Kitzingen

„Kompromisse sind notwendig“

Im Vorfeld der bayerischen Meisterschaft beschwerte sich ein Hammerwurf-Trainer darüber, dass in Kitzingen kein Wettbewerb in seiner Disziplin stattfindet.
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Nicht alle sind glücklich über die Vergabe der Bayerischen Leichtathletik-Meisterschaften der U16- und U23-Junioren nach Kitzingen. Denn im Sickergrundstadion können nicht alle Disziplinen stattfinden. Der UAC Kulmbach protestierte dagegen, dass die Wettbewerbe im Hammerwurf nach Erding verlegt wurden, wo am vergangenen Wochenende die Meisterschaften der U 18- und U 20-Junioren stattfanden. Denn der Verein sieht seine Athleten um den Saisonhöhepunkt betrogen und befürchtet, dass die Sportler nicht nur im Abseits stünden, sondern die ganze Sportart „systematisch ausgerottet“ werde, da Nachwuchsarbeit „zur Sinnlosigkeit verdammt“ sei.

Vereinsvorstand Martin Ständner, einst Bundestrainer der Hammerwerferinnen, schrieb deshalb im Namen seines Vereins: „Wir fordern den BLV auf, nur noch dorthin Bayerische Meisterschaften zu vergeben, wo Veranstalter gewillt sind, alle Leichtathletik-Disziplinen durchzuführen.“ Auf der Webseite des Verbands argumentiert BLV-Präsident Gerhard Neubauer gegen die Kritik aus Kulmbach: „Unser Ziel ist es, alle bayerischen Meisterschaften ausrichten zu können, aber nach Möglichkeit bei der Ortswahl auch immer zu variieren.“ Um nicht stets in denselben Stadien um Medaillen zu kämpfen, müssten Zwischenlösungen gefunden werden.

Dabei geht es vor allem um die Hammerwerfer und Stabhochspringer, die an einem geplanten Austragungsort wegen der dort fehlenden Anlagen bisweilen nicht starten können. Kitzingen sei mit seiner schönen Sportanlage und der gelungenen Ausrichtung des Bayerncups vor zwei Jahren eine hervorragende Adresse, verteidigt Neubauer den Veranstalter: „Wir achten bei der Vergabe darauf, dass alle Disziplinen abgedeckt sind, aber manchmal sind Kompromisse notwendig.“

Andreas Lapp, Abteilungsleiter bei Ausrichter TG Kitzingen und Vorsitzender im BLV-Bezirk Unterfranken, erklärt, dass der Wurfring auf dem Nebenplatz „bereits in die Jahre gekommen“ sei. Als dieser beim Bau der Sportanlage angelegt worden sei, habe es nebenan nur Wiesen und Felder gegeben. „Heute führt unter anderem ein Radweg daran vorbei. Die Anlage entspricht nicht mehr den Standards.“ Er ist froh darüber, „dass uns die Stadt beim Stabhochsprung entgegengekommen ist, so dass wir diesen Wettbewerb in Kitzingen anbieten können“, sagt Lapp.

Sportlich waren die Kulmbacher Nachwuchswerfer am vergangenen Wochenende in Erding übrigens sehr erfolgreich: Michelle Konopacki sowie Linus Liebenwald und Leonie Liebenwald, die bundesweit zu den Besten ihres Jahrgangs zählen, wurden dort mit teilweise deutlichem Vorsprung in ihren Altersklassen bayerischer Meister.

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