Handball

Lieber in der Bayernliga leuchten

Als Meister der Handball- Bayernliga der Frauen haben Annika Brezina und der HSV Bergtheim die vergangene Runde beendet. Gefeiert wurde gebührend, aber auf den Aufstieg hat der Klub dann vorsichtshalber verzichtet.
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Auf sie mit Gebrüll: Nach der mit viel Getöse errungenen Bayernliga-Meisterschaft ist es um Annika Brezina und den HSV Bergtheim in dieser Saison ruhiger geworden. Foto: Foto: Anand Anders

Als Meister der Handball- Bayernliga der Frauen haben Annika Brezina und der HSV Bergtheim die vergangene Runde beendet. Gefeiert wurde gebührend, aber auf den Aufstieg hat der Klub dann vorsichtshalber verzichtet. Mit Blick auf das Nein ihres Vereins, sich noch einmal in der dritthöchsten deutschen Spielklasse zu versuchen, umtreiben Annika Brezina zwiespältige Gedanken. „Wenn du immer nur auf den Sack kriegst, dann hast du irgendwann keine Lust mehr. Wir haben es ja vorletztes Jahr mitgemacht“, sagt sie und zeigt Verständnis für den Verzicht. Zumal klar gewesen war, dass zu dieser Runde einige Spielerinnen aus dem ohnehin nicht gerade üppig besetzten Bergtheimer Kader mit Handball aufhören würden.

Anders betrachtet, weckt allein der Begriff „Dritte Liga“ das Interesse der ehrgeizigen Handballerin.„ Natürlich ist das reizvoll“, sagt sie. Es sei unter den Umständen aber nicht machbar gewesen für den Verein, ergänzt die 23 Jahre alte Volkacherin. Das hätten auch die Spielerinnen selbst eingesehen. „Wenn schon, dann wollen wir spielerisch mithalten. Das wäre aber so nicht möglich gewesen, wir hätten kein Licht gesehen“, gibt Brezina zu. Bereits vor zwei Jahren hatte sich das Unternehmen Regionalliga – bei damals besseren Voraussetzungen – als eine Nummer zu groß für Bergtheim erwiesen.

Die Frage, ob der Unterschied tatsächlich so groß sei im Vergleich zur Bayernliga, beantwortet Brezina mit einem klaren Ja. „Körperlich, spielerisch und auch vom Tempo her ist es noch einmal eine ganz andere Nummer“, erklärt die ausgebildete Bankkauffrau. Schon jetzt ist es für sie bisweilen stressig, Arbeit und Training unter einen Hut zu bringen. Zweimal die Woche Handball in Bergtheim, dazu einmal Fitness, meist in Würzburg, da bleibe an den Trainingstagen kaum Zeit zwischen Schreibtisch und Turnhalle einmal richtig durchzuatmen.

Beim HSV Bergtheim fühlt Annika Brezina sich längst wohl. Die flinke Außenspielerin spielt in der fünften Saison dort, zusammen mit der ebenso aus Volkach stammenden, gleichaltrigen Sandra Hämmerlein, die für den Verein in ihre dritte Saison geht. Die beiden waren am ersten Spieltag, als die Bergtheimerinnen ein 16:22 im Fichtelgebirge bezogen, mit fünf und sechs Treffern noch die erfolgreichsten Werferinnen ihrer Mannschaft.

Ob sich Brezina als Leistungsträgerin sieht? „Vielleicht schon“, sagt sie, „aber das sollen andere beurteilen.“ Zum Beispiel ihr Trainer – Wolfgang Kreisel ist seit 29 Jahren in Bergtheim aktiv. Er weiß, was er an der flinken, kampfstarken und technisch ausgekochten Handballerin hat, die er zumeist auf ihrer Lieblingsposition einsetzt – auf Linksaußen. „Der Trainer stellt gerne um. Ich habe auch schon auf der Mitte oder am Kreis gespielt. Es kommt auch darauf an, wie unsere personelle Situation ist“, sagt Brezina. Sie hat mit den Rochaden kein Problem.

Wie sie ihre Mannschaft in dieser Saison einschätzen soll, weiß sie derzeit noch nicht so recht. Schließlich hat sich im Spielerkader einiges verändert. Claudia Pfleger und Kristina Bils sind weg, Wiebke Vinke wird erst ab Oktober wieder zur Verfügung stehen, und die auch aus Volkach stammende Carolin Roth will bloß noch gelegentlich spielen. „Ich denke, wir werden im Mittelfeld der Tabelle stehen. Aber man weiß nie, was bei uns noch passiert. Wenn wir ab Oktober einigermaßen komplett sind, dann haben wir eine gute Mannschaft“, so Brezina.

Ein starkes Team – das hat auch ihr samstäglicher Gegner, der TV Etwashausen, der seine vierte Runde in der Bayernliga mit einem Sieg in Taufkirchen begonnen hat. „Überraschend ist es nicht, dass sich die Etwashäuse-rinnen in der Klasse etabliert haben. Sie haben gut gearbeitet, einen guten Trainer, sie haben es sich verdient.“ sagt Brezina. Bislang gewann in den Punktspielen jeweils Bergtheim, aber das könnte sich in diesem Duell ändern. „Ich würde keine Träne verdrücken, wenn es für uns nicht klappte“, gibt sich Annika Brezina bescheiden. Wer am Ende weiter vorne in der Tabelle steht? „So wie es jetzt aussieht, Etwashausen“, sagt sie. Ob das nicht ein bisschen zu viel der Bescheidenheit ist?

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