HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA MÄNNER

Michelfeld dank Holler noch doller

Der Aufsteiger besiegt auch den TSV Rödelsee im Spitzenspiel - durch ein Tor in letzter Minute. Jetzt ist Michelfeld sogar alleiniger Tabellenführer.
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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Die Michelfelder Spieler feiern ausgelassen ihren Derbysieg gegen Rödelsee. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach
Bezirksoberliga Männer

 

FC Bad Brückenau – TV Großlangheim 29:22  
TG Höchberg – TSV Lohr II 22:22  
TV Gerolzhofen – DJK Waldbüttelbrunn II 35:24  
SV Michelfeld – TSV Rödelsee 21:20  
TSV Partenstein – MHV Schweinfurt    
HSG Volkach – DJK Rimpar III    

 

 

1. (2.) SV Michelfeld 8 8 0 0 218 : 193 16 : 0  
2. (3.) TV Gerolzhofen 10 7 1 2 309 : 271 15 : 5  
3. (1.) TSV Rödelsee 8 7 0 1 237 : 202 14 : 2  
4. (4.) FC Bad Brückenau 9 6 0 3 280 : 253 12 : 6  
5. (5.) TSV Partenstein 9 5 0 4 220 : 208 10 : 8  
6. (6.) MHV Schweinfurt 9 5 0 4 264 : 264 10 : 8  
7. (7.) HSG Volkach 8 4 1 3 212 : 210 9 : 7  
8. (8.) TSV Lohr II 9 3 1 5 248 : 236 7 : 11  
9. (9.) TG Höchberg 8 2 1 5 198 : 215 5 : 11  
10. (11.) DJK Rimpar III 8 1 0 7 182 : 212 2 : 14  
11. (10.) DJK Waldbüttelbrunn II 9 1 0 8 217 : 256 2 : 16  
12. (12.) TV Großlangheim 9 1 0 8 193 : 258 2 : 16  

 

Der SV Michelfeld scheibt seine Erfolgsgeschichte fort. „Heute Nacht wird es ganz schwierig, die Jungs am Boden zu halten“, wusste Spielertrainer Maximilian Häckner nicht nur aufgrund des 21:10-(8:11)-Sieges über Rödelsee, denn zudem feierte Dominic Faustmann nach dem Spiel seinen 30. Geburtstag.

Sieben Siege nach sieben Spielen – mit dieser eindrucksvollen Bilanz standen sich die beiden bislang erfolgreichsten Mannschaften der Handball-Bezirksoberliga im Spitzenspiel gegenüber. Rund 400 Zuschauer füllten die Marktstefter Mehrzweckhalle bis auf den letzten Platz und sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse im Landkreisduell. Am Wochenende zuvor hatten beide Konkurrenten pausiert, das Michelfelder Spiel war wegen der heimischen Kirchweih vorzeitig verlegt, aber auch die Rödelseer Partie wegen personeller Probleme kurzfristig verschoben worden.

Den Gästen fehlte im Spitzenspiel mit dem verletzten Rückraumspieler Sascha Hammer der bislang beste Torschütze der Liga. Die Rödelseer fokussierten sich auf die ihnen bekannten Maximilian Häckner und Dominic Faustmann, so dass die beiden Michelfelder ob der Manndeckung nur selten selbst auf das Tor warfen. Zudem wusste Häckner um das Können des gegnerischen Torhüters: „Bei Thomas Paul kannst du fünf Würfe nehmen und alle fünf verwerfen.“ Dadurch mussten beide Mannschaften über ihr Positionsspiel entlang des gegnerischen Kreises den längeren Weg zum Wurf nehmen.

Besser ins Spiel kamen die Rödelseer und lagen nach 14 Minuten beim 6:2 mit vier Toren vorne, wobei Stefan Pruy in der Anfangsphase dreimal traf. „Wir wollten Rödelsee mit einer Fünf-eins-Abwehr vor ein Problem stellen. Das hat, obwohl es im Ergebnis nicht so aussah, eigentlich ganz gut funktioniert. Denn sie haben sich bei ihren Toren schwergetan“, erklärte Häckner. Jedoch sei seine Mannschaft selbst zu selten zum Abschluss gekommen. „Wir waren gut auf den Gegner vorbereitet und hatten vor allem Maxi und Dominic gut im Griff. Allerdings haben uns andere Spieler überrascht“, urteilte Rödelsees Trainer Radovan Suchy.

Umstellung bringt die Wende

Trotz des Rückstands verzichtete Häckner in der Halbzeit auf eine lautstarke Ansprache: „Ich habe meine Jungs an ihre Stärken erinnert.“ Mit dem Seitenwechsel stellte Michelfeld zudem auf seine gewohnte 6:0-Abwehr um. Mit einer Serie drehten die Hausherren unter dem frenetischen Jubel der Zuschauer den Rückstand in eine 13:11-Führung, da Rödelsee vor und nach der Pause zehn Minuten lang ohne ein eigenes Tor blieb. Die Gäste kamen aber zurück und glichen zum 14:14 aus. Das leitete eine spannende letzte Viertelstunde ein, in der Michelfeld vorlegte und Rödelsee nachzog. „Es ging die ganze Zeit hin und her“, stellte Suchy fest.

Dabei zeichneten sich auf beiden Seiten die Torhüter aus. Marcel Ludwig in der ersten und Kai Roth in der zweiten Halbzeit bei Michelfeld verhinderten Gegentore, gleiches tat Thomas Paul nach dem Seitenwechsel, wodurch Michelfeld beim Stand von 19:18 durch Moritz Unser und Janis Bardon eine höhere Führung verpasste. Nachdem sich Moritz Reichhard 75 Sekunden vor Schluss durch ein Foul gegen Faustmann eine Zeitstrafe einhandelt hatte, traf Michelfelds Thorsten Holler kurz danach zum 21:20. „Natürlich war es ein Vorteil, dass wir den letzten Vorstoß in Überzahl spielen konnten“, erkannte Häckner, dessen Tor zuvor wegen eines vermeintlichen Schrittfehlers annulliert worden war.

Auf 16:0 Punkte und die Tabellenführung angesprochen, blieb Häckner gewohnt zurückhaltend: „Ich möchte gar nicht daran denken. Sonst heben wir hier noch alle ab.“ Die Michelfelder nach 630 Tagen ohne Niederlage weiterhin auf dem Boden zu halten, könnte wegen der anhaltenden Erfolge zunehmend schwieriger werden. „Das Ergebnis ist bitter für uns, aber hier kann man verlieren“, kommentierte Suchy die erste Rödelseer Niederlage und setzte darauf, dass seine Mannschaft im Rückspiel am vorletzten Spieltag den verlorenen Boden wiedergutmache.

Die Statistik des Spiels

Handball: Bezirksoberliga Männer SV Michelfeld – TSV Rödelsee 21:20 (8:11)

Michelfeld: Roth, Ludwig; Unser, Udo Dennerlein (1), Sebastian Holler, Bardon (7), Thorsten Holler (1), Nicolas Dennerlein, Schardt, Möslein (2/1), Faustmann (4), Häckner (6/5), Lukas Dennerlein, Reinhart.

Rödelsee: Großmann, Paul; Heß (1), Burger (5), Pruy (5/3), Wandler (2), Hemberger, Endriß (5), Burkholz, Piske, Suchy (2), Reichhard, Demel.

Schiedsrichter: Graf, Weschenfelder (Würzburg).

Zuschauer: 400.

Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Unser, Holler - Reichhard 2, Pruy, Suchy).

Siebenmeter: 6:3 (5:3 verwandelt).

Spielfilm: 1:4 (6.), 2:5 (12.), 4:6 (17.), 5:7 (21.), 6:11 (28.), 8:11 (Halbzeit); 13:11 (37.), 14:12 (39.), 15:15 (45.), 17:17 (51.), 19:19 (55.), 21:20 (Endstand).

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