Mainbernheim

Mainbernheim ist noch nicht richtig munter

Nach der geglückten Rettung vor drei Monaten stehen die Mainbernheimer schon wieder am Abgrund. Ein Grund für den schwachen Start sind die Erfolge in der Vorbereitung.
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Der Held der Relegation, Torwart Christian Neuhöfer, fehlt Mainbernheim wegen eines Kreuzbandrisses.

Groß war am Ende der vergangenen Saison die Erleichterung bei den Kickern des TSV Mainbernheim, nach einem nervenaufreibenden Krimi in der Relegation doch noch in der Kreisklasse geblieben zu sein. Nur wenige Wochen später aber ist die Aufbruchstimmung – trotz des neuen Trainers – wieder verflogen. Zu schwer wiegen mehrere Abgänge und Ausfälle, so dass die Mainbernheimer sich nach fünf Saisonspielen mit null Punkten und 6:23 Toren im Tabellenkeller finden.

Als „brutal“ bezeichnete der Mainbernheimer Nico Most den kräftezehrenden „Riesenkampf“ gegen den SV Gaukönigshofen im entscheidenden Relegationsspiel, das der Kreisklassist erst nach Elfmeterschießen für sich entschied. Es flossen Tränen, die Anspannung fiel ab. Die Erleichterung war groß, dass die Kicker in schwarz-weiß ihren Klub in der Liga gehalten hatten. Ein solches Szenario, für Most „nicht in Worte zu fassen“, wollte die Mannschaft den Verantwortlichen in dieser Saison ersparen. Der neue Trainer Marco Heinrich sollte das schlingernde TSV-Schiff wieder in ruhigere Gewässer lenken.

Was der langjährige Volkacher Torwarttrainer aber zu Vorbereitungsbeginn vorfand, glich einem Scherbenhaufen. Stützende Kräfte hatten den Klub verlassen, um sich in der Kreisli-ga zu versuchen, etwa Patrick Weber (SC Schwarzach) oder Nico Most (SG Buchbrunn/Mainstockheim). Sascha Niedermeyer hat die aktive Laufbahn beendet. „Das sind allein drei Spieler, die im Entscheidungsspiel für uns auf dem Platz standen“, so Heinrich. „Sie waren feste Stützen und fehlen uns.“ Verzichten muss Heinrich zudem die komplette Saison auf Stammtorwart Christian Neuhöfer. Der 26-Jährige, der im Elfmeterschießen zwei Bälle des Gegners abgewehrt hatte, zog sich in einem Testspiel einen Kreuzbandriss zu.

Echten Ersatz hat der TSV für dieses Quartett nicht verpflichtet. Heinrich stehen somit für beide Teams in der Kreisklasse und B-Klasse nur etwa 30 Spieler zur Verfügung. Das sei auf die gesamte Saison gesehen schlicht zu wenig, findet der Trainer, der angesichts der Personalnot selbst schon viermal auflaufen musste. Die Startelf stelle sich wegen der Ausfälle durch Urlaub und Verletzungen gerade fast von selbst auf. „Die dünne Spielerdecke sowie fehlende Neuzugänge sind mit Sicherheit ein Grund für unseren schwachen Start“, sagt der Volkacher.

Aber auch die unglückliche Wahl der zwei letzten Vorbereitungsgegner hat aus Sicht des Trainers dazu beigetragen. B-Klassist TSV Albertshofen und die eben erst in die A-Klasse aufgestiegene SG Hohenfeld/Rot-Weiß Kitzingen waren nicht die erhofften Gradmesser. „Sie haben uns nicht wie erhofft gefordert“, sagt der 30-Jährige. Die beiden deutliche Erfolge just vor dem Saisonstart wiegten das Team in Sicherheit.

Die Quittung folgte zu Rundenbeginn gegen den Lokalrivalen SV Hoheim. Nicht den Hauch einer Chance hatten die Mainbernheimer gegen den Nachbarn. Dieses 0:6 blieb nicht die einzige deutliche Klatsche in den ersten fünf Partien, die der TSV allesamt verlor. Ruckzuck ging es damit nach unten in den Tabellenkeller. Bei Aufsteiger FC Iphofen stand am Ende ebenfalls ein 0:4.

Dort sah Heinrich die Seinen im Vergleich mit dem Hoheim-Spiel allerdings unter Wert geschlagen. „Die Führung war möglich, wenn nicht zwingend, aber Iphofen hat mit dem ersten Torschuss gleich getroffen.“ Auch letzte Woche gegen Geroldshausen hatten die Seinen bereits mit 2:0 geführt. Sie machten ein gutes Spiel, standen sich aber wiederholt selbst im Weg. Die Gäste glichen direkt vor der Pause aus und nutzten schließlich Mainbernheims Nervenschwäche.

„Sie haben uns nicht wie erhofft gefordert.“
Trainer Marco Heinrich über Mainbernheims Test-Gegner

„In den letzten Partien“, sagt Heinrich, „wäre jeweils ein Remis möglich gewesen. Aber auch in der Kreisklasse werden Spiele im Kopf entschieden.“ Aus diesem selbstgeschaufelten Loch müsse sich die Mannschaft nun selbst befreien, indem sie vor allem die Vielzahl der individuellen Fehler abstellt. Am besten schon beim Auswärtsspiel am Sonntag (16 Uhr) in Sulzfeld, um endlich die Null aus der Statistik zu bringen. Denn noch – auch aufgrund der Schwächen der Konkurrenz – ist Marco Heinrich optimistisch, dass es mit dem Verbleib in der Kreisklasse klappt.



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