FUSSBALL: BEZIRKSLIGA

In Wiesentheid wächst die Zuversicht

Trotz mancher Probleme hat Trainer Hassan Rmeithi sein Team an die Tabellenspitze geführt. Wie soll das erst werden, wenn es einmal im Vollbesitz seiner Kräfte ist?
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Was tut sich da Spannendes? Wagen die Wiesentheider schon einen Blick über die Bezirksliga hinaus? Will Foto: Foto: Hans

Nach elf Spielen steht der TSV/DJK Wiesentheid an der Tabellenspitze der Bezirksliga Ost, was nicht ganz unerwartet kommt, wenn man einen Blick auf den im Sommer von Trainer Hassan Rmeithi zusammengestellten Kader wirft. Legt man aber Aufstellungen und Auftritte der Mannschaft zugrunde, mutet das Abschneiden des letztjährigen Abstiegskandidaten doch ein wenig überraschend an.

Flach zu halten versuchte Hassan Rmeithi den Ball vor der Saison. Zeit, sich zu finden, wollte der ehrgeizige Trainer seiner Mannschaft geben, die zwar größtenteils aus dem Personal der vergangenen Runde besteht, aber eben auch namhaft ergänzt wurde: mit Kickern wie Andreas Ganzinger, Carmine de Biasi oder Fazdel Tahir, die bereits in der Bayernliga spielten.

Mit dieser neuen Qualität wollten die Wiesentheider denn auch die Spitze der Bezirksliga erobern. Doch verwies ihr Coach gebetsmühlenartig darauf, dass die Mannschaft seine Spielideen erst verinnerlichen müsse und es zudem nicht mit ein paar neuen Akteuren ruckartig möglich sei, aus einem Abstiegskandidaten einen Aufstiegsanwärter zu entwickeln. So weit die Theorie.

Doch rasch belehrten die Wiesentheider ihren Trainer eines Besseren. Schon in der Vorbereitung zeigten sie sich in guter Frühform, hielten Landesligisten wie Kleinrinderfeld und Lengfeld ebenso in Schach wie den Bayernligisten FC Sand. Wiesentheid galt angesichts seines Kaders auch bei der Konkurrenz als heißer Anwärter auf den Titel. Insofern ist er seinem Ruf bisher nur gerecht geworden. Für Rmeithi ist klar: „Wenn man genauer hinschaut, wie die vergangenen Wochen gelaufen sind, müssen wir mit diesem Abschneiden zufrieden sein, selbst wenn wir uns etwas mehr erhofft hatten.“

Besonders in der Entwicklung der Mannschaft wollte Rmeithi schon etwas weiter sein. Aber die ständigen Ausfälle hätten ihn und das Team gebremst. Da waren anfangs die Urlauber, die in den Sommermonaten im-mer wieder Wechsel nötig machten. Dann kamen größere Verletzungen hinzu. So standen drei Neuzugänge über einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung. Carmine de Biasi leidet seit Wochen an Knieproblemen. Andreas Ganzinger brach sich gegen Oberschwarzach den Finger – vorher hatte er mit seiner Wade zu kämpfen. Zu schlechter Letzt muss Fazdel Tahir wegen Beschwerden im Oberschenkel Abstriche machen. Emre Zeyrek kommt bislang erst auf einen Kurzeinsatz.

Als einziger Neuling hat Eray Cadiroglu, der aus Forst kam, alle Begegnungen absolviert. „Im Großteil der Spiele“, sagt Rmeithi, „standen fast ausschließlich Spieler auf dem Feld, die schon vergangene Saison hier waren und gegen den Abstieg spielten.“ Sie hätten einen großen Leistungssprung gemacht und trügen großen Anteil daran, dass die Wiesentheider aktuell auf Platz eins stehen. Herausragend dabei: Jan Molitor, die unumstrittene Nummer 1 und der Torwart mit den wenigsten Gegentoren der Klasse, und Torjäger Lukas Huscher. Der Angreifer kommt bereits auf sieben Treffer in zehn Einsätzen. Aber nicht nur die eigenen Leistungen tragen dazu bei, dass die Rot-Schwarzen punktgleich mit zwei anderen Erster sind.

Auch die Ausgeglichenheit der Liga helfe. „Es kann jeder jeden schlagen – egal ob der Spitzenreiter gegen das Schlusslicht spielt“, sagt Rmeithi. So hätten sich auch seine Schützlinge schwer getan gegen Sand II und kein gutes Spiel gezeigt – ebenso wie beim Unentschieden in Dampfach, wo die Mannschaft personell ausgezehrt war. Doch das Lazarett lichtet sich laut Rmeithi in den kommenden Wochen, und so sollen auch ständig wechselnde Aufstellungen aufgrund diverser Ausfälle bald der Vergangenheit angehören.

Diesen Sonntag, beim Gastspiel in Bergrheinfeld, werde man zwar noch einmal improvisieren müssen, doch Besserung ist in Sicht. „Wir müssen im Winter hart arbeiten, und danach hoffe ich, dass wir unser Potenzial endlich ausschöpfen“, sagt Rmeithi. Denn ohne die größeren und kleineren Probleme stünde man noch besser da.

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