Da staunte mancher nicht schlecht, als kürzlich bekannt wurde, dass die ehemalige Handball-Nationalspielerin Steffi Placht in der nächsten Saison die Männer des SV Michelfeld trainieren wird. „Das ist eine junge, dynamische Mannschaft, in der einiges steckt. Zudem hat sich der Verein sehr um mich bemüht, ich wollte ihn nicht zu lange hinhalten“, sagt die Auswahltrainerin des bayerischen Handballverbands über einige ihrer Motive.

Eine Männermannschaft betreute Placht zuletzt von 1996 bis 2000. Es war der damalige Bezirksoberligaklub TSV Rödelsee. Danach baute sie beim TV Etwashausen die weibliche C-Jugendmannschaft so weit auf, dass ihr später im Frauenbereich der Durchmarsch bis in die Bayernliga gelang. Zuletzt erlebte Placht mit den Frauen der HSG Pleichach eine für sie neue Erfahrung. „Bisher bin ich weder als Spielerin noch als Trainerin abgestiegen“, sagt die 62-Jährige. Diesmal ist sie es.

In Michelfeld hofft der Verein mit ihr auf neuen Schwung in der Handball-Abteilung. Der Klub baute in den vergangenen zwei Jahren eine junge Mannschaft mit neun Spielern unter 22 Jahren auf. Ab Sommer sollen einige A-Jugendliche hinzustoßen, die zuletzt unter anderem eine Spielgemeinschaft mit dem TV Etwashausen bildeten. „Es sind sechs Spieler des Jahrgangs 1996 und einige 1995er“, sagt Harald Dennerlein, zuletzt als Co-Trainer aktiv.

Der juvenile Schwung, der beim kleinen SV Michelfeld eingezogen ist, soll belebt werden. „Wir müssen etwas machen, sonst laufen sie uns davon“, sagt Dennerlein. Damit meinte er „eine vernünftige Trainer-Lösung“ für die großteils in der Umgebung, etwa bei der HG Marktsteft/Rödelsee oder in Etwashausen, gut ausgebildeten Kräfte. Die Verantwortlichen im Verein teilten die Ansicht.

Konrad Unser wurde durch seine Tochter, die einst unter Steffi Placht in Etwashausen spielte, auf die Trainerin gebracht. Man traf sich, Placht schaute sich ein Spiel an und hielt eine Probeeinheit. Dann sagte sie der „neuen Herausforderung“ zu. In Michelfeld freut man sich umso mehr über die renommierte Übungsleiterin. „Für uns ist das ein Glücksgriff! Der Verein hat alles getan, jetzt sind die Jungs dran. Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden“, sagt Harald Dennerlein.