Ein eher gewöhnlicher Schmetterball hat Lena-Marie Hofmanns Tennissaison mit einem Mal beendet. Die aus Marktbreit stammende Profitennisspielerin verletzte sich am letzten Spieltag der Zweiten Tennis-Bundesliga Süd so schwer an der Schulter, dass sie wohl in diesem Jahr nicht mehr in einem Turnier antreten wird. Zwei Sehnen in der Schulter ihrer rechten Schlaghand sind angerissen, eine sogar am Ansatz durch. Dazu ist die Kapsel stark lädiert.

Ende Juni beim Spiel in Offenbach geschah das Malheur. „Es war nur ein Schlag. Ich habe ausgeholt zum Schmetterball, und dann ist es passiert. Ich habe sofort gespürt, dass da was kaputt ist“, erinnert sich Lena-Marie . Danach pausierte die 23jährige drei Wochen lang komplett, immer in der Hoffnung, dass Besserung eintritt und sie um eine Operation herumkommt. Doch daraus wurde nichts, die Ärzte legten ihr eine Operation nahe, zu der sie sich auch entschloss.

„Autofahren geht im Moment noch nicht.“
Lena-Marie Hofmann über die Folgen ihrer Verletzung

In ihrer Wahlheimat München kam die Tennisspielerin vor gut drei Wochen unter das Messer. Die ersten Tage danach durfte sie überhaupt nichts machen – wenig Bewegung, kein Sport, auch weil die Schulter schmerzte. Inzwischen kann sie schon wieder ein wenig für ihre Fitness tun, Radfahren auf dem Ergometer, dazu wird sie vom Physiotherapeuten behandelt. Sie trägt nach wie vor eine Schiene, die sie auch bei manchen alltäglichen Dingen beeinträchtigt. „Autofahren geht im Moment noch nicht“, nennt sie ein Beispiel.

Anfang September rechnet Lena-Marie damit, dass sie zumindest wieder mehr Fitnesstraining zum Muskelaufbau betreiben kann. An den Tennisschläger ist aber noch lange nicht zu denken. „Ich darf drei Monate keinen Schläger in die Hand nehmen. Die Ärzte meinten, dass ich wohl damit rechnen muss, ein halbes Jahr auszusetzen“, sagt sie. Eine düstere Prognose – und das, wo sie gerade so gut in Form war. Seit Ende vergangenen Jahres erlebte sie einen Aufschwung. Sie hatte sich Anfang Juli bis auf Platz 305 in der Weltrangliste der WTA vorgearbeitet, ihre bisher beste Platzierung in der Welt. Damit wäre sie nicht mehr weit weg gewesen, für die Qualifikation für die US Open in Flushing Meadows melden zu können. Eine Teilnahme am Turnier im September in New York ist Lena-Maries Traum. Der muss nun wieder um ein Jahr verschoben werden.

Zu allem Unglück stieg Lena Hofmann mit ihrem Verein TC Luitpoldpark München auch noch aus der Zweiten Bundesliga Süd ab. Als Drittletzte erwischte es die Münchnerinnen nur, weil aus der Bundesliga ausgerechnet die beiden Süd-Vereine TC Amberg und Waldau-Stuttgart runter mussten. Zu tun hat die junge Sportlerin dennoch einiges. Als Studentin im Fach Sportmanagement stehen für sie im September wieder Prüfungen an. „Volkswirtschaft, Sportrecht und Vereinsmanagement. Das ist ziemlich viel im Bereich Betriebswirtschaft und hat weniger mit Sport zu tun. Aber Marketing und solche Bereiche interessieren mich schon“, sagt sie über ihre außersportliche Tätigkeiten. Für die dürfte sie in den nächsten Monaten mehr Zeit haben, als ihr lieb ist. Ob sie nun häufiger in ihrer Heimat Marktbreit bei ihrer Mutter sein wird? „Ab und zu an den Wochenenden, denke ich mal“, sagt sie. „Unter der Woche muss ich wegen der Behandlungen aber in München sein.“