Dettelbach

Kontinuität im vierten Anlauf

Kann es für Trainer etwas Schöneres geben, als sich mit einem Meistertitel zu verabschieden? Thomas Hofmann und Tim Reiner sind in dieser glücklichen Lage.
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Hand in Hand führten Tim Reiner (links) und Thomas Hofmann die Dettelbach-und-Ortsteile-Fußballer zur Meisterschaft in der Kreisliga Würzburg.

Aller guten Dinge können bisweilen auch mal vier sein, wie etwa bei den Fußballern von Dettelbach und Ortsteilen. Im vierten Anlauf wurde der Meistertitel in der Kreisliga eingefahren, der den lange herbeigesehnten Aufstieg in die Bezirksliga bringt. Das Trainerduo Thomas Hofmann und Tim Reiner verabschiedet sich damit nach zwei gemeinsamen Jahren, wobei Tim Reiner vorher noch zwei Jahre zusammen mit Stefan Schöderlein für die DuO-Kicker zuständig war. „Es war eine kontinuierliche Entwicklung, seit Tim und Stefan begonnen haben. Wir wollten dem Ganzen die Krone aufsetzen“, verrät Thomas Hofmann. Er und Tim Reiner bleiben in der Kreisliga. Sie sind künftig bei Bayern Kitzingen tätig.

In Dettelbach war sich mancher im vergangenen Sommer nicht so sicher, dass die Erste den Titel holen kann. „Wir wussten selbst nicht so recht, wohin die Reise geht. Johannes Dorsch war weg gegangen, dann verletzte sich Moritz Hirth gleich schwer“, schaut Hofmann zurück. Drei junge Kräfte aus der Jugend stießen neben Jakub Phutavong hinzu, wobei der sich vom Winter an wegen einer längeren Reise wieder abmeldete.

Hofmann und Reiner setzten auf die Kontinuität. Sich kontinuierlich verbessern, an den Stärken arbeiten und nicht so viel Neues bringen, das hatten sie sich auf die Fahnen geschrieben. Als großen Punkt nennt er zudem den Charakter der Mannschaft, die diesmal nicht so leichtfertig Punkte gegen vermeintlich schwächere Teams abgab. „Die Trainingsbeteiligung stimmte. Persönliche Eitelkeiten wurden hinten an gestellt. Die Mischung hat auch gepasst, gerade die jungen Spieler haben sich gut entwickelt. Dazu kamen mit Daniel Barth, Oliver Stark, Christian Graber oder Tim Reiner erfahrene Kräfte. Vor allem Daniel als Kapitän hat großen Anteil“, lobt der Trainer.

Bei den Jungen hebt Hofmann Fabian Kühnl hervor, der im Mittelfeld, wie auch später in der Abwehrkette seinen Mann stand. Mit Lukas Schimmer wurde ein weiterer Novize zur Stammkraft. Dazu entwickelten sich andere wie Lukas Bock oder Lukas Lohr weiter. So passte im Dettelbacher Meister-Puzzle ein Teil ins andere.

Die Kontinuität zeigte sich auch während der Saison, in der nur zwei Spiele verloren wurden. Zuletzt am 30. September gegen den späteren Absteiger Würzburger Kickers III. Von da an folgten 21 Spiele ohne Niederlage. Zur Winterpause lagen die Dettelbacher auf Platz drei, allerdings mit zwei Spielen weniger als der SV Heidingsfeld. „Wir waren lange in der Verfolgerrolle auf dem zweiten oder dritten Platz und hatten somit eine Drucksituation. Die Tabelle war für uns immer eine Art Konjunktiv: Wenn wir die Nachholspiele nicht gewinnen, dann ...“, blickt Thomas Hofmann zurück.

Doch auch davon ließen sich die DuO-Kicker nicht beeindrucken. Sie zogen ihr Ding durch. Viele Spiele wurden erst in der Schlussphase umgebogen. „Wir waren körperlich gut drauf und haben auch nach 70 oder 80 Minuten daran geglaubt, dass wir noch gewinnen können.“ Das ein oder andere Mal sei auch das Glück des Tüchtigen zur Hilfe gekommen, gibt Hofmann zu.

Leise Zweifel hatten nur die Trainer. „Wir befürchteten, dass die Welle nicht die gesamte Zeit anhalten kann. Aber die Mannschaft hat ihre Leistung immer wieder bestätigt.“ Mitkonkurrent SSV Kitzingen machten die vielen Nachholspiele zu schaffen. Der SV Heidingsfeld ließ ab und an doch Punkte, während die Dettelbacher auch die direkten Duelle meist für sich entschieden.

Einen Knackpunkt sah Hofmann im Spieltag Anfang Mai, als sich Dettelbach über ein 2:2 und verlorene Punkte in Sulzfeld ärgerte. Doch nur einen Tag später verlor der SSV überraschend in Versbach. Mit 80 erzielten Toren belegen die Dettelbacher auch in der Offensivwertung Platz eins. Bester Torschütze war Hofmanns Kumpel, Trainer- und Arbeitskollege Tim Reiner mit 24 Treffern. „Sportlich und menschlich verstehen wir uns sehr gut. Das macht die Arbeit einfacher.“ Reiners Tore dürften dem Kreisliga-Meister in der Bezirksliga fehlen, in der er Ende Juli seine Premiere geben wird.

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