"Für mich ist es faszinierend, auf die sich bewegende Scheibe zu schießen", begründet Katharina Falkenstein ihre Motivation, gerade diese Sportart zu betreiben. Die Schülerin gehört zu Deutschlands besten Schützinnen mit dem Luftgewehr auf die laufende Scheibe in ihrer Altersklasse.
"Mit elf Jahren begann ich mit dem Schießen", erklärte die mittlerweile 13-Jährige. Ganz am Anfang habe sie beim Sommer-Biathlon mit dem Lichtgewehr geschossen. "Als ich mit meinen Bruder Florian zum Schießen gegangen bin, merkte ich schnell, dass dieser Sport mir Spaß macht. Ich habe ich mich anschließend auf die laufende Scheibe spezialisiert."
Trainiert wird die Schülerin der Volkacher Mädchenrealschule von ihrer Mutter Ursel Falkenstein und vom Sommeracher Franz Völk. Viele Lehrgänge im Bezirks- und Bayern-kader runden ihr Übungsprogramm ab. "Ich trainiere zwei bis drei Mal in der Woche zwei Stunden sehr hart und intensiv für meinen Erfolg. In diesen zwei Stunden Zeit gebe ich im Schnitt rund 100 Schuss auf die laufende Scheibe ab", sagt Katharina Falkenstein. Zum Ausgleich und um fit zu bleiben, nehme sie an allen Schulsportarten teil, die möglich sind. "Hier kann ich vor allem meine Ausdauer und Kondition verbessern."
Der große Erfolg, vor allem 2011, aber auch schon im aktuellen Jahr, sei für sie ein großer Ansporn. "Ich möchte bis in die europäische Spitze vorstoßen und einmal an Europa- und Weltmeisterschaften teilnehmen", betont Falkenstein, die heuer nochmals in der Schülerklasse antreten darf und zurzeit im Bezirks- und Bayern-Kader schießt.

Zehn Tage im Monat unterwegs


Bis zu 10 000 Kilometer ist Katharina Falkenstein meist mit ihrer Mutter Ursel im Jahr unterwegs: "Ich reiste schon nach München, Frankfurt und Suhl, um dort Wettkämpfe zu bestreiten, aber auch um mit den anderen Schützen meiner Altersklasse zu trainieren." Zwei bis drei Lehrgänge finden pro Monat statt. Zehn Tage im Monat sei sie für ihren Erfolg unterwegs. "Solange vor allem die schulischen Leistungen stimmen, schieße ich weiter", erklärt die junge Dameselbstbewusst. "Wenn ich aber merke, dass ich Schießen und Schule nicht mehr schaffe, kommt für mich zuerst der schulische Erfolg." Begeistert von den Resultaten, dem Talent und vor allem vom Ehrgeiz Katharinas zeigt sich der Entdecker und Förderer, Trainer Franz Völk. "Wenn sie bei der Stange bleibt und keine Flausen bekommt, besitzt sie das Können und das Talent, auf nationaler und internationaler Ebene ganz groß herauszukommen." Sie sei für ihr Alter unheimlich ehrgeizig und wüsste schon genau, was sie wolle.
"Wenn sie 2012 wieder Deutsche Meisterin wird - alles spricht dafür - dann wäre sie die einzige Schülerin, die drei Mal hintereinander diesen Titel geholt hat", erklärt Völk. Jedes Jahr habe die Münsterschwarzacherin ihre Schießleistung gesteigert. 2010, bereits mit zwölf Jahren, holte sich Katharina Falkenstein den nationalen Titel. Mit einer Ausnahmegenehmigung des Kitzinger Landratsamtes begann Katharina schon sehr früh mit diesem Sport und feierte gleich im ersten Wettkampfjahr die deutsche Meisterschaft der Schüler im Luftgewehr laufende Scheibe Schüler.
Zu dieser Zeit war Katharina noch völlig unbekannt. Die Verantwortlichen des Bayerischen Sportschützenbunds erkannten jedoch schnell ihr außergewöhnliches Talent und förderten sie kräftig im Bezirks- und Bayern kader.

Große Unterstützung der Eltern


Auch ihre Eltern erkannten die Fähigkeiten ihrer Tochter und unterstützen sie, wo sie nur können. "Dies ist sehr ungewöhnlich, dass sich die Eltern so einsetzen", freut sich Völk. "Wenn Katharina weiter so trainiert und bei der Stange bleibt, traue ich ihr ohne Weiteres zu, auch international bei Europa- und Weltmeisterschaften eine große Rolle zu spielen." Die Schützin selbst stellt die Motivation in den Vordergrund: "Solange es mir Spaß bereitet, möchte ich mit dem Schießen weitermachen."