Fußball-Relegation, Aufstieg in die Kreisklasse Schweinfurt

Kirchschönbachs Traum geplatzt

Neubrunn setzt sich im Elfmeterschießen gegen Kirchschönbach durch und kann sich über seinen Sieg doch nicht richtig freuen. „Eine Frechheit vom Verband“, wettert der Trainer.
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Frust und Freude nah beieinander: Während Neubrunns Spieler nach dem entscheidenden Elfmeter feiern, liegt Kirchschönbachs Torwart Philipp Seufert enttäuscht am Boden. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Zwölf Elfmeter waren nötig, dann stand das Aus für den SV Kirchschönbach fest. Mit 4:5 zog die Mannschaft im Elfmeterschießen gegen den FC Neubrunn den Kürzeren. Entschieden ist damit aber nur, dass Kirchschönbach weiterhin Kreisklasse spielt. Nur für den Fall, dass der FC Geesdorf den Sprung in die Bezirksliga schafft, ist Neubrunn direkt aufgestiegen. Scheitert Geesdorf, muss der Sieger von Mittwochabend noch einmal spielen: entweder gegen den SV Sylbach oder gegen den FV Egenhausen.

Ob noch ein Spiel erforderlich ist, wird sich erst Montagabend weisen. Ein Umstand, der Neubrunns Trainer Michael Hehn noch einmal die Zornesröte ins Gesicht trieb. „Ich finde das eine Frechheit vom Verband. Ich kann doch nicht bis Montag warten, das ist ungerecht. Dann heißt es, wir müssen noch einmal spielen. Das ist doch lächerlich.“ Trotzdem feierten die vielen, lautstarken Anhänger aus den Haßbergen schon einmal, während vor allem einem Kirchschönbacher nicht nach Feiern zu Mute war: Torhüter Philipp Seufert.

Er hatte in 120 Minuten fehlerfrei gehalten und dann beim letzten und entscheidenden Elfmeter etwas Pech. Nach dem Schuss von Matthias Stretz prallte der Ball vom Pfosten an Seuferts Schulter und rollte von dort aus ins Tor. Keine Chance für den Torwart, der Augenblicke später unweit der Neubrunner Jubel-Traube nahezu regungslos am Boden lag.

Einen Vorwurf brauchten sich die Kirchschönbacher nicht zu machen. Die Mannschaft hatte in den intensiven, temporeichen und umkämpften 120 Minuten alles gegeben. Bloß das Quäntchen Glück fehlte. Das wusste auch Spielertrainer Sebastian Saugel. „Wenn du so kurz davor stehst, ist es natürlich bitter. Für uns wäre der Aufstieg eine Zugabe gewesen und kein Muss, das haben wir immer gesagt.“ Gegner Neubrunn hatte mehr Spielanteile besessen und dank einer hohen Laufleistung die Kirchschönbacher Offensive kaum zur Entfaltung kommen lassen. So wurde Spielertrainer Andreas Loebl meist von Tobias Heckelmann in enge Manndeckung genommen.

Einmal klappte es doch. Nach einem Einwurf Mike Hemings in Neubrunns Strafraum legte die Abwehr den Ball quasi auf für Christian Loebl, und dessen wuchtiger Direktschuss aus rund 14 Metern flog flach ins lange Eck zum 1:0 (23. Minute). Neubrunn schüttelte sich kurz. Zehn Minuten später fiel nach einem Freistoß der Ausgleich. Marcel Pauer traf mit einem Kopfball unhaltbar aus elf Metern. Kirchschönbachs Sebastian Saugel war einen Tick zu spät abgesprungen und hatte so das Kopfballduell verloren.

Danach neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend, gefährliche Momente besaß eher noch Neubrunn. Aber die aufmerksame Kirchschönbacher Defensive ließ kaum etwas zu – auch weil der Gegner häufig zu ungestüm anrannte und der letzte Pass fehlte. Ein Flachschuss (48.) und ein Schlenzer von Michael Landgraf (67.), ein wegen Foulspiels nicht gegebenes Tor von Stretz (54.) und ein Schuss Fabian Schmitts auf das kurze Eck (72.) waren Neubrunns beste Szenen. Kirchschönbach hatte einen abgefälschten Freistoß Andreas Loebls aus 25 Metern, der sich auf die Latte senkte (77.).

In der Verlängerung tat sich wenig in der verbissen geführten Partie. „Da wollte keiner mehr Risiko gehen. Ich dachte, Neubrunn muss doch irgendwann einbrechen“, meinte Sebastian Saugel. Der FC ließ aber nicht locker und durfte nach der Elfmeter-Lotterie jubeln.

Das Spiel in der Statistik

SV Kirchschönbach – FC Neubrunn 4:5 i. E. (1:1 n. V.)

Kirchschönbach: Philipp Seufert; Mike Heming, Thomas Kühnl, Steffen Feth, Jan-Philipp Lechner, Sebastian Saugel, Andreas Loebl, Matthias Weiß (65. Tobias Gnebner), Christian Loebl, Alexander Rimer (46. Andreas Schröter), Andreas Strohhäcker (38. Oliver König).

Neubrunn: Robert Nagy; Alen Söldner, Matthias Virnekäs, Tobias Heckelmann, Holger Stretz, Paul Günther, Rene Kestler, Fabian Schmitt (82. Johannes Reinwand), Marcel Pauer, Michael Landgraf, Thorsten Landgraf (62. Janes Rippstein).

Schiedsrichter: Rene Kohl (Gochsheim).

Gelbe Karten: König, Strohhäcker, Saugel; Michael Landgraf.

Zuschauer: 765 (in Steinsfeld).

Tore: 1:0 Christian Loebl (22.), 1:1 Marcel Pauer (33.).

Elfmeterschießen: 1:0 Andreas Loebl, Fabian Schmitt schießt über das Tor, 2:0 Alexander Rimer, 2:1 Rene Kestler, Torwart Robert Nagy pariert gegen Tobias Gnebner, 2:2 Tobias Heckelmann, 3:2 Sebastian Saugel, 3:3 Michael Landgraf, 4:3 Christian Loebl, 4:4 Marcel Pauer, Torwart Robert Nagy hält gegen Matthias Weiß, 4:5 Holger Stretz.

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