Handball

Lohr plant auch für den Abstieg

Die jüngsten Ereignisse rauben Lohrs Handballern mehr und mehr Hoffnung auf einen Verbleib in der Bayernliga. Das Verhalten der Konkurrenz hat für Sportleiter Scheiner „schon ein G'schmäckle“.
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Die 24:29-Niederlage vergangenen Samstag in Rothenburg und die Resultate der Konkurrenz haben dazu geführt, dass sich die Verantwortlichen beim Handball-Bayernligisten TSV Lohr nun ernsthaft mit dem Szenario eines Abstiegs in die Landesliga auseinandersetzen müssen. Das Team rangiert derzeit auf dem elften Rang – nach derzeitigem Stand ein Abstiegsplatz.

Zwar gibt es in den verbleibenden zwei Saisonspielen immer noch die Möglichkeit, sich aus eigener Kraft zu retten. Auch, dass sich eine der beiden bayerischen Mannschaften, die derzeit in der dritten Liga auf Abstiegsplätzen stehen – der TSV Rödelsee und der SV 08 Auerbach – noch verbessern, könnte den Lohrern das Türchen zum Klassenverbleib öffnen. Das würde die Zahl der Bayernliga-Absteiger von vier auf drei reduzieren. Aber dem TSV-Abteilungsleiter Ludwig Scheiner ist bewusst: „Seit dem Wochenende ist die Chance größer, dass wir nächste Saison in der Landesliga spielen als in der Bayernliga.“

In die Bredouille gebracht hat die Lohrer vor allem der 31:23-Sieg des direkten Konkurrenten TSV Ismaning am Sonntagabend beim TSV Haunstetten, der sich eine Woche zuvor in Lohr noch mit 30:29 durchgesetzt hatte. „Das hat schon ein G'schmäckle. Bei uns kämpfen die Haunstettener bis zum Umfallen, und eine Woche später geben sie sang- und klanglos die Punkte ab“, so Scheiner.

Doch auf das, was in anderen Hallen passiert, haben die Lohrer sowieso keinen Einfluss. Sie müssen ihre eigenen Hausaufgaben machen. „Ich werde mich diese Woche mit dem Managementkreis der ersten Mannschaft zusammensetzen. Wir werden besprechen, wie es weitergeht. Auch für den Fall eines Abstiegs“, so Ludwig Scheiner. Fest steht nach seinen Worten, dass Spielertrainer Otto Fetser auf jeden Fall weitermachen soll. Der hatte nach der Niederlage in Rothenburg fehlende Wechselalternativen in seinem Aufgebot beklagt: „Uns fehlt einfach die Breite“, hatte der 33-Jährige die Schwächeanfälle der Lohrer in den Endphasen der Spiele erklärt.

Wie sich die erste Mannschaft in der nächsten Saison personell präsentieren soll, darüber wird bei der Tagung mit dem Managementkreis zu reden sein. „Wir haben einige Gespräche mit möglichen Neuzugängen geführt. Aber vieles ist davon abhängig, in welcher Klasse wir nächste Saison spielen“, erklärt Teammanager Werner Maier. Klar ist, dass die Oldies Milan Kralik und Peter Vozar aus dem Kader ausscheiden, Benjamin Scheiner wird künftig wohl in der zweiten Mannschaft spielen.

Als erster Neuzugang zeichnet sich Gabor Farkas ab. „Er hat sich bei uns angeboten“, so Werner Maier. Zwar haben sich die Lohrer und der ungarische Rechtsaußen des Landesligisten TSV Partenstein noch nicht auf eine verbindliche Zusammenarbeit geeinigt. Aber dass der Linkshänder bald eine Wohnung unweit der Lohrer Spessarttorhalle beziehen wird, deutet darauf hin, dass er seine sportliche Zukunft beim TSV sieht.

Das Schicksal der Lohrer ersten Garde wirkt sich auch auf die Reserve-Mannschaft auf, die sich die Bezirksoberliga-Meisterschaft und damit das Aufstiegsrecht in die Landesliga gesichert hat. Doch im Fall eines Abstiegs des Lohrer Bayernligateams dürfte sie nicht aufsteigen. „Das wäre richtig bitter für die Jungs“, sagt Scheiner, der auch Trainer der Reserve ist.

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