Handball-Landesliga Nord Frauen

Lob für Großlangheim, aber keine Punkte

Eine Schwächephase nach der Halbzeit bringt Großlangheims Frauen noch um den verdienten Lohn. Der Gegner ausc Weidhausen siegt selbst mit der „seit Jahren schlechtesten Leistung“.
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Negativserie hält: Melanie Dürr und ihre Mannschaftskolleginnen von Aufsteiger TV Großlangheim verloren auch ihr drittes Saisonspiel. Foto: Foto: Barbara Herrmann

Viel Beifall ernteten die Landesliga-Frauen des TV Großlangheim nach dem Heimspiel gegen den TV Weidhausen. Allerdings gelang ihnen auch im dritten Spiel der neuen Saison nicht der erhoffte erste Sieg, viel mehr holten sie sich das Lob der Zuschauer für eine über weite Strecken der Begegnung tolle Leistung ab. Am Ende stand jedoch auf Grund einer Schwächephase nach der Halbzeit eine 20:24 (13:12)-Niederlage zu Buche.

Die Gastgeberinnen erwischten den besseren Start und gingen nach ausgeglichenen fünf Minuten beim 5:3 durch Elena Bergman erstmals mit zwei Toren in Führung (11.). Geschickt nutzten sie die Lücken im zu löchrigen Deckungsverbund der Weidhäuserinnen. Zudem entschärfte Elisabeth Schiffmeyer in der Anfangsphase bereits zwei Siebenmeter und einen freien Wurf – es sollten nicht die letzten Paraden der Torfrau sein. Gäste-Trainer Christian Pack hatte dann nach knapp elf Minuten genug von seinen Schützlingen gesehen und bestellte sie zum Rapport.

Diese Maßnahme sollte sich auszahlen: Binnen weniger Minuten drehten die Oberfranken einen 3:5-Rückstand in eine 7:5-Führung. Verantwortlich dafür zeichnete sich eine nun präsentere und beweglichere Abwehr, die einige technische Fehler des Aufsteigers provozierte. Und im Angriff waren es die Aktivposten Stefanie Hergenröder und Aylin Faber im Rückraum sowie Rechtsaußen Sarah Pack, die das Spiel zu Gunsten ihrer Mannschaft drehten. Nach knapp fünf torlosen Minuten reagierte Großlangheim mit einer Auszeit (15.).

Wie schon zuvor bei den Gästen, sollte sich auch beim TVG diese Maßnahme bezahlt machen. Zwar erhöhte Faber zunächst aus dem Rückraum zum 8:5, doch in der Folge kämpfte sich die Mannschaft von Spielertrainerin Kerstin Weckert zurück. Die auf eine 5:1-Deckung umgestellte Abwehr agierte nun effektiver, und Torhüterin Schiffmeyer parierte weiterhin tadellos. In den zehn Minuten vor der Pause war es dann Weckert, die Pate für die Aufholjagd ihrer Schützlinge stand. Erst erzielte sie nach einer Energieleistung den 9:9-Ausgleich (19.), durch den die Halle aufwachte und die Gastgeberinnen zusätzlich antrieb, dann sorgte Weckert, diesmal aus dem Rückraum, für die 11:10-Führung. Und auch der Halbzeitstand zum 13:12 ging auf das Konto der Spielertrainerin, die fünf ihrer sechs Treffer im ersten Abschnitt erzielte.

Nach dem Seitenwechsel schien es, als müsse der TVG der Aufholjagd Tribut zollen. Die Gäste, die ihre Siebenmeter allesamt verwarfen, zogen binnen weniger Minuten auf 16:13 davon, weil sie endlich einmal ihre Stärken ausspielen konnten: den Tempogegenstoß. Großlangheim hatte dies zunächst durch gutes Rückzugsverhalten erfolgreich unterbunden, nun sorgte Carolin Fichtel mit zwei Kontern in Folge für die Führung der Gäste. Der Aufsteiger verkürzte durch Susanne Brezina noch einmal auf 15:17, doch zwei Treffer der technisch versierten Sarah Pack, die aber wie ihre Kolleginnen einiges verwarf, sorgte für die Vorentscheidung.

„Das war seit Jahren unsere schlechteste Leistung, wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte nach Spielende ein unzufriedener Gäste-Trainer Christian Pack, der viel Lob für den unterlegenen Gegner übrig hatte. „Hier kannst du auch verlieren, sie hätten sicherlich mehr verdient heute“. Näher als auf vier Treffer kam Großlangheim in der Schlussphase nicht mehr heran, weil dem Angriff nach der offensiveren Deckung gegen Weckert die Ideen ausgingen und in 17 Minuten lediglich drei Treffer erzielte.

„Wir haben in der zweiten Hälfte den Faden verloren und durch die schlechte Chancenverwertung das Spiel aus der Hand gegeben“, resümierte Kerstin Weckert, die ergänzte, dass „in der Landesliga 45 gute Minuten nicht mehr reichen. Wir müssen konstanter spielen und konzentrierter bleiben“. Zwar konnte Weckert mit dem Ergebnis nicht zufrieden, wohl aber mit der gezeigten Leistung ihrer Mannschaft, die zu Recht den Beifall ihres Publikums erntete.

Landesliga Nord Frauen
 
Nabburg/Schwarz. – TV Helmbrechts 30:19  
HC Erlangen – DJK Rimpar 17:18  
Post-SV Nürnberg – TV Münchberg 24:33  
HC Cadolzburg – SV Obertraubling 44:26  
TV Großlangheim – TV Weidhausen 20:24  
Mintraching/Neutr. – HC Sulzbach/R. 21:23  
HG Hut/Ahorn – HG Ansbach 22:21  
 
1. (2.) TV Weidhausen 3 2 1 0 72 : 53 5 : 1  
2. (3.) TV Münchberg 3 2 1 0 82 : 64 5 : 1  
3. (4.) HC Sulzbach/R. 3 2 1 0 69 : 62 5 : 1  
4. (5.) DJK Rimpar 2 2 0 0 41 : 34 4 : 0  
5. (10.) HC Cadolzburg 3 2 0 1 103 : 70 4 : 2  
6. (1.) Mintraching/Neutr. 3 2 0 1 81 : 68 4 : 2  
7. (11.) Nabburg/Schwarz. 2 1 1 0 53 : 42 3 : 1  
8. (9.) TV Helmbrechts 3 1 0 2 61 : 77 2 : 4  
9. (13.) HG Hut/Ahorn 3 1 0 2 60 : 79 2 : 4  
10. (8.) HC Erlangen 3 0 2 1 50 : 51 2 : 4  
11. (7.) SV Obertraubling 3 1 0 2 68 : 83 2 : 4  
12. (6.) HG Ansbach 3 1 0 2 72 : 86 2 : 4  
13. (12.) TV Großlangheim 3 0 0 3 59 : 72 0 : 6  
14. (14.) Post-SV Nürnberg 3 0 0 3 60 : 90 0 : 6  

Die Statistik zu Spiel

TV Großlangheim – TV Weidhausen 20:24 (13:12)

Großlangheim: Daniela Braun, Elisabeth Schiffmeyer; Franziska Krißmer (2), Jennifer Uhl, Ramona Hemberger (1), Selina Golm (1), Melanie Dürr (2), Ulrike Kutschera (4/1), Anna Saum, Elena Bergmann (2), Susanne Brezina (2), Kerstin Weckert (6/2).

Weidhausen: Kira Knauer; Stefanie Hergenröder (3), Carolin Fichtel (3), Aylin Faber (5), Lena Klihm (1), Mariana Krusemann, Sophie Faber (3), Vanessa Staudt (1), Yvonne Lang (2), Sarah Pack (6).

Spielfilm: 1:0, 3:2, 5:3, 6:9, 10:10, 13:12 (Halbzeit), 13:16, 15:19, 17:21, 18:23, 20:24 (Endstand).

Zeitstrafen: 8:12 Minuten (Kutschera, Saum, 2x Brezina – Hergenröder, Fichtel, Krussemann, 3x Staudt).

Siebenmeter: 3/3 - 7/0.

Schiedsrichter: Ulrich Grimm/Florian Müller (beide HC Cadolzburg).

Zuschauer: 60 (geschätzt).

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