Marktsteft

Marktsteft geht mutig ins zweite Jahr

Obwohl der Kader geschrumpft ist, wächst bei Marktstefts Luftgewehrschützen die Zuversicht. Von einer ungeschriebenen Regel des Sports wollen sie nichts wissen.
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Optimistisch nehmen die Luftgewehrschützen der SG Marktsteft die zweite Bayernliga-Saison ins Visier. Im Bild (von links): Werner Vehe, Anna-Maria Gnebner, Tanja Vehe, Luisa Merkert, Regina Merkert und Ersatzmann Jan Löther.

Gewöhnlich wird eine zweite Saison in einer höheren Klasse schwieriger eingestuft als die erste. Werner Vehe, Mannschaftsführer bei den Luftgewehrschützen der SG Marktsteft, sieht dieses ungeschriebene Gesetz des Sports bei seiner Riege nicht zutreffen. „Wir haben gezeigt, dass wir in die Bayernliga gehören“, sagt er mit Blick auf das erste Jahr seiner Aufsteiger. „Wenn wir weiter solche Leistungen bringen, können wir wieder im gesicherten Mittelfeld landen.“

Die Marktstefter gehen allerdings mit einem kleineren Kader in die Saison. Mit einem Schnitt von über 389 Ringen schießt Anna-Marie Gnebner an Position 1. Es folgen Regina Merkert (388) und deren zwei Jahre jüngeren Schwester Luisa Merkert (385). Position 4 nimmt Werner Vehe selbst ein vor seiner Frau Tanja Vehe. Nicht mehr dabei ist Mona Willert aus Arnstein, die nach Kleinrinderfeld abgewandert ist. Und auch die Schweizerin Julia Oberholzer, die vorige Saison eine Alternative für den Fall der Fälle gewesen wäre, steht nicht mehr zur Verfügung.

Im Grunde genommen fahren die Marktstefter und ihr Trainer Rainer Bauer aktuell die Linie: „Weniger ist mehr.“ Denn sie setzen auf fünf bewährte Kräfte, die dem Klub an allen sieben Wettkampftagen komplett zur Verfügung stehen sollen. Sollte doch mal Ersatz nötig sein, würde sich der 17-jährige Jan Löther, ein Neffe Tanja Vehes, anbieten.

Dass die zweite Bayernliga-Saison nicht zu schwer für die Marktstefter wird, dafür gibt es neben der bewiesenen Leistungsstärke zwei weitere Indizien. Denn diesmal kommen die Marktstefter in den Genuss zweier Heimkämpfe statt nur einem. Zudem sind zwei der drei Aufsteiger gute Bekannte, sind doch aus Unterfranken die am Untermain angesiedelten Konkurrenten von Hubertus Haibach und des SV Hausen in die Bayernliga aufgestiegen. Beide Teams kennen die Marktstefter noch gut aus Unterfrankenliga-Zeiten und an diesem Sonntag treffen die Marktstefter in Hausen auf diese beiden Mannschaften.

Trainer Rainer Bauer ist sich darüber bewusst, dass die Tagesform immer eine große Rolle bei den Duellen in den Schießständen spielen werde. Deshalb sind die Ringzahlen für ihn sekundär. „Wir haben die drei Wettkämpfe, die wir vergangene Saison nicht gewinnen konnten, jeweils nur wegen eines Rings verloren“, erinnert sich Werner Vehe. Und so ist er guten Mutes, Rang fünf aus der vergangenen Saison wiederholen zu können und in der Bayernliga erneut gut mitzuhalten.

Dass die Marktstefter gute Schützinnen in ihren Reihen haben, die von ihrem Alter noch ein großes Entwicklungspotenzial bergen, dafür ist Regina Merkert ein Paradebeispiel. Die 19-Jährige aus Hemmersheim ist drauf und dran, sogar internationale Erfolge zu landen. Laut Rainer Bauer, der auch die Jugend-Nationalmannschaft trainiert, hat Regina Merkert vor drei Wochen bei einem Vorentscheid für die Juniorinnen-Nationalmannschaft in München überzeugt und den dritten Rang auf Landesebene belegt. Damit hat sich Merkert für eine Ausscheidung auf Bundesebene qualifiziert, wo nun die besten Acht unter 50 Mitbewerberinnen gesucht werden.

Diese acht jungen Damen machen schließlich im Januar nächsten Jahres unter sich drei Startplätze für die Europameisterschaft im Februar 2019 in Budapest aus. „Wenn Regina dort die Leistungen von München wiederholen kann, dann hat sie Chancen, sich für weitere Ausscheidungen zu qualifizieren“, sagt Rainer Bauer zuversichtlich.



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