli noch die Bayerischen Rudermeisterschaften in München an. Dort wird er im Einer starten. "Ein vorderer Platz ist möglich, ganz vorne zu landen, wird schwierig sein", betont Coach Florian Bock, mit dem Hinweis auf die dichte Spitze. Bock hofft darauf, dass sich noch ein Verein findet, der Benz in seinen Vierer aufnimmt. Mit Regensburg wäre da ein vorderer Rang möglich.
Höhere Erwartungen hat Florian Bock dagegen an Moritz Bock. "Ein oder zwei bayerische Titel sollten für ihn zum Abschluss der Meisterschaften machbar sein." Moritz habe gezeigt, dass er den Anschluss an die Topleute der U23-Sportler schnell schaffen kann, blickt der Trainer schon auf das nächste Jahr, das dann wieder aufregender werden sollte.