Abtswind

Mario Schindler wird Trainer in Abtswind

Für den 41-Jährigen ist Abtswind „etwas Besonderes“. Dabei hatte Mario Schindler ganz andere Pläne. Warum er nun dennoch als Trainer zum Neu-Bayernligisten geht.
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Mario Schindler wird der neue Trainer des TSV Abtswind.

Er ging als Spieler und kommt als Trainer: Sechs Jahre nach seinem Abschied vom TSV Abtswind wird Mario Schindler im Juni dorthin zurückkehren, wo er sich eigenen Angaben zufolge sehr wohl fühlte. Der 41-Jährige, der zwischenzeitlich bei der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach in der Verantwortung stand, hat beim Meister der Fußball-Landesliga Nordwest einen Jahresvertrag unterzeichnet, wie der Verein in einer Pressemitteilung bekannt gab. Schindler übernimmt ab Juni die Mannschaft des Neu-Bayernligisten. Er folgt auf Thorsten Götzelmann (45), der den Posten nach der Entlassung Petr Škarabelas (50) Anfang April übergangsweise bis zum Saisonende übernommen hat.

Vor ein paar Wochen hatte Mario Schindler noch andere Pläne für die nächste Spielzeit: Er wollte eine Auszeit vom Fußball nehmen. Der Beruf habe ihn zu sehr gefordert, als dass er ihn mit der Aufgabe als Trainer eines ambitionierten Vereins für vereinbar hielte. Doch kurzfristig hat sich nun die Lage geändert. Statt Überstunden zeichneten sich regelmäßige Arbeitszeiten für Schindler ab, der in Volkach im Vertrieb einer Software-Firma beschäftigt ist. So kam eines zum anderen, als der Abtswinder Klubmanager Christoph Mix unlängst bei ihm anklopfte.

Mix fühlt er sich verbunden

„Abtswind ist etwas Besonderes“, wird Schindler in der Mitteilung des TSV zitiert. „Ich hatte hier eine schöne und erfolgreiche Zeit. Vor allem Christoph Mix fühle ich mich verbunden.“ Schindler spielte zwischen 2008 und 2012 für den TSV Abtswind und stieg mit dem Verein als Kapitän von der Bezirksliga bis zur Landesliga zweimal auf. Anschließend wechselte er die Seiten und wurde Trainer bei der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach, wo er sechs Jahre arbeitete und mit der er ebenfalls in die Landesliga aufstieg.

„Wir haben Marios Arbeit in der Landesliga gesehen und festgestellt, wie er mit Akribie junge Spieler zum Team geformt hat“, erklärt Christoph Mix in dem Kommuniqué des Klubs. „Das hat uns imponiert, weshalb wir überzeugt davon sind, dass er für uns der Richtige ist.“ Die Bayernliga bedeutet Neuland für Schindler, doch er wagt sich ohne Angst auf das unbekannte Terrain. „Es ist ein Sprung, aber ich traue ihn mir zu“, erklärt der 41-Jährige. „Man muss im Leben immer wieder aus der Komfortzone heraustreten.“ Als Spieler lief er mit der DJK Schweinfurt, der FT Schweinfurt und dem FC Haßfurt in der Landesliga auf, die seinerzeit noch die vierte Leistungsklasse in der Fußballhierarchie bildete.

Gut vernetzt in der Region

Bis er sein Amt Mitte Juni antreten wird, bleibt Schindler rund ein Monat. Dann beginnt für den Landesliga-Meister die Vorbereitung auf die erste Spielzeit in der Bayernliga. Die Zeit will der neue Übungsleiter nutzen, um Trainingspläne zu erstellen, Testspiele zu arrangieren und sich um neue Kräfte zu kümmern. „Der Kader bleibt nach dem Aufstieg größtenteils zusammen“, sagt Schindler, „aber wir benötigen Verstärkungen im Angriff und auf der linken Abwehrseite.“ Manager Mix macht deutlich: „Mario ist in der Region gut vernetzt, hat viele Kontakte, um junge Spieler für uns zu gewinnen, was in der Trainerfrage ein wichtiger Faktor war.“ Bislang stehen den vier Abgängen zwei Neuzugänge gegenüber.

Die angestammten Akteure sind Schindler aus den Duellen mit Schwebenried/Schwemmelsbach ohnehin bekannt; mit Sven Gibfried und Michael Herrmann spielte er selbst noch in Abtswind. „Das Umfeld ist immer noch dasselbe. Auch als Gegner wurde ich immer herzlich empfangen“, sagt der 41-Jährige, der in Ettleben bei Werneck lebt. Er ist Vater einer sechs Jahre alten Tochter und eines zweijährigen Sohnes. „Vor meiner Unterschrift in Abtswind war mir wichtig, dass meine Familie voll hinter meiner neuen Aufgabe steht.“

Auf dem Rasen war er Taktgeber im Mittelfeld und offensiver Antreiber. Als Trainer verfolgt Mario Schindler eine Spielidee, die Angriff und Verteidigung gleichermaßen vereint: „Ich will kein starres System spielen, sondern die Mannschaft so weit bringen, sich flexibel auf ihre Gegner einzustellen“, deutet Schindler an, was er mit Abtswind in der Bayernliga vorhat.

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