Mit zwei Gesichtern präsentierte sich die erste Luftgewehr-Mannschaft der Schützengesellschaft Marktsteft beim einzigen Heimwettkampf dieser Runde in der Unterfrankenliga. Am Vormittag unterlagen die Schützlinge von Trainer Rainer Bauer unerwartet dem SV Bischbrunn 2:3, am Nachmittag bezwangen sie mit 4:1 Hubertus Haibach, den Mitkonkurrenten im Aufstiegskampf. Damit geht das Kopf-an-Kopf-Rennen weiter.

Die Marktstefter Verantwortlichen mussten die Mannschaft vor der Saison umbauen, weil Tanja Vehe, die Frau von Mannschaftsführer Werner Vehe, eine Babypause einlegte und Marcel Will in die zweite Mannschaft wechselte. Zudem kamen die Umstellungen dazu, dass der Unterfrankenliga-Aufsteiger erstmals im Duell-Modus schießt und eine Mannschaft aus fünf Schützen statt vier wie bisher besteht. Zu Werner Vehe, der Würzburgerin Laura Mainhart und der Altenschönbacherin Anna-Maria Gnebner kamen Lukas Kirchner aus Würzburg und Anna-Maria Issing aus Leinach hinzu.

„Sollten wir heuer die Bayernliga nicht erreichen, wäre das keinesfalls ein Beinbruch“, bemerkte Schützenmeister Peter Schwab. Wichtig ist ihm vielmehr, dass Marktsteft eine junge Mannschaft mit guter Zukunftsperspektive hat. Die Marktstefter wollen eine gute Adresse für ambitionierte Luftgewehrschützen im Schützengau Kitzingen sein. Denn es soll der Vergangenheit angehören, dass Talente nach Schweinfurt wechseln mussten, um als Luftgewehrschütze höherklassig schießen zu können. Die Gegebenheiten sind prima. Marktsteft verfügt vom Mannschaftsgefüge her über großes Potenzial, mittlerweile auch elektrische Schießstände, mit Werner Vehe einen akzeptierten Leitwolf und mit Rainer Bauer einen kompetenten Trainer. Er trainiert auch die Jugend-Nationalmannschaft.

Bis zur Rundenhälfte lag die Mannschaft im Soll. Sie musste sich nur dem Favoriten BSG Schweinfurt beugen und nistete sich auf dem zweiten Tabellenplatz ein. Alles schien den erhofften Verlauf zu nehmen, bis der Februar kam. Dann leistete sich Marktsteft eine Doppelniederlage gegen Burglauer und Glattbach, was plötzlich Platz drei hinter Haibach bedeutete. Nur die ersten beiden der Tabelle dürfen zu Aufstiegswettkämpfen für die Bayernliga oder steigen vielleicht sogar direkt auf, während der Dritte in die Röhre schaut.

„Mit der Nachmittagsleistung hätten wir heute sogar gegen Schweinfurt gewonnen“, kommentierte Trainer Rainer Bauer die sonntäglichen Schwankungen. Gegen Bischbrunn reichte es nur zu 1877 Ringen, während die Gastgeber später gegen Haibach 1922 erzielten und dabei 4:1 siegten. In dieser Phase erlebten die anfeuernden Zuschauer die Seltenheit, dass Werner Vehe den einzigen Mannschaftpunkt gegen die stark auftrumpfende Michelle Find abgab, die tolle 392 Ringe schoss.

Nach drei Aufstiegen hintereinander von der Gauoberliga bis in die Unterfrankenliga hat sich Marktsteft mit dem Sieg über Haibach die Chance erhalten, noch auf den Aufstiegszug aufspringen zu können. Sie sind jetzt wieder Tabellenzweiter dank der besseren Einzelpunkte (plus 16) vor dem punktgleichen Haibachern (8) mit ebenfalls 16:8 Punkten. Jetzt kommt es auf den letzten Wettkampftag am 21. März an, wenn die Stefter gegen Meister Schweinfurt und den SV Schimborn antreten müssen. Dann ist nicht unbedingt zu erwarten, dass Marktsteft den Schweinfurtern die erste Niederlage beifügen könnte. Unterliegt Marktsteft, ist der Ofen aber noch nicht gleich aus, denn Haibach muss noch gegen Bischbrunn und Glattbach bestehen. Sollte sich Haibach nur eine Blöße geben, könnte Marktsteft dann eventuell über die Einzelpunkte die Nase vorne behalten.

Luftgewehr Unterfrankenliga
 
SG Marktsteft – SV Bischbrunn 2:3  
SV Schimborn – SG Poppenroth 2:3  
BSG Schweinfurt – Hub. Haibach 4:1  
SV Burglauer II – SG Glattbach 4:1  
SV Bischbrunn – BSG Schweinfurt 2:3  
SV Burglauer II – SG Poppenroth 5:0  
SG Marktsteft – Hub. Haibach 4:1  
SG Glattbach – SV Schimborn 3:2  
 
1. (1.) BSG Schweinfurt 12 12 0 0 41 24 : 0  
2. (3.) SG Marktsteft 12 8 0 4 38 16 : 8  
3. (2.) Hub. Haibach 12 8 0 4 36 16 : 8  
4. (4.) SG Glattbach 12 7 0 5 31 14 : 10  
5. (6.) SV Burglauer II 12 5 0 7 28 10 : 14  
6. (5.) SV Schimborn 12 4 0 8 23 8 : 16  
7. (7.) SV Bischbrunn 12 3 0 9 25 6 : 18  
8. (8.) SG Poppenroth 12 1 0 11 18 2 : 22  

Die Statistik zum Wettkampf

SG Marktsteft – SV Bischbrunn 2:3 (1877:1875)

Werner Vehe – Anna Väth 387:381

Anna-Maria Gnebner – Manuel Goldschmitt (9:10 nach Stechen) 385:385

Laura Mainhart – Benjamin Roos 371:374

Lukas Kirchner – Thorsten Englert 364:365

Anna-Maria Issing – Wolfgang Meckel (9:8 nach Stechen) 370:370

SG Marktsteft – Hubertus Haibach 4:1 (1922:1916)

Werner Vehe – Michelle Find 389:392

Anna-Maria Gnebner – Katja Seitz 389:385

Laura Mainhart – Benjamin Lindner 382:380

Lukas Kirchner – Helena Böning 379:378

Anna-Maria Issing – Anja Bürki 383:381