Null Punkte, fünf Niederlagen und 2:22-Tore: So ernüchternd liest sich die Bilanz bei der Kreisliga-Spielgemeinschaft aus Kirchschönbach und Prichsenstadt. Zuletzt setzte es ein 0:7 bei der Bayernligareserve des FC Schweinfurt 05. Die Frage nach der momentanen Stimmung dort erübrigt sich damit wohl, auch wenn Spielertrainer Sebastian Saugel die Situation etwas relativiert. „Wenn man letzte Woche die Mappe mit den Spielerpässen von hinten her aufgeblättert hat, dann hatte man die komplette Mannschaft vom Vorjahr.“

Hinten in der Mappe werden normalerweise die Fehlenden einsortiert. Ganze vier Stammspieler aus der vergangenen Saison standen beim SV Kirchschönbach in den letzten beiden Partien auf dem Feld. Der Grund für die personelle Misere: Bis zu elf Verletzte, oder Fehlende, darunter auch Saugels Spielertrainer-Partner Thorsten Seufert. Da gehen dem Kreisligisten die personellen Alternativen aus.

„Wir hatten letzte Woche noch Glück, dass unsere Reserve spielfrei war. Die Spieler geben ihr Bestes, aber das ist dann eine Mannschaft, die vielleicht vorne in der A-Klasse oder hinten in der Kreisklasse mitspielen könnte“, kommentiert Saugel die Lage. Auf seiner Abwesenheitsliste standen die Kühnl-Brüder Alexander und Thomas, Christian Loebl, Matthias Weiß, Oliver König, Alex Rimer und noch weitere.

Wenigstens kann der im täglichen Leben als Chemielaborant tätige Saugel seit Beginn dieser Runde wieder selbst mitmischen. Probleme im Leistenbereich plagten ihn, so dass er nahezu die komplette Rückrunde der vergangenen Saison pausieren musste. Die Diagnose hieß Schambeinentzündung. Eine wahre Odyssee bei Ärzten und Physiotherapeuten brachte Saugel hinter sich. Selbst die Kernspintomografie brachte nicht die gewünschten Aufschlüsse. Besserung trat erst ein, als ein Spezialist in Forchheim feststellte, dass die Probleme ihren Ausgangspunkt in der Bauchmuskulatur hätten. „Ich wurde dreimal gespritzt, dann war ich schmerzfrei.“ Von April bis Juli pausierte der Spielertrainer dennoch.

Die Negativserie zum Start in dieser Runde ließ die Moral bei einigen Akteuren schon sinken, auch die Einstellung litt, wie Saugel moniert. „Würden wir vorne dran stehen, würde der eine oder andere vielleicht auf die Zähne beißen und trotzdem spielen.“ Schon die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung sei nicht optimal gewesen, so Saugel. „Manchen sind halt andere Dinge wichtiger.“ Zuletzt gegen die vermeintlichen Spitzenteams gewährten die Verantwortlichen den länger angeschlagenen Akteure lieber noch etwas Pause, um sie in den nun folgenden „Wochen der Wahrheit“ auf dem Platz zu haben.

Mit der Partie gegen Aufsteiger TSV Theilheim beginnen für die Gemeinschaft die lösbaren Aufgaben. Danach stehen Spiele gegen Herlheim, Kleinlangheim, oder FT Schweinfurt II an, in denen Kirchschönbach Punkte für den Winter sammeln will und muss, um die bisherigen vier Jahre in der Kreisliga zu verlängern.

Dass die Runde auch nach dem Weggang von Gallionsfigur Andreas Loebl nicht leicht werden würde, war nicht nur Sebastian Saugel klar. Fünf Jahre hatten beide gemeinsam als Spielertrainer das Erfolgsmärchen der Gemeinschaft geschrieben, bis Loebl nun als Spieler nach Wiesentheid wechselte. „An einem allein kann es nicht liegen. Wenn im Vorjahr so viele gefehlt hätten, dann hätte der Andi das auch nicht ausgleichen können.“ Zudem habe man bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten fast bis zum Schluss um den Klassenerhalt gebangt, gibt Saugel zu bedenken.

Wenigstens einen Lichtblick hat der aus Kirchschönbach stammende Defensivmann mit Philipp Seufert. Der Torhüter wurde für diese Saison aus der Jugend hoch gezogen. „Wir sind froh, ihn zu haben. Er macht seine Sache prima, auch wenn es im Moment gerade für einen jungen Torwart schwierig ist bei uns“, lobt ihn der Trainer. Dazu sei auch die Stimmung im Umfeld noch ruhig. „Die Zuschauer haben auch gesehen, dass einfach nicht mehr möglich war“, spricht Saugel von der jüngsten Vergangenheit. Möglichst ab sofort soll alles anders werden. Erfolgreicher! Zumal die personelle Situation wesentlich freundlicher aussehen wird.