HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA FRAUEN

Junge Damen bringen Schwung

Was für ein Sprung: vom Fast-Absteiger zum Vizemeister binnen eines Jahres. Wie Marktstefts Frauen das hinbekommen haben, erklärt Trainerin Nadine Arlt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Sophie Wendel hat es in einer jungen Marktstefter Mannschaft zur Abwehrchefin gebracht.

Letzte Zweifel haben Marktstefts Handballerinnen mit ihrem Sieg am Mittwochabend gegen Bad Neustadt ausgeräumt: Sie werden die Runde in der Bezirksoberliga auf dem zweiten Platz und damit als Vizemeister abschließen. Was für ein Sprung, nachdem die Mannschaft im Vorjahr als Tabellenletzter nur deshalb in der Liga geblieben war, weil die SG Garitz/Nüdlingen ihre Reserve zurückgezogen hatte. Wie und ob es weitergehen würde, stand auf der Kippe.

Mit „schlechte Stimmung, Unzufriedenheit“ beschrieb Nadine Arlt die Situation damals. Das habe zuvorderst am ausbleibenden Erfolg gelegen und sei nicht ungewöhnlich. Ob es nun am Trainer oder an der Mannschaft liege, ohne Erfolg gebe es eben Ärger, schildert sie die Mechanismen im Sport. Um das Ganze vielleicht in den Griff zu bekommen, vor allem, um dem in den Startlöchern stehenden talentierten Nachwuchs ein Signal zu geben, fiel der Entschluss in der Abteilung, sich bei den Frauen neu aufzustellen.

Das sei auch nötig gewesen, um den drohenden Weggang weiterer Spielerinnen abzuwenden. Wer anders als Nina Dennerlein und Nadine Arlt könnten das im Verein. Das Duo brachte die Mädchen in den letzten vier, fünf Jahren bis in die bayerische Spitze, also müsste das auch bei den Frauen funktionieren. „Wir wollten eigentlich beide aufhören, aber es fand sich keiner“, schildert Arlt die Krux.

Erfolg lässt auf sich warten

Zu Beginn der neuen Runde sollte auch bei den Frauen der Erfolg einkehren. Doch daraus wurde erst einmal nichts. Die Runde begann mit fünf Niederlagen in sechs Spielen. Als Wendepunkt sieht Arlt das Spiel Mitte November in Heidingsfeld. Das Marktstefter Trainerduo setzte noch mehr auf die 16- und 17-jährigen Jugendlichen – und das zahlte sich aus. Von nun an begannen die Marktstefterinnen eine Serie. Neun Siege und ein Unentschieden fuhren sie ein.

„Die Jungen können gut zusammenspielen, wir haben sie gelassen und mit den anderen ergänzt“, sagt Nadine Arlt. Zudem sei Ina Hertlein, eine ihrer Talentiertesten, erst im Herbst 16 Jahre alt geworden und damit spielberechtigt für die Frauen. „Sie hat uns sehr verstärkt. Ina ist sehr schnell, klein und wendig, sie hat ein ganz anderes Tempo“, sagt die Trainerin. Hertlein hat ein Zweitspielrecht bei Rimpars Frauen in der Bayernliga.

In Cara Reuthal nutzt ein weiteres Talent diese Möglichkeit. Die Linkshänderin gehört zum Aufgebot des Frauen-Bayernligisten HC Erlangen und zur Bayernauswahl, ähnlich wie Amelie Müller. Zudem wurde Sophie Wendel als Nachwuchskraft immer mehr zum Fixpunkt bei den Frauen. Sie ist dort längst zur Abwehrchefin aufgestiegen.

Hinzu kommt, dass Nadine Arlt die Trainingseinheiten von A-Jugend und Frauen zusammengelegt hat. Dreimal die Woche wird gemeinsam geübt, was nicht nur den jüngeren Spielerinnen viel bringe. „Sie sind viel selbstbewusster geworden, nicht mehr so ängstlich“, hat die Trainerin festgestellt. Auch die älteren profitieren vom nun höheren Niveau beim Training.

Die Saat mit den jungen Nachwuchskräften soll weiter aufgehen, das haben sich die Marktstefter Verantwortlichen vorgenommen. Ein Konzept hat der Verein bereits. „Es soll insgesamt leistungsorientierter laufen, auch weil wir die Talente bei uns halten wollen“, sagt Nadine Arlt. Für die kommende Runde werde man wieder eine zweite Mannschaft bei den Frauen melden, um allen die entsprechende Spielzeit zu geben.

Die Landesliga als Fernziel

Einen Vorstoß Richtung Landesliga wolle man bei den Frauen noch nicht forcieren. Fast alle der aktuellen A-Jugendlichen sind in der kommenden Runde erneut in dieser Altersstufe spielberechtigt, darauf soll der Fokus liegen. „Die Mädels haben sich als Ziel gesetzt, nächstes Jahr Meister der A-Jugend-Bayernliga zu werden“, verrät Nadine Arlt. Das sei völlig in Ordnung, die Frauen-Landesliga könne noch etwas warten. „Wichtig ist, dass die Mädels Bock haben, in Marktsteft zu spielen. Aber wir würden schon gerne wieder einmal Frauen-Landesliga in der Marktstefter Halle sehen.“

Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.