KEGELN: LANDESLIGA

Marktbreits Männer überraschen zum Auftakt

Beim Derby im Kitzinger Kolosseum sendet der Aufsteiger mit seinem Sieg ein starkes Signal. Die Gastgeber trauern – nicht nur wegen ihrer deutlichen Niederlage.
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Ungleiches Duell: Der Marktbreiter Christian Rüth (links) lieferte eine starke Leistung, dem Kitzinger Siegfried Bohn gelang nur wenig. Foto: Foto: Hartmut Hess

„Ich wünsche allen viel Spaß heute“, sagte die Schiedsrichterin Elke Gast vor dem Landkreis-Derby in der Kegel-Landesliga zwischen dem PSW 21 Kitzingen und Germania Marktbreit. Der Spaß hielt sich aber in Grenzen, denn einige Spieler waren gestresst, schwitzten mächtig von der Anstrengung und obendrein gab es Anlass zur Trauer. Die Spieler beider Seiten traten in Trauerflor an und hielten eine Gedenkminute für einen PSW-Keglerkameraden, der in der Vorwoche überraschend verstorben war.

Bei der Begrüßung meinte Kitzingens Spielführer Uwe Gast, dass noch keiner richtig wisse, wo er steht. Und sein Marktbreiter Pendant Christian Rüth orakelte, „dass heute alles passieren kann“. Es lag Spannung in der Luft und viel Prestige spielte mit, war es doch das erste Derby dieser beiden Mannschaften nach einigen Jahren. Bei Marktbreit musste Eberhard Knöchel passen.

Die Gastgeber schickten nicht wie erwartet Dieter Pfister zum Auftakt auf die Bahn, sondern Teamsenior Siegfried Bohn, „weil der Siggi auf unseren Heimbahnen zuletzt so stark gespielt hat“, wie Uwe Gast erklärte. Doch der erhoffte Effekt blieb aus. Bohn fiel nach guter erster Lage ab, wurde mehr und mehr von Selbstzweifeln geplagt und haderte damit, „dass ich ziehen und mich hinstellen kann, wie ich will – alles geht in die Mitte“.

Nach 64 Kugeln erlöste ihn Dieter Pfister, der aber als ins kalte Wasser Geworfener auch nicht zurechtkam. Ihr Kamerad Gerhard Schwarzer sah mit 504 Holz ebenfalls kein Land ge-gen den Marktbreiter Spitzenspieler Ernst-Karl Haaf (533 Holz). So gingen die ersten zwei Mannschaftspunkte an die Gäste mit Haaf und Christian Rüth (551 Holz), die nach dem Startpaar schon einen Vorsprung von 117 Holz für die Germanen geschaffen hatten.

Im Mittelpaar erkämpfte Christian Bohn (525 Holz) den ersten Mannschaftspunkt für die Hausherren. Es half auch nicht, dass Marktbreit Yannick Haaf durch Markus Lohmüller ersetzte. Da Frank Wille gegen den Kitzinger Neuzugang Johannes Apfel ordentlich aufspielte, zeichnete sich der Germanen-Sieg immer deutlicher ab. Vor dem Schlusspaar führten sie mit 3:1 Punkten und 129 Holz. Nun hatten Roland Knieling und Simon Hanselmann den Auftrag, die günstige Konstellation gewinnbringend ins Ziel zu bringen.

Michael Schwarzer erlebte eine bescheidene erste Lage und holte später auf, so dass Knieling und Schwarzer sich mit jeweils 501 Holz unentschieden und einem halben Mannschaftspunkt trennten. Auf seinen ersten 30 Versuchen legte derweil der Kitzinger Uwe Gast furios los und powerte im Schweiße seines Angesichts.

Kontrahent Hanselmann erzielte zwar gute 539 Holz, doch Gast glänzte mit der Tagesbestleistung von 575 Holz und ergatterte den zweiten Mannschaftspunkt für die Gastgeber. Schon lange vorher hatte Christian Bohn der Germania attestiert, „definitiv als starker Aufsteiger aufgetreten zu seien“, und Michael Schwarzer stellte fest, „dass die Marktbreiter bei 93 Punkten Vorsprung heute zu Recht triumphiert haben“.

Christian Rüth sollte als Orakel also Recht behalten. Der Marktbreiter hatte prophezeit, dass an diesem Tag „alles passieren“ könne. Das traf mit dem Auswärts-Erfolg des Aufsteigers ein. „Wir sind erleichtert, denn jetzt haben wir das Derby und die schweren Kitzinger Bahnen schon erfolgreich bewältigt“, so Rüth. Dieser Sieg gebe Selbstvertrauen für kommende Aufgaben.

Das Derby in Zahlen

PSW 21 Kitzingen – Germania Marktbreit 2,5:5,5 (3050:3143)

Siegfried Bohn/Pfister – Rüth 0:4 (463:561)

Gerhard Schwarzer – Ernst-Karl Haaf 1:3 (504:533)

Christian Bohn – Lohmüller/Yannick Haaf 2:2 (525:499)

Apfel – Wille 0,5:3,5 (482:520)

Michael Schwarzer – Knieling 2:2 (501:501)

Gast – Hanselmann 3,5:0,5 (575:539)

Landesliga Nord Männer

 

SKK Helmbrechts – Eremitenhof Bayreuth 6:2  
PSW 21 Kitzingen – Germania Marktbreit 2.5:5.5  
SKC Eggolsheim – Gut Holz Schweinfurt 6:2  
SKC Fölschnitz – CT Post Franken Coburg 6:2  
KC Oberaltertheim – TSV Eintracht Bamberg 2:6  

 

 

1. (1.) SKC Eggolsheim 1 6 2 : 0  
1. (1.) SKC Fölschnitz 1 6 2 : 0  
1. (1.) SKK Helmbrechts 1 6 2 : 0  
1. (1.) TSV Eintracht Bamberg 1 6 2 : 0  
5. (6.) Germania Marktbreit 1 5.5 2 : 0  
6. (5.) PSW 21 Kitzingen 1 2.5 0 : 2  
7. (7.) Gut Holz Schweinfurt 1 2 0 : 2  
7. (7.) CT Post Franken Coburg 1 2 0 : 2  
7. (7.) KC Oberaltertheim 1 2 0 : 2  
7. (7.) Eremitenhof Bayreuth 1 2 0 : 2  
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