Handball-Landesliga Nord Männer

In Etwashausen bleibt die Zeit stehen

Am Ende streikt auch noch die Hallenuhr: Die Serie von Pech und Pannen gipfelt für Etwashausens Männer in einer weiteren Niederlage. Das Häuflein Aufrechter verliert zu Hause 26:34.
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Mutmacher: Trainer Taborsky (links) spricht Etwashausens Andreas Motscha Trost zu. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Das Aufgebot der Männermannschaft des TV Etwashausen, das im Heimspiel-Heftchen zu finden ist, umfasst 17 Spieler. Zur Partie ge-gen den TV Roßtal meldeten sich am Samstag gerade einmal sieben Akteure einsatzfähig, dazu musste das Trainergespann Thomas Hanft und Willi Taborsky noch drei Kräfte aktivieren, die gar nicht dem Landesliga-Kader angehören: Torwart-Routinier Wolfgang Lips (38), Andreas Motscha (25) und Dominik Ruschin (29), alle aus der zweiten Garde, mussten ran, um wenigstens ein paar Alternativen zu haben. „Vielleicht wird ja der Thomas noch einmal eingreifen oder ich selbst“, sagte Willi Taborsky nach der 26:34 (9:16)-Niederlage mit Galgenhumor.

Mit Hanft zusammen muss Taborsky neben den sportlichen Aufgaben auch für gute Laune in der Mannschaft sorgen, was nicht immer einfach ist. „Wir versuchen von außen, bei allem Ernst die Lockerheit nicht zu verlieren. Das ist die einzige Chance, die wir im Moment haben“, sagt er über die schwierige Phase. Gegen Roßtal schien es für das Häufchen der TVE-Aufrechten eine aussichtslose Mission zu werden. Dann aber verkürzten Andreas Kister in der 22. Minute per Konter und Denis Motscha aus dem Rückraum auf 8:11, zu einer Zeit, da der TVE nur vier Feldspieler auf dem Parkett hatte.

Andreas Trabold hatte zuvor seine zweite Zeitstrafe vom recht kleinlich leitenden Schiedsrichter-Frauengespann Elfinger/Wölfel erhalten. Torhüter Wolfgang Lips konnte die Entscheidung der Unparteiischen nicht verstehen und durfte gleich mit auf die Strafbank. Erst jetzt nutzten die Gäste ihre Überlegenheit, und über 14:8 zogen sie bis zur Halbzeit noch auf 16:9 davon.

Roßtal offenbarte einige Konzentrationsmängel, die Trainer Carsten Peine hörbar auf die Palme brachten. Sein Team gab aber die Partie nie aus der Hand, obwohl vor allem Andreas Kister aus fast allen Lagen warf. Mit einer doppelten Manndeckung versuchte der TVE anfangs der zweiten Hälfte, die Roßtaler aus dem Konzept zu bringen, was nicht so recht gelang. Es fehlte die Kraft, um den Gegner ins Wanken zu bringen.

Bezeichnend war die Szene nach etwa vierzig Minuten: Denis Motscha wollte auf die Bank, um zu verschnaufen, aber Trainer Hanft blockte ab. „Das kannst du vergessen“, musste er dem 18-Jährigen antworten. Dass die Situation an den Nerven der Spieler zehrt, zeigten zwei Situationen. In der ersten Halbzeit dampfte Tobias Herrling einmal wutschnaubend vom Feld, wohl weil er kein glückliches Händchen gehabt hatte. Im zweiten Durchgang nahm Maximilian Schmidt sichtlich verärgert den Weg vom Spielfeld direkt in den Gang. Thomas Hanft beruhigte beide wieder.

Später – es stand 14:23 – nahm der TVE noch einmal eine Auszeit. Nun sprach Willi Taborsky den Etwashäu-sern Mut zu. Aber Roßtal zog bis auf zehn Tore weg (17:27, 48.), am Ende korrigierte Etwashausen das Ergebnis und hielt es mit 26:34 im Rahmen. Doch wäre selbst unter den bescheidenen personellen Voraussetzungen mehr drin gewesen. „Das ist das Traurige. Wenn wir die Hälfte der herausgespielten Chancen nutzen, kannst du hier sogar was holen“, musste Taborsky erkennen.

Zu leichtfertig vergaben seine Spieler manche Option. So setzte Andreas Trabold einen Siebenmeter ans Lattenkreuz, Sekunden später versuchte sich Andreas Kister beim Strafwurf vergeblich an einer riskanten Heber-Variante. Am Ende streikte auch noch die Hallenuhr. Bei 57:41 Minuten blieb die Zeit stehen. Das Kampfgericht um Etwashausens Abteilungsleiter Hans Sauer bemühte die Stoppuhr für die restliche Spielzeit. Improvisation scheint in diesen Tagen in allen Bereichen beim TVE gefragt.

Das Spiel in der Statistik

TV Etwashausen – TV Roßtal 26:34 (9:16)

Etwashausen: Bastian Imhof, Wolfgang Lips; Andreas Trabold (4/2), Maximilian Schmidt (5), Tobias Herrling (1), Andreas Motscha, Christian Pfeuffer (2), Andreas Kister (10), Dominik Ruschin, Denis Motscha (4).
Roßtal: Thorsten Neukirchen, Florian Blaßneck; Lukas Franke (2), Michael Stockfleth (1), Rene Gerbing (2), Sebastian Schuh (8/2), Reinhold Polster (4), Tobias Hartmann (8), Andreas Schoberth (3), Manuel Erben (2), Sören Hirschsteiner (4).
Schiedsrichter: Andrea Elfinger (HC Erlangen)/Kerstin Wölfel (TSV Röthenbach).
Zuschauer: 120 (geschätzt).
Zeitstrafen: 3x Trabold, Herrling, Andreas Motscha, Lips; 2x Polster, Franke, Schuh, Schoberth, Hirschsteiner.
Rote Karte: Trabold (Etwashausen) nach der dritten Zeitstrafe (57.),
Siebenmeter: 3:4 (2:2 verwandelt).
Spielfilm: 1:4 (6. Minute), 4:4 (10.), 6:9 (16.), 8:13 (25.), 9:16 (Halbzeitstand); 11:18 (34.), 15:25 (45.), 21:27 (52.), 23:31 (55.), 26:34 (Endstand).

Landesliga Nord Männer

TSV Partenstein – DJK Waldbüttelbrunn 21:29  
TV Etwashausen – TV Roßtal 26:34  
TV Münchberg – ASV Cham 37:25  
TV Helmbrechts – TS Selb 28:23  
MTV Stadeln – TG Landshut 19:28  
TSV Mainburg – HG SGS/TV Amberg 19:24  
HSV Main-Tauber – HSG Lauf/Heroldsberg 28:28  

1. (1.) TG Landshut 17 15 0 2 518 : 426 30 : 4  
2. (2.) DJK Waldbüttelbrunn 17 14 1 2 502 : 367 29 : 5  
3. (3.) TV Münchberg 17 12 0 5 566 : 485 24 : 10  
4. (4.) HSG Lauf/Heroldsberg 17 9 3 5 512 : 469 21 : 13  
5. (5.) TV Roßtal 17 10 1 6 493 : 472 21 : 13  
6. (6.) ASV Cham 17 7 4 6 484 : 477 18 : 16  
7. (7.) TSV Partenstein 17 8 1 8 468 : 475 17 : 17  
8. (8.) TV Helmbrechts 17 8 0 9 501 : 498 16 : 18  
9. (10.) HSV Main-Tauber 17 6 3 8 500 : 528 15 : 19  
10. (9.) TS Selb 17 7 0 10 451 : 461 14 : 20  
11. (11.) HG SGS/TV Amberg 17 5 1 11 454 : 509 11 : 23  
12. (12.) MTV Stadeln 17 4 1 12 436 : 532 9 : 25  
13. (13.) TV Etwashausen 17 3 1 13 472 : 587 7 : 27  
14. (14.) TSV Mainburg 17 3 0 14 388 : 459 6 : 28  

 

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