Die Erleichterung war Wolfgang Schneider anzumerken. Endlich hatte vieles so funktioniert, wie es sich der Trainer Bayern Kitzingens ausgemalt hatte. Vier Tore geschossen und keines kassiert – mit dem Sieg gegen den TSV Lengfeld am Samstag schafften die Bayern einen angemessenen Ausgleich für den mit drei Zählern aus drei Partien dürftigen Saisonbeginn in der Landesliga. Die Abwehr, genauer noch: die Innenverteidigung, hatte sich in jüngster Zeit zur Problemzone der Kitzinger entwickelt. Fehler im Aufbauspiel leiteten immer wieder Tore des Gegners ein. „Wenn vier unserer sechs Gegentreffer auf diese Weise entstehen, ist das einfach zu viel“, bemängelte Schneider. „Hinten hat uns lange die Sicherheit gefehlt.“

Die Breite des Kaders bot dem Trainer die Möglichkeit, auf die Schwachstellen zu reagieren. So ersetzte Marco Endres den formschwachen Julian Schuhmann in der Abwehrreihe. Zum ersten Mal blieben die Bayern in dieser Saison ohne Gegentor. Allerdings war mit Lengfeld ein angenehmer Widersacher nach Kitzingen gekommen, der in allen Belangen eine Klasse schlechter auftrat. Einmal trumpften die Gäste aus der Würzburger Vorstadt dann aber doch auf, weil die Kitzinger die Angelegenheit beim Stand von 2:0 ein Stück weit zu gelassen anpackten: Die Lengfelder Igor Mikic und Sebastian Fehrer kamen hintereinander zum gefährlichen Torschuss (72. Minute). Beide Male warf sich ihnen Torhüter Florian Nöth, Vertreter für den verreisten Mario Bodendörfer, in den Weg und verhinderte den Anschlusstreffer. „Ich weiß, dass ich auf hohem Niveau jammere“, sagte Wolfgang Schneider. „Aber wir hatten innerhalb dieser zehn kritischen Minuten mehr Ballverluste als in der kompletten ersten Halbzeit. “ Die gefiel dem 51 Jahre alten Trainer umso besser, weil sein Team viel ins Spiel investierte.

Besonders auffällig: Oliver Stark und Shawn Hilgert. Der 25 Jahre alte Stark, seit neuestem Mannschaftskapitän, der Stefan Güntner ablöste, blühte in seiner gewohnten Rolle als rechter Außenverteidiger auf. Nach hinten souverän, wirkte Stark mit weiten Laufwegen bei zahlreichen Angriffen mit. Hilgert wirbelte sich durchs offensive Mittelfeld, war mal rechts, mal links anzutreffen und griff, wenn es die Situation zuließ, in seine reichhaltige Trickkiste, in der Hackentricks und Übersteiger zum Inventar gehören. Mit seinem dynamischen Antritt von der Mittellinie, vollendet mit einem satten Schuss zum 4:0, spannte er den gelungenen Schlussbogen in einer einseitigen Partie (82.).

Und noch ein Kitzinger Akteur hatte Anlass zur persönlichen Freude: Mittelstürmer Vella Zeka gelang sein erster Treffer in der Landesliga. Gegen Lengfeld hatte der Neuankömmling aus der zweiten Garde des Würzburger FV mehrere glücklose Anläufe benötigt, ehe der Ball nach Güntners Zuspiel zum 1:0 im Netz landete (38.). „Es war an der Zeit“, sagte der kleine Strafraumspieler, der vorige Saison in der Bezirksliga 28 Mal getroffen hatte und trotzdem in Würzburg keine Aussicht auf Einsätze in der Bayernliga hatte. „Für mich konnte es so nicht weitergehen“, erklärte der 23-jährige Giebelstädter mit albanischen Wurzeln, der in der B-Jugend ein Jahr bei Greuther Fürth verbracht hatte. „Der Anruf aus Kitzingen kam daher zur richtigen Gelegenheit.“ Anders als sein Bruder Nol Zeka, zuvor ebenfalls in Würzburg und Fürth aktiv, wollte er nicht nach Giebelstadt zurückkehren, um dort in der Kreisliga zu kicken.

Bei den Kitzinger Bayern hat es Vella Zeka derweil geschafft, einen verschärften Konkurrenzkampf um die Plätze in der Offensive auszulösen, weshalb etablierte Kräfte wie Simon Pauly und Stefan Schöderlein bisweilen auf die Ersatzbank zu verdrängt werden. Doch gegen Lengfeld kamen beide ebenfalls ihren Pflichten nach. Schöderlein schloss Starks Flanke wuchtig zum 2:0 ab (40.). Anschließend löste ihn Pauly nicht nur auf dem Rasen, sondern auch beim Toreschießen ab: Mit dem dritten Treffer der Kitzinger in der 76. Minute war das Spiel nach dem kurzen Aufbegehren der Gäste schließlich entschieden. „Bei uns hing es von der Einstellung und der Fitness ab“, stellte Lengfelds Trainer Jürgen Blank fest. Von beidem hatten die Gäste am Samstag zu wenig zu bieten.

Die Statistik zum Spiel

Bayern Kitzingen – TSV Lengfeld 4:0 (2:0)

Kitzingen: Florian Nöth; Oliver Stark, Joachim Hupp, Marco Endres, Phillip Schlarb; Stefan Güntner, Felix Straßberger, Shawn Hilgert, Tolga Arayici (65. Andreas Herrmann), Stefan Schöderlein (65. Simon Pauly); Vella Zeka (75. Marcel Reuther).

Lengfeld: Manuel Zehner; Jonas Blank, Lukas Hemmerich, Dominik Thein, Daniel Wegmann; Nino Bozesan (60. Dominik Heckelmann), Thomas Hebling (78. Philipp Roth), Sebastian Fehrer, Mario Kölbl, Dustin Höppner (65. David Ercan); Igor Mikic.

Schiedsrichter: Markus Görtler (Oberhaid).

Zuschauer: 168.

Gelbe Karten: – / Wegmann, Bozesan, Hemmerich.

Tore: 1:0 Vella Zeka (38.), 2:0 Stefan Schöderlein (40.), 3:0 Simon Pauly (76.), 4:0 Shawn Hilgert (82.).