Abtswind

Kein herzliches Willkommen

In der Bayernliga wird anders gespielt als in der Landesliga. Diese Erfahrung mussten die Abtswinder Aufsteiger in ihrem ersten Heimspiel machen.
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Stehengelassen: Bambergs Simon Schmoll (rechts) zieht mit einem schnellen Antritt an Abtswinds Adrian Dußler vorbei.

Lange war es nicht mehr der Fall gewesen, dass die Abtswinder in einem Ligaspiel derart unterlegen waren. Dass es in der Bayernliga auf mehr als auf bloßen Ballbesitz ankommt, brachten ihnen die Gäste aus Bamberg eine halbe Stunde lang schonungslos bei. Don Bosco lief mit hohem Tempo den Gegner an, der auf die ungewohnte Aggressivität des Pressens noch nicht vorbereitet schien. Dass sie nicht zum Begrüßen des Aufsteigers an den Fuß des Friedrichsberges gekommen waren, sondern dass es für sie in Abtswind um „die ersten drei Punkte gegen den Abstieg“ ging, sagte Bambergs Trainer Mario Bail nach dem Spiel. Um dieses Etappenziel zu erreichen, hatte er mit Patrick Hoffmann und Johannes Rosiwal auch zwei Angreifer aufgeboten.

Erst wenige Minuten war das Spiel alt, als Florian Warschecha sein ganzes Können gegen einen Kopfball Hoffmanns aufbieten musste. Als sich derselbe Vorstoß Bambergs fortsetzte, traf Daniel Hämmerlein den stürmischen Ulrich Spies im Außenbereich des Strafraums am Fuß. Den folgenden Strafstoß verwandelte Johannes Rosiwal unten links sicher zur frühen Führung der Gäste. In den Zweikämpfen überlegene Bamberger bestimmten die erste Viertelstunde und trafen kurz danach ein zweites Mal, so dass Christopher Kettler nach Rosiwals Flanke von links auf den langen Pfosten mit seinem platzierten Kopfball die Führung Bambergs erhöhte. „Die beiden Gegentore stellten uns vor eine riesengroße Hürde“, erkannte Abtswinds Trainer Mario Schindler.

Der Rückstand hätte zur Halbzeit höher ausfallen können, denn Bambergs Spielführer Nicolas Esparza schloss ein Solo mit einem Distanzschuss über das Tor ab und verfehlte das Ziel mit zwei wuchtigen Kopfbällen nach Rosiwals Ecken ebenso knapp. Zwischendurch lenkte Warschecha einen platzierten Schuss von Spies ins Aus. Bezeichnend für das Abtswinder Spiel war ein Freistoß Adrian Dußlers als erste und einzige Aktion der ersten Halbzeit, die Bambergs Torhüter Julian Glos parieren musste. Obwohl sich die Gäste bereits nach einer halben Stunde zurückgezogen hatten, um bei hohen Temperaturen mit ihren Kräften zu haushalten, gelang es den Hausherren nicht, das Spiel zu kontrollieren. „Wir hätten ein oder zwei Tore mehr erzielen müssen, dann wäre es früher durch gewesen“, stellte Bail zu den zielstrebigen Angriffen Bambergs fest.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zwar das Geschehen insofern, dass Abtswind mehr Anteile bekam, diese hatte ihnen der Gegner aber bereitwillig zugestanden. „Wir haben es gut verteidigt und wenig zugelassen“, fasste Bail die zweite Halbzeit zusammen. Als Roman Hartleb vor Glos stand, verkürzte Bambergs Torhüter geschickt den Winkel. Hartlebs Querpass erreichte noch Pascal Jeni, doch dessen Schuss verfehlte das Tor. Nach engagiertem Beginn der Gastgeber verwalteten die Gäste ihren Vorsprung zunehmend souveräner, so dass Abtswind trotz Bemühens nicht mehr derart aussichtsreich vor das gegnerische Tor kam. Nur ein Distanzschuss des eingewechselten Jonas Wirth sorgte für Abwechslung im sonst vergeblichen Anrennen. „Wenn sich keine Chancen ergeben, bringt der ganze Ballbesitz nichts“, folgerte Schindler.

Mit einem passgenauen Schuss in den Torwinkel erhöhte Kettler in der Schlussphase sogar noch den Sieg Bambergs, als Abtswinds Abwehr ihn zum Abschluss kommen ließ. Über den gelungenen Saisonstart der Seinen freute sich Bail ausgiebig: „Wir sind überglücklich, da uns bewusst war, dass es hier ein hartes Stück Arbeit wird.“ Schindlers Fazit fiel gegenteilig aus: „Das hatten wir uns ganz anders vorgestellt“, räumte er ein, doch hatte er gesehen, woran es seiner Elf vor allem in der ersten Halbzeit gemangelt hatte: „Wir müssen in der Bayernliga körperlich voll dagegenhalten und dürfen uns nicht den Schneid abkaufen lassen.“ Dies ergänzte Bail: „In dieser Liga hat jeder Gegner elf Maschinen auf dem Platz. Davon darfst du dich nicht beeindrucken lassen. Du brauchst einen Gegner gar nicht an die Wand zu spielen, sondern musst brutal effektiv sein.“

Die Statistik des Spiels

Fußball-Bayernliga Nord:

TSV Abtswind – DJK Don Bosco Bamberg 0:3 (0:2)

Abtswind: Warschecha - Wolf, Graf, Gibfried, Hämmerlein (66. Hummel) – Wirsching – Hartleb (79. Ruft), Endres (57. Jonas Wirth), Dußler, Hillenbrand – Jeni.

Bamberg: Glos – Strobler, Kettler, Müller, Leicht (59. Niersberger) – Esparza - Spies, Wunder, Schmoll – Patrick Hoffmann (81. Maximilian Hoffmann), Rosiwal (62. Jessen).

Schiedsrichter: Ehwald (Geldersheim).

Gelb: Graf, Wirsching, Jeni, Hummel; Esparza, Strobler, Müller, Schmoll.

Zuschauer: 300.

Tore: 0:1 Johannes Rosiwal (6. Foulelfmeter), 0:2 Christopher Kettler (17.), 0:3 Christopher Kettler (79.).

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