Über der sechsten Fahrt des TSV Rödelsee in die Fremde kreist die bange Frage: Kann der Drittliga-Aufsteiger erstmals Punkte mitbringen? Die Mannschaft reist an diesem Samstag zur SG Herrenberg/Haslach/Kuppingen, einem Gegner, der mit sieben Punkten gerade einen Zähler mehr aufweist als die momentan auf Rang 14 liegenden Rödelseer. Schon allein diese Zahlen belegen, dass für die Mannschaft einiges auf dem Spiel steht. Ein Sieg muss her bei der 1993 gegründeten Spielgemeinschaft aus dem württembergischen Landkreis Böblingen.

Für einen Rödelseer beginnt nach kurzer Zeit beim TSV schon die Abschiedstour. Der Kroate Marin Varvodic wird ab Dezember nicht mehr für den Aufsteiger spielen. Wie Teammanager Tobias Demel mitteilt, wird der Vertrag des 26-jährigen Kroaten zum 1. Dezember in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Varvodic, eingeplant für die Spielmacherposition und im Rückraum, hatte sich bereits im ersten Saisonspiel in Hochdorf an der Schulter verletzt. Anfangs schien es, als komme er um eine Operation herum. Bei genauerer Untersuchung hat sich nun herausgestellt, dass eine Operation notwendig ist. „Mit der Verletzung kann er der Mannschaft nicht weiterhelfen“, so Demel. „Wir haben die Situation besprochen und uns darauf geeinigt, den Vertrag aufzulösen.“

Der Verein hat sich schon nach Ersatz umgesehen. Am Mittwoch trainierte Rok Ivancic erstmals mit den Rödelseern, ein Mann, der die Spielmacherposition ausfüllen kann. Der 33-jährige Slowene spielte in seinem Heimatland schon für Maribor und Celje und zuletzt für den Schweizer Erstligisten RTV Basel. Seit ein paar Monaten pausiert er allerdings wegen einer Verletzung am Knöchel. Ob die Rödelseer den 32-maligen Nationalspieler verpflichten, wird sich nach einer medizinischen Untersuchung entscheiden.

Zunächst will Trainer Dusan Suchy mit seinem Kader in Herrenberg bestehen. „Das ist ein Tabellennachbar, für den es nur darum geht, uns zu schlagen. Wir wollen das Spiel nutzen, um dort etwas mitzunehmen“, sagt der Übungsleiter. Es gelte, an die zuletzt in Konstanz gezeigte Leistung anzuknüpfen, auch wenn sein Team personell eingeschränkt ist. Rechtsaußen Gabor Csorba spielt seit drei Wochen trotz einer angebrochenen Rippe, trotzdem übe man ein System mit einem Rechtshänder auf Rechtsaußen. Vom Gegner weiß Suchy, dass er eine starke rechte Seite besitze, zudem kann sich die SG auf zwei starke Torleute und ein euphorisches Publikum verlassen.