Gewichtheben

Kollektive Quäl-Bereitschaft

Nicole Aßmann und ihre Kollegen vom KSV Kitzingen verteidigen in der Bayernliga den zweiten Platz
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Erfolgreiches Comeback: Nicole Aßmann stand den KSV-Gewichthebern wieder zur Verfügung. Foto: Foto: Hartmut Hess

Selten können Trainer über eine ganze Saison hinweg so ein zufriedenes Fazit ziehen, wie Erwin Gilch von den Gewichthebern des Kraftsportverein (KSV) Kitzingen. „Es gab überhaupt nichts Negatives“, sagt Gilch und mit dem zweiten Platz in der Bayernliga, belegte seine Riege exakt den Platz, den er sich mit seinem Trainerkollegen Michael Fischer ausgemalt hatte.

Denn Platz eins wollten die Kraftmeier von der Glauberstraße gar nicht erklimmen, denn wie Gilch sagt, „haben wir da oben nichts verloren“. Mit da oben spricht er von der 2. Bundesliga, die bis ins letzte Jahr für vier Jahre der sportliche Tummelplatz für den KSV war. Vergangenes Jahr hatte der Gewichtheber-Bundesverband die Bundesligen reformiert und die 2. Ligen auf nur noch vier reduziert, womit sich das Leistungsvermögen der Zweitligisten ab dieser Runde deutlich erhöht hat und rein gar nicht mehr der Kragenweite des KSV entsprochen hätte. Die Versetzung in die Bayernliga erwies sich als die richtige Weichenstellung, zumal sich das bisherige Aushängeschild Armin Uhl zum ambitionierten Zweitligisten AC Mutterstadt verabschiedet hatte.

Der KSV akklimatisierte sich recht schnell in der Bayernliga. Mit Nicole Aßmann und Elijah Watson meldeten sich zwei Leistungsträger zurück, die aus Studiengründen zuvor länger pausiert hatte. Ohne Armin Uhl ging der KSV-Kader mehr in die Breite, und die Kitzinger bestritten eine unspektakuläre und zugleich erfolgreiche Saison. Mit dem Heimsieg über den KSC Attila Dachau stellte der KSV die Weichen zum Erringen des zweiten Tabellenplatzes. Vor zwei Wochen markierten die Kraftsportler in der heimischen Walter-Schneider-Sporthalle den Saisonhöhepunkt mit dem Erfolg über die Rodinger Bundesliga-Reserve. Das KSV-Sextett mit Nicole Aßmann, Stefan Aßmann, Thomas Stöhr, Elijah Watson, Alexander Heib, Torsten Zehner und Johannes Dworschak schaffte beim 2:1-Sieg mit 395,6-Relativpunkten die eigene Saisonbestleistung und überbot damit auch die Vorjahresmarke, als Armin Uhl noch dabei war. „Das ist das Resultat daraus, dass alle die Bereitschaft mitbringen, sich zu plagen“, resümiert Erwin Gilch. Nicht nur dank Chemie-Ingenieurin Nicole Aßmann stimmt die Chemie in der Mannschaft absolut, und mit Michael Fischer und Neuling Kevin Rüffert sprangen im Saisonverlauf zwei weitere Heber ein.

„Wir waren besser und die Konkurrenz zugleich schlechter“, unkt Erwin Gilch über den Saisonverlauf – gerade auf der Zielgeraden. Denn während der KSV gegen Dachau und Roding II wichtige Siege landete, waren die Dachauer nicht in der Lage, am letzten Wettkampftag die Kitzinger Pleite in Erding zu nutzen. Dort war der KSV ohne Alexander Heib (Taufpate) und Elijah Watson (USA-Urlaub) chancenlos. Michael Fischer und Erwin Gilch konnten diese Saison jedem Wettkampf – auch bei Niederlagen – etwas Positives abgewinnen. So hob Nicole Aßmann mit 67 Relativpunkten die drittbeste Leistung der zwölf Heber in Erding und Erwin Gilch bescheinigte Johannes Dworschak, „für seine aktuellen Möglichkeiten eine gute Leistung“, bei 51 Relativpunkten. „Der zweite Platz ist ein super Abschneiden für uns“, meint der überaus zufriedene Erwin Gilch.

Legt man die Saisonbestleistung zugrunde, wäre der KSV nur auf Rang vier der Bayernliga gelandet, doch durch die Konstanz kam der KSV auf 11:7-Punkte und verdrängte damit die Konkurrenten Roding und Dachau mit je 10:8-Punkten auf die Plätze drei und vier. „Wir haben zwei Mannschaften im Wettkampfbetrieb und eine viel versprechende Jugend, die nachkommt“, schildert Gilch für einen Gewichtheber-Klub fast paradiesische Gegebenheiten. Kein anderer Verein in Nordbayern kann dem KSV in dieser Hinsicht das Wasser reichen, und wenn beim Gewichtheber-Bezirkstag die Jahresbilanzen der Jugend vorgelegt werden, sind das eins zu eins die Erfolge des Nachwuchses vom KSV Kitzingen.

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