Jahrelang war Marktbreit die Festung des Kegelns im Landkreis Kitzingen. Aber seit der vergangenen Saison ist manches anders. Die Hochburg von einst ist geschleift worden: von den Männern des PSW 21 Kitzingen. Nicht nur, dass sie die jüngsten zwei Duelle klar für sich entschieden, sie standen am Ende der Runde in der Bezirksoberliga auch zum ersten Mal vor dem Rivalen auf Platz zwei. Es ist der vorläufige Höhepunkt eines Wandels, der sich eher schleichend vollzogen hat.

In der Saison 2008/09 war Germania Marktbreit noch Vizemeister gewesen – in der Regionalliga und zum dritten Mal in Folge. Ein Jahr später war der Klub Fünfter – und wiederum nur zwölf Monate später abgestiegen. So kam es, dass sich die Marktbreiter und ihre Rivalen von PSW 21 Kitzingen vergangene Saison auf Augenhöhe begegneten: in Unterfrankens Premiumklasse, der Bezirksoberliga.

Das wird auch jetzt wieder so sein, wenn am Wochenende die neue Runde beginnt. Und wie selbstbewusst Kitzingens Emporkömmlinge mittlerweile geworden sind, verdeutlicht die Aussage von Uwe Gast. Auf die Frage, was er von den Kameraden der Germania erwarte, sagte der Spitzenakteur von PSW 21 augenzwinkernd: „Wenn sie so auftreten wie Anfang der vorigen Saison, werden sie vermutlich hinter uns landen.“

Ansonsten hält sich Gast mit Prognosen eher zurück: Zu ausgeglichen sei das Feld, um Tipps über Auf- oder Abstiegskandidaten abzugeben. Was seine Mannschaft angeht, die weiter im Kitzinger „Kolosseum“ antritt, so wird viel vom Personal abhängen. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass eine verheißungsvolle Perspektive zerstört würde durch verletzungsbedingte Ausfälle. So bleibt Gast vage in seiner Prognose: „Wir haben jetzt vier Jahre oben mitgespielt, und das wollen wir in der gleichen Besetzung wie vergangene Runde auch diesmal wieder.“

Dass das Personal ein heikles Thema geworden ist, zeigt auch die Einschätzung von Marktbreits Christian Rüth. „Die Saison hat noch nicht angefangen, und schon ging es heiß her im Verein. Das Hauptthema war der Spielermangel in den Mannschaften der 200-Schub-Ligen.“ Viele Akteure bevorzugen aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen inzwischen die 120 Schub. So muss die Germania in der Regionalliga zu sechst auskommen, da Alfred Schramm nach einer Operation zunächst fehlen wird. Ziel bleibt dennoch ein „Platz im oberen Mittelfeld“.

Marktbreit: Roland Knieling, Markus Lohmüller, Andreas Hummel, Matthias Kraus, Eberhard Knöchel, Christian Rüth.

PSW 21 Kitzingen: Siegfried Bohn, Dieter Pfister, Christian Bohn, Michael Schwarzer, Gerhard Schwarzer, Marcel Markert, Uwe Gast.