Der Blick auf die reinen Zahlen lässt Dominik Hochrein keine Ausflüchte. „Im Endeffekt ist das die schwierigste Phase, seit ich beim SV Bütthard bin“, gibt der Spielertrainer zu. Vor zwei Wochen beförderte eine deprimierende 0:5-Pleite bei Aufsteiger Willanzheim die Büttharder auf den letzten Platz der Kreisliga bei bereits 36 Gegentreffern – und vorigen Sonntag verabreichte ihnen Titelkandidat Heidingsfeld die nächste bittere Pille (2:7).

Dabei sah Hochrein zuletzt im trüben Büttharder Herbstanfang manchen Hoffnungsschimmer. „Wir haben das Spiel relativ offen gehalten. Aber Heidingsfeld bestrafte eben jeden Fehler eiskalt. Wir müssen versuchen, hinten die Fehler abzustellen und vorne nicht so viele Chancen zu vergeben“, sagt er. Es ist ein in derlei Fällen typisches Muster, auf das er in misslichen Zeiten zurückgreift. Bütthard zeigt derzeit hinten wie vorne Schwächen. Hochrein trifft die Misere nicht ganz unerwartet. „Ich habe eine schwierige Runde befürchtet, da ich wusste, dass es von der Qualität nicht einfach wird“, sagt der 23-Jährige. „Die Würzburger Vereine haben sich verstärkt, bei uns ist Patrick Gutknecht weg, Daniel Schühl spielt im Moment nicht und Daniel Baumann wird bis zum Winter verletzungsbedingt fehlen.“

Vor allem der Wechsel des Tor-Garanten Gutknecht, der in der vergangenen Saison 21 Mal traf, hat Spuren hinterlassen. Trotz angeblicher Zusage zu Trainer und Klub habe sich der Angreifer kurzfristig für den Ligakonkurrenten FC Eibelstadt entschieden, es habe „intern Stress“ gegeben, sagt Hochrein. „Traurig, wie das gelaufen ist“, findet es der Spielertrainer, der bei dem Thema „nicht nachkarten“ möchte. Außer Baumann und Schühl wird auch Thomas Neckermann länger fehlen. „Das sind Spieler, die wir nicht ersetzen können“, klagt Hochrein. Er muss Leute der zweiten Garde heranführen, deren Bemühen er anerkennt. Aber ihnen fehle eben noch die Qualität.

Gefordert ist der junge Spielertrainer in diesen Wochen jedenfalls auf allen Ebenen. Ob als Psychologe, der auch mal zum Einzelgespräch bittet, ob als Analytiker, der die begangenen Fehler aufzeigt, „damit wir sie wieder ausbügeln“, oder als Motivator, trotz der kritischen sportlichen Lage. „Wir dürfen die Freude am Fußball nicht verlieren.“ So oder so, Punkte müssen in den laut Spielplan verbleibenden neun Partien bis zur Winterpause so schnell wie möglich her. „Nur darauf zu hoffen, dass es nach dem Winter besser wird – so können wir nicht an das Ganze herangehen“, rechnet der Bankkaufmann seine Gleichung vor. Zumal in den kommenden Wochen einige Duelle mit Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib anstehen.

Nur nicht den Anschluss verlieren, ist Hochreins Devise. Gegen den SV Heidingsfeld habe es bereits gute Ansätze gegeben, an die es anzuknüpfen gelte. Im Umfeld herrsche keine Panik, Vorstand und sportliche Leitung „schätzen die Lage zum Glück richtig ein“, so Hochrein. Nicht nur sie wissen, dass ein sportlich harter Winter drohen könnte. Im zweiten Teil dieser Runde sollen dann Daniel Schühl nach seinen Prüfungen und Daniel Baumann nach seiner Schulterverletzung wieder einsteigen.

Etwas Trost könnte der SV Bütthard in der Bilanz des Vorjahres finden. Da standen zur gleichen Zeit nur fünf Punkte mehr auf dem Konto, kurz vor der Winterpause erzielte der Klub noch wichtige Siege. So bezwangen Hochreins Mannen seinerzeit die Dettelbacher, die nun erneut warten, mit 3:1. Vielleicht ein gutes Vorzeichen für diesen Sonntag? „Das wird schwierig, Dettelbach hat eine gute Abwehr“, so Hochrein, der zuletzt angeschlagen auflief. Er weiß, dass auch diesmal der Fokus des Gegners verstärkt auf ihn gerichtet sein wird.