ABTSWIND

Graf sieht Rot beim Abtswinder Betriebsunfall

Das hatte sich jeder anders vorgestellt beim TSV Abtswind. Mit einem 1:4 (0:2) zog der Titelkandidat auf eigenem Platz den Kürzeren und steht nach drei Partien mit nur einem Punkt da. Ein klassischer Fehlstart in die Runde also, vor der sich der Verein selbst das Ziel Aufstieg gesteckt hatte.
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Wo geht's lang?: Abtswinds Trainer Thorsten Götzelmann ist in dieser Szene eine gewisse Ratlosigkeit anzumerken. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Das hatte sich jeder anders vorgestellt beim TSV Abtswind. Mit einem 1:4 (0:2) zog der Titelkandidat auf eigenem Platz den Kürzeren und steht nach drei Partien mit nur einem Punkt da. Ein klassischer Fehlstart in die Runde also, vor der sich der Verein selbst das Ziel Aufstieg gesteckt hatte.

Entsprechend bedröppelt waren die Mienen von Spielern, Verantwortlichen und Fans nach den 90 Minuten. Sogar der heiße Sommer hatte eine Pause eingelegt und schickte – beinahe symbolträchtig – stürmischen Wind, gepaart mit dunklen Wolken über das Sportgelände. Co-Trainer Wolfgang Oddoy drückte bei der Pressekonferenz die Stimmung am besten aus: „Mir fehlen im Moment die Worte. Jetzt müssen wir schnellstens in die Spur kommen.“

Später ergriff Abtswinds Manager Christoph Mix das Wort, um einige Sätze an die Runde zu richten, die sich nach psychologischer Aufbauarbeit anhörten. Er habe Verständnis, dass die Fans unglücklich seien. Die Mannschaft wurde punktuell verstärkt, man müsse ihr etwas Zeit geben, sich zu finden. Die Verantwortlichen stünden „voll zu dem, was hier abläuft. Man sollte das heute als Betriebsunfall bezeichnen. Es geht positiv weiter“, erklärte er seine Sicht der Dinge.

Auf dem Spielfeld war Abtswind von einer völlig umgekrempelten Ansbacher Mannschaft bezwungen worden, die nach einigen Problemen nur noch fünf Akteure aus der Bayernliga-Saison im Kader hat. Ein großer Teil habe, so Trainer Andreas Heid, im Vorjahr noch in der zweiten Mannschaft oder in der A-Jugend gespielt. Als spielstark erwiesen sich die Ansbacher, nachdem sie die erste Druckwelle der Hausherren überstanden hatten. Mit frühem Stören und viel Tempo hatte der TSV begonnen und Ansbach eingeschnürt. Zählbares blieb aber aus.

Die Gäste machten mit ihrer ersten guten Aktion die Führung, als Kapitän Hasselmeier einen Eckball freistehend wie aus dem Lehrbuch ins Tor zum 0:1 einköpfte (25.). Je länger die Partie lief, desto mehr zeigten die Ansbacher jene spielerische Leichtigkeit, die Abtswind fehlte. Beeindruckend etwa das Tor zum 0:2, als zunächst der auffällige Patrick Kroiß seinen ebenso wendigen Mitspieler Patrick Pfahler einsetzte. Der tunnelte zunächst Michael Herrmann, um dann aus spitzem Winkel satt ins Tor um 0:2 zu schießen (41.).

Dass der Rückstand Wirkung zeigte, ließ sich wenig später erkennen. TSV-Verteidiger Adrian Graf war von Kroiß gefoult worden. Der Unparteiische pfiff und gab Freistoß für Abtswind, doch plötzlich packte Graf den Gegner und schubste ihn zu Boden. Schiedsrichter Fenkl zeigte Rot für die unbesonnene und unverständliche Aktion des Ex-Regionalliga-Akteurs (44.).

Bei der Aufholjagd in Unterzahl benötigte Abtswind im zweiten Abschnitt zunächst mächtig Glück, dass Ansbachs flinke Flitzer zwei Konter liegen ließen (49., 51.). Dann aber drehte der TSV auf, der mit Jürgen Endres einen Ideengeber eingewechselt hatte. Kamolz gelang auf dessen Vorlage das 1:2 (60.), doch die Hoffnung auf Mehr zerstob schnell. Wieder war Kroiß beim Konter auf und davon und vollendete zum 1:3 (67.). Abtswind riskierte alles, blieb aber vorne zu ideenlos und ohne Durchschlagskraft. So setzte es noch das 1:4 per Konter von König (82.).

„Eine schwierige Situation. Wir müssen zusammen stehen und da gemeinsam durch“, analysierte TSV-Trainer Thorsten Götzelmann. Etwas Trost bekam er von seinem Ansbacher Kollegen Heid. „Die Mannschaft wird sich noch finden und in Tritt kommen.“ Allzu viel Zeit darf sie sich dafür aber nicht mehr lassen.

Die Statistik zum Spiel

TSV Abtswind – SpVgg Ansbach 1:4 (0:2)

Abtswind: Malte Schulze-Happe, Michael Herrmann, Mathias Brunsch, Adrian Graf, Przemyslaw Szuskiewicz (77. Albert Fischer), Nicolas Wirsching, Jonas Wirth, Ben Verberkt, Jörg Otto (46. Jürgen Endres), Tolga Arayici (67. Cristian Dan), Pascal Kamolz.

Ansbach: Sebastian Heid, Michael Belzner (89. Stefan Remberger), Sven Hendel, Johannes Meyer, Lukas Schmidt, Christoph Hasselmeier (66. Raul Crisan), Patrick Kroiß, Sebastian Stolz, Pakorn Silaklang, Oscar König, Patrick Pfahler (86. Stefan Hetzel).

Schiedsrichter: Tobias Fenkl (Wasmuthhausen).

Zuschauer: ca. 130.

Gelbe Karten: Verberkt, Schulze-Happe.

Rote Karte: Graf (44., Tätlichkeit).25.), 0:2 Patrick Pfahler (41.), 1:2

Tore: 0:1 Christoph Hasselmeier (25.), 0:2 Patrick Pfahler (41.), 1:2 Pascal Kamolz (58.), 1:3 Patrick Kroiß (66.), 1:4 Oscar König (82.).

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