Es war der Aufreger im fränkischen Handballderby des HSC Bad Neustadt mit dem HSC Coburg (26:22). Mit einer obszönen Geste beleidigte Coburgs Rückraumspieler Stefan Linsmeier, der bis zum Sommer acht Jahre im Trikot des HSC Bad Neustadt gespielt hatte, am vergangenen Samstag wenige Minuten vor dem Abpfiff das Publikum in der Bad Neustädter Halle. Schiedsrichter Frank Kraaz hatte es gesehen und den Linkshänder – nach Rücksprache mit seinem Kollegen Michael d'Alessandro – disqualifiziert. Linsmeier droht wegen grob unsportlichen Verhaltens eine Sperre.

„Leider ist mir das passiert. Ich bedauere es sehr, da es viele getroffen hat, die mich über Jahre unterstützt haben“, bat Stefan Linsmeier am Tag nach dem Spiel um Entschuldigung. Auslöser für den Ausraster war eine Szene am Coburger Kreis: Bad Neustadts Rückraumspieler Vilim Leskovec versuchte, zwischen den Coburgern Florian Kirchner und Linsmeier durchzustoßen. Leskovec und Kirchner gingen zu Boden, dort soll Kirchner getreten haben. Während Leskovecs Tritt den beiden sicher leitenden Schiedsrichtern entging, konnten sie Linsmeiers anschließenden Schubser gegen den Bad Neustädter schwerlich übersehen.

Linsmeier bekam – unter dem Applaus des Publikums – eine Zeitstrafe auferlegt und verlor beim Gang auf die Bank die Nerven. Er beleidigte die Zuschauer auf der Tribüne mit einer obszönen Geste und wurde zur Strafe disqualifiziert. „Es war ein Fehler und es tut mir leid tut“, sagte Linsmeier, der mit seiner Familie nach wie vor in Salz (Rhön/Grabfeld) lebt. „Ich sollte ein Vorbild für die Jugendspieler sein, die mich ja noch kennen.“ Nur wenige Minuten nach dem Spiel entschuldigte sich der 37-Jährige bei den Unparteiischen. Später suchte er das Gespräch mit HSC-Spielern, Sponsoren und mit Vorstandsmitglied Christine Köth.

Bei seiner Rückkehr auf den Schulberg hatte Stefan Linsmeier viel Wut im Bauch, die auch die von HSC-KG-Geschäftsführer Dieter Schulz als Anerkennung für acht Jahre im HSC-Trikot überreichten Blumen kaum besänftigen konnte. Bei der Trennung im vergangenen Sommer hatte es arge Misstöne zwischen dem 37-Jährigen und der HSC-Vereinsführung gegeben.