Der TSV Rödelsee hat im Duell der Aufsteiger gegen den VTZ Zweibrücken einen deutlichen 34:23 (15:12)-Sieg geschafft. Überraschend klar gingen die 60 Minuten an Rödelsee, da blieb Zweibrückens Trainer Mirko Schwarz nichts anderes übrig, als fair zu gratulieren. „Wir sind auf einen klar besseren Gegner getroffen, der einfach heißer war, das Spiel zu gewinnen“, fasste er zusammen.

Der „Held des Abends“ nahm die Glückwünsche später im Foyer der Halle entgegen. Ohne Schuhe stand Torhüter Thomas Paul da, dafür behielten er und seine Rödelseer die so wichtigen zwei Punkte. Nach 22 Minuten wechselte er für Max Deußen zwischen die Pfosten, um später nicht nur dem Zwei-Meter-Hünen Philipp Wiese sondern vor allem dem lettischen Ex-Nationalspieler Valdis Gutsmanis durch seine Paraden den Zahn zu ziehen.

Für die anfangs keinesfalls berauschende Darbietung des Drittletzten gegen den Letzten hatte der 25-Jährige eine einfache Erklärung. Der Druck sei schon spürbar gewesen. „Viele in der Mannschaft haben noch nie gegen den Abstieg gespielt“, entschuldigte Paul die zunächst hohe Fehlerquote. Immer wieder gerieten Zuspiele zu ungenau, Würfe aus guten Positionen wurden leichtfertig vergeben.

Eine Phase etwa um die 28. Minute verdeutlicht das fehlerhafte Nervenspiel. Beim 14:12 fing Rok Ivancic das Zuspiel von Jan Kästner nicht. Im Gegenzug bekam Zweibrücken eine Aktion wegen Stürmerfouls abgepfiffen. Wieder auf der Gegenseite warf Julius Weinhardt viel zu lasch aus der Distanz, beim Gegenangriff bekam Gutsmanis ein Zuspiel von Zintel nicht zu fassen.

Wenigstens traf Jan Käster in dieser Phase zum 15:12 (29.). Zuvor hatte er fünfmal hintereinander für Rödelsee getroffen, vom siebten bis zum elften Treffer (7:6, 16. bis zum 11:9, 20.) gingen alle Einschüsse auf sein Konto, was seine Bedeutung für den TSV wieder einmal unterstrich. Zweibrücken näherte sich auf 11:12 an, später auf 12:13, der Ausgleich blieb dem Gast aber verwehrt. Statt dessen legte Rödelsee drei Tore bis zur Pause drauf.

Die aus Sicht Zweibrückens vielleicht entscheidenden Minuten liefen gleich nach der Halbzeit ab. Bostjan Hribar musste nach nur neun Sekunden mit einer Zeitstrafe raus, doch der Gast scheiterte in Überzahl nicht nur zweimal an Torhüter Thomas Paul. Der VTZ nutzte die Überzahl-Chance nicht, um nur wenig später mit 12:18 (35.) hinten zu liegen. Rödelsee funkte fortan recht wirkungsvoll durch den nun vor der Abwehr agierenden Julius Weinhardt in die Passwege des Zweibrücker Rückraumes. Dazu sorgte Torwart Thomas Paul dafür, dass sich der Gast nicht mehr als auf vier Tore (21:17, 42.) annäherte.

Die Gastgeber stellten das selbstbewusstere und variablere Team. Der diesmal als Hallensprecher eingesprungene Bürgermeister Burkhard Klein ließ die Zuschauer in den letzten beiden Minuten aufstehen, um den Sieg einzuklatschen. Sichtlich erleichtert wirkte hinterher Trainer Dusan Suchy. „In der ersten Halbzeit hat uns die Hand noch gezittert, weil wir vielleicht zu viel wollten. Unsere Umstellung auf eine 5:1-Abwehr war ein Schlüssel“, fasste er zusammen.

Beim Gast wurde Trainer Schwarz deutlich. „Wir waren nicht in der Lage, an diesem Spiel in der zweiten Halbzeit teil zu nehmen.“ Auf den Blick auf die Tabelle verzichte er derzeit lieber, gestand er.

Sieger Rödelsee kann sich neben den zwei Punkten auch einen Neuen unter den Weihnachtsbaum legen. Zur Rückrunde kommt mit Max Brunner ein Spieler des Bayernligisten TSV Lohr. Er soll Christian Häckner ersetzen, der sich im Januar für einige Monate in Richtung Neuseeland verabschiedet.

3. Liga Süd Männer
 
TV Hochdorf – Kronau/Östringen II 38:33  
SV 08 Auerbach – HSC 2000 Coburg 21:26  
TGS Pforzheim – SG Herrenberg 29:29  
TSV Rödelsee – Zweibrücken-Saarpfalz 33:24  
HSC Bad Neustadt – Balingen-Weilstetten II 37:27  
TV Großsachsen – Köndringen/Teningen 23:25  
SV Kornwestheim – HSG Konstanz 26:26  
TSV Friedberg – TSB Horkheim 28:25  
 
1. (1.) HSC Bad Neustadt 14 14 0 0 411 : 313 28 : 0  
2. (2.) HSC 2000 Coburg 14 12 0 2 401 : 312 24 : 4  
3. (3.) TV Hochdorf 14 11 0 3 423 : 364 22 : 6  
4. (5.) Köndringen/Teningen 14 8 0 6 386 : 389 16 : 12  
5. (6.) HSG Konstanz 14 7 1 6 352 : 348 15 : 13  
6. (4.) TSB Horkheim 14 7 1 6 376 : 377 15 : 13  
7. (7.) TGS Pforzheim 14 6 2 6 382 : 374 14 : 14  
8. (8.) TSV Friedberg 14 6 2 6 367 : 382 14 : 14  
9. (9.) Kronau/Östringen II 14 5 2 7 419 : 415 12 : 16  
10. (11.) SV 08 Auerbach 14 4 3 7 378 : 406 11 : 17  
11. (12.) TV Großsachsen 14 5 1 8 348 : 361 11 : 17  
12. (10.) Balingen-Weilstetten II 14 5 1 8 390 : 413 11 : 17  
13. (13.) SG Herrenberg 14 4 3 7 370 : 395 11 : 17  
14. (14.) TSV Rödelsee 14 4 1 9 372 : 409 9 : 19  
15. (15.) SV Kornwestheim 14 3 1 10 363 : 413 7 : 21  
16. (16.) Zweibrücken-Saarpfalz 14 2 0 12 373 : 440 4 : 24  

Die Statistik zum Spiel

TV Rödelsee – VTZ Saarpfalz 33:24 (15:12)

Rödelsee: Max Deußen, Thomas Paul, Sebastian Vogt, Bostjan Hribar (6), Gabor Csorba (3), Lukas Demel (2), Julius Weinhardt (3), Andreas Paul (3), Rok Ivancic, Jan Kästner (11/3), Christian Häckner (1), Radovan Suchy (3), Maximilian Häckner (1).

Saarpfalz: Manuel Weinmann, Stefan Dreßler, Thorsten Bas (5/1), Philipp Wiese (5), Philipp Michel (1), David Biehl, Steffen Kiefer (3/2), Max Ulbrich (1), Valdis Gutmanis (1), Björn Zimtel (4), Marek Galla, Tobias Stauch (2), Raimonds Trifanovs (1), Tomas Mazar (1).

Schiedsrichter: Zeki Kaplan (Wiesbaden)/Benjamin Sirker (Griesheim).

Zuschauer: ca. 250.

Zeitstrafen: 2x Maximilian Häckner, Hribar – Michel, Ulbrich, Galla.

Siebenmeter: 3:3 (3:3 verwandelt).

Spielfilm: 2:2 (4.), 4:3 (6.), 6:6 (15.), 12:9 (21.), 13:12 (27.), 15:12 – 18:12 (35.), 20:13 (40.), 21:17 (43.), 24:19 (47.), 29:20 (50.), 31:21 (56.), 33:24.