In den vergangenen fünf Runden hat der TSV Albertshofen mit Ausnahme eines Jahres stets in der B-Klasse gekickt. Mit Tobias Tschernach als neuem Spielertrainer soll alles besser werden. Der 34-jährige Albertshöfer war zuletzt beim FC Reupelsdorf in der Kreisklasse tätig.

Frage: Fußball in der B-Klasse – das klingt nach einem harten Schicksal. Warum haben Sie sich das angetan?

Tobias Tschernach: Im ersten Moment ist die B-Klasse in der Tat abschreckend. Nach einem Jahr Pause hat mich jedoch der Fußball wieder gereizt. Die Rahmenbedingungen in Albertshofen könnten nicht besser sein: Wir haben eine tolle Anlage mit Sportheim und Kegelbahn. Es ist alles da, um erfolgreich zu sein. Jetzt muss nur noch der passende Fußball gespielt werden.

Der Verein hat sich zum Saisonziel gesteckt, guten Fußball zu spielen. Wie soll das konkret aussehen?

Tschernach: Die Aussage stammt von unserem Abteilungsleiter Carsten Böhm. Ich lasse mich überraschen und verlange nicht viel: ein wenig Laufbereitschaft, ein bisschen Sachverstand, den Ball stoppen und zehn Meter passen können. Damit kommt man schon weit. Es muss aber alles passen, um oben mitzuspielen. Vielleicht springt sogar der Aufstieg heraus.

Was stimmt Sie so optimistisch?

Tschernach: Wir befinden uns im Umbruch. Es herrscht riesige Euphorie. Der Kader hat sich in der Breite enorm verstärkt. Auch qualitativ ist einiges dazugekommen. Ich bin überrascht, wie viele Leute ich im Training habe. Plötzlich kommen nicht mehr vier, sondern 24 Spieler. In der B-Klasse findet man das wahrscheinlich nirgendwo sonst. Allerdings haben wir nur eine Mannschaft. Da ist es nicht leicht, acht Leuten am Freitagabend zu sagen, dass sie am Sonntag nicht zum Aufgebot gehören.

Neun Neuzugänge sind eine stolze Zahl. Wie schafft man es, einen Spieler aus der Kreisklasse zu überzeugen, in die unterste Liga zu wechseln?

Tschernach: Einige Neue waren bei ihren Vereinen Reserve und haben in der zweiten Mannschaft auch nur B-Klasse gespielt. Ansonsten haben persönliche Beziehungen eine Rolle gespielt, etwa weil der Freundeskreis aus Albertshofen kommt oder die Freundin im Ort wohnt.

Hat man sich in Albertshofen auf ewig mit der B-Klasse abgefunden?

Tschernach: Ich habe gehört, dass ich die letzte Hoffnung sei. Entweder es funktioniert, oder es ist Feierabend. Ende. Aus. Platz neun wie zuletzt kann nicht das Ziel sein. Es ist erschreckend, dass Albertshofen einst gegen die zweite Mannschaft aus Großlangheim mit 1:6 verloren hat. Ich bin da, dass sich das ändert. Den Druck aufzusteigen habe ich aktuell nicht. Klar ist aber: Wenn wir in den nächsten zwei Jahren nicht den Sprung in die A-Klasse schaffen, sind die besten Spieler wieder weg.

Welchen Stellenwert besitzt der Fußball für einen Ort wie Albertshofen?

Tschernach: Schwer zu sagen, ob den Leuten etwas fehlen würde, wenn es keine Mannschaft mehr gäbe. Fußball sollte das Aushängeschild sein. Hier ist das anders: Die Tennissenioren haben Bayernliga gespielt, die Tischtennisspieler zuletzt ans Tor zur Bezirksliga geklopft. In Albertshofen wird daher nicht so oft über Fußball gesprochen. Der ist leider ins Hintertreffen geraten.

Sind die Reserveteams in der Liga als Gegner nicht zutiefst unattraktiv?

Tschernach: Nein, die setzen sich aus einer guten Mischung zusammen: Es gibt die Älteren, die kicken können, und die jungen Wilden, die laufen. Die B-Klasse ist für manchen meiner Spieler ein guter Einstieg, um ins regelmäßige Spiel zurückzufinden. Schade ist nur, dass wir keine Öffentlichkeit haben. Mit etwas Glück kommen 20 Zuschauer. Manchmal sind es auch nur fünf. Es ist unser Anspruch, wieder mehr Albertshöfer auf den Sportplatz zu locken. Auch deshalb müssen wir die B-Klasse hinter uns lassen.