Kenner der Szene meinen, die FG Marktbreit/Martinsheim spiele mit den schönsten Fußball der Bezirksliga. So ein Lob freut natürlich Spielertrainer Tobias Jäger. Aber noch sieht er keinen Grund für allzu große Euphorie – trotz ordentlichen Saisonstarts und dem Vorstoß auf Tabellenplatz fünf. „Ja, es läuft ganz gut“, sagt der 33-Jährige. „Wir wollen das mitnehmen, gewisse Konstanz reinbringen und attraktiven Fußball spielen.“ Aber Jäger will sein Team weiterentwickeln.

Erst eine Niederlage hat die Mannschaft in bisher zehn Spielen einstecken müssen – und zwar beim 0:1 ge-gen den TSV Lengfeld Ende August. Zu erwarten sei das nicht unbedingt gewesen, gibt Jäger zu, der bei der FG seine vierte Spielzeit als Verantwortlicher bestreitet. Sicher habe sich gerade in der Rückrunde der vergangenen Saison angedeutet, dass einiges in der Mannschaft stecke. Doch im Sommer galt es erst einmal Daniel Endres zu ersetzen, den Mann, der vorige Runde satte 30 Tore für die Gemeinschaft erzielt hatte.

Auch das steckte Marktbreit weg, Jungspund Rainer Radlinger füllt mit bisher zehn Treffern diese Rolle toll aus. „Für Rainer ist es erst das zweite Jahr, seitdem er aus der Jugend gekommen ist. Er ist ein wahnsinniger Typ. Dass er so einschlagen würde, war nicht zu erwarten. Er hat eben Spaß am Fußball und auch die Qualität“, sagt Jäger über den jungen Blondschopf.

Nicht nur der musste in eine Führungsrolle schlüpfen, mit der er nach kurzer Zeit bereits umgehen könne. Die kaum älteren Steffen Barthel und Valentin Gebert finden sich ebenfalls gut zurecht. Barthel, der aus Gelchsheim gekommen ist, ist für den Trainer schon jetzt eine „große Bereicherung. Ein toller Spieler für sein Alter, ein richtig Guter. Er hat ja vorher nie höherklassig gespielt.“ Barthel sollte als kreativer Antreiber im Mittelfeld Schwung bringen, so der Plan vorige Saison. Das gelang. Zu dieser Runde schloss sich Joachim Barthel, dessen vier Jahre älterer Bruder, der FGM an, und auch der passt voll ins Konzept des Klubs.

Dieses Konzept sieht vor, dass junge Talente wie auch Eric Köhler oder Julian Dennerlein mit den etwas älteren Spielern als „gesundes Paket“, so Jäger, funktionieren. Gerade auf den Schlüsselpositionen verfüge der Klub über sehr gute Spieler. Sie sollen Zeit und Raum bekommen, sich zu entwickeln. In Marktbreit liege der Akzent auf „Fußball spielen“, auf der spielerischen Komponente, eben nicht auf Hauruck-Fußball. Hier sieht Jäger bei seiner Mannschaft Fortschritte. „Das ist kein Zufall, wir haben uns das erarbeitet“, sagt er. Ihm imponiert derzeit die Einstellung seines Teams. Die Trainingsbeteiligung sei sehr gut, die Mannschaft hungrig. Sie wolle etwas erreichen.

Ob der Weg in dieser Runde noch weiter nach oben führen kann, da ist Jäger vorsichtig. Ein wenig schiele er noch nach unten, gibt er zu. Im Fußball könne es schnell gehen. „Es sind noch zehn Spiele bis Weihnachten. Mal sehen, wo wir bis dahin stehen.“ Sich im oberen Tabellendrittel festzusetzen wäre nicht schlecht. Ganz vorne werde es eng. Da stünden gewachsene Mannschaften wie Röllbach und die Reserve der Würzburger Kickers. „Sie haben Qualität über einen langen Zeitraum und uns viel Erfahrung voraus“, sagt Jäger. „Wir haben jetzt erst über zwei Jahre etwas aufgebaut und wollen konstant werden.“

Dabei wird Jäger von Andreas Kirchner (33) unterstützt. Die beiden kickten einst gemeinsam beim Würzburger FV, sie kennen sich bestens und bilden nun ein nahezu ideales Duo. „Er ist sehr wichtig. Ein ganz erfahrener Mann, der auch großen Anteil hat. Wir gestalten gemeinsam das Training und bringen die Mannschaft voran“, sagt Jäger über seinen sportlichen Partner. Selbst denkt der Abwehrspieler noch nicht daran, die aktive Laufbahn zu beenden. „Im Moment macht es mir noch viel zu viel Spaß, und der Körper macht auch mit. Solange ich mithalten kann, werde ich spielen“, verkündet Jäger.

An diesem Samstag geht es für die Marktbreiter zu Hause gegen den TSV Lohr, der bloß zwei Plätze hinter der FG auf Rang sieben liegt. Doch trennen die beiden Kontrahenten schon acht Punkte voneinander. Fraglich ist dabei der Einsatz Radlingers, der wegen einer Handverletzung zuletzt nur zusah. Urlauber Kirchner dürfte wieder da sein.