Manchmal braucht es etwas länger für den Erfolg. „Es war ein langer Tag“, sagte Karl Jakob, der Jugendtrainer des Kraftsportvereins (KSV) Kitzingen nach der süddeutschen Mehrkampf-Meisterschaft der Jugend im pfälzischen Grünstadt. Dass er mit seinen Schützlingen von 5.30 Uhr bis 22.30 Uhr unterwegs war, rentierte sich, denn alle drei KSV-Starter erkämpften sich im Feld der insgesamt 160 Teilnehmer eine Medaille.

Bei den Mädchen des Jahrgangs 1997 belegte Laura Lackner den dritten Platz. Sie durfte damit ihren bisher größten Erfolg als Gewichtheberin feiern. Die Hohenfelderin markierte mit 30 Kilogramm im Reißen und 40 Kilogramm im Stoßen sowie 70 Kilogramm Zweikampfleistung persönliche Bestleistungen. Trotzdem reichte es nicht zum Sprung nach ganz vorne für die 15-Jährige weil Jessica Tussing (Ladenburg) und Laura Waldenberger (Obrigheim) noch stärker auftrumpften.

Im Mittelschwergewicht der Jungs des Jahrgangs 1999 verdiente sich Marcel Günter die Bronzemedaille unter sechs Konkurrenten. Er stellte ebenfalls nur neue Bestleistungen im Reißen (42 kg) und Stoßen (50 kg) sowie im Zweikampf (92 kg) auf. Der 13 Jahre alte Kitzinger verteidigte seinen Podestplatz im abschließenden Drei-Hopp-Sprung gegen den Pforzheimer Kevin-Vincent La.

In der Federgewichtsklasse dieses Jahrgangs belegte der zwölfjährige Julian Henke den zweiten Platz. Im Gewichtheben und beim Schockwurf mit der Vier-Kilogramm-Kugel hatte der leichtgewichtige Großlangheimer mit nur 35 Kilogramm Körpergewicht Nachteile gegenüber der Konkurrenz. Dagegen machte er im 30-Meter-Sprint und im Drei-Hopp-Sprung Boden gut, und so verteidigte er seinen zweiten Platz vor dem Lörracher David Wollmann. Julian Henke war als Titelverteidiger an den Start gegangen, er hatte aber keine Chance gegen den neuen Titelträger Max Tabel aus Lörrach, der mit überragender Ausbeute von 589 Punkten seine Konkurrenten klar distanzierte und großen Vorsprung vor Henke (461 Punkte) hatte.

Karl Jakob war sehr zufrieden mit dem Abschneiden seiner Schützlinge, vor allem im Kontext mit dem Trainings-Handicap. „Denn wir als Gewichtheber haben keinerlei Trainingsmöglichkeiten für die leichtathletischen Disziplinen“, nennt Jakob einen großen Nachteil der Kraftsportler.