Fussball-Landesliga Nordwest

Götzelmann sieht mehr Licht als Schatten

Rechtzeitig zum Derby zeigt sich Abtswind gut erholt vom miserablen Saisonstart. Grund zum Klagen hat der Titelanwärter aber noch immer.
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Grüblerisch: Thorsten Götzelmann überlegt noch, wie Bayern Kitzingen in die Bredouille zu bringen ist. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Das Selbstvertrauen ist gewachsen nach fünf Spielen ohne Niederlage. „Schlechter ging ja schließlich kaum noch“, sagt Thorsten Götzelmann mit Verweis auf den Saisontiefpunkt nach dem sechsten Spieltag, als der TSV Abtswind in der Tabelle mit nur einem Sieg in der Abstiegsregion zu finden war. Einiges hat sich seitdem im Auftreten geändert. „Wir haben den einen oder anderen Schritt nach vorn gemacht“, stellt Götzelmann nun eher bescheiden fest.

Beispielhaft für den Aufschwung steht mit Jürgen Endres ein Spieler, der in den ersten Spielen wegen einer Verletzung nicht von Beginn an dabei war, seit einigen Wochen aber steigende Form beweist, die er zuletzt gegen Kickers Würzburg II bestätigte. Beim 3:1 war der 24-Jährige an allen drei Treffern beteiligt, zwei davon erzielte er selbst. „Mehr Licht als Schatten“ erkennt Götzelmann mittlerweile, obwohl ihn auch das 3:1 phasenweise noch nicht zufriedenstellte.

Statt weiter druckvoll und dominant zu agieren, ließ der Abtswinder Ansporn mit der Führung nach. „Das ist uns schon vierzehn Tage vorher gegen Euerbach passiert“, sagt Götzelmann mit Blick auf das damalige 1:1. „Nach dem Ausgleich hatte der Gegner sogar mehr vom Spiel. Die Halbzeit kam zur rechten Zeit, um die Mannschaft wieder neu auf den Weg zu bringen.“ In der Pause sah er sich veranlasst, zu intervenieren und zu korrigieren.

Neben den Leistungsschwankungen innerhalb des Spiels beschäftigen Götzelmann die Varianzen durch die unstete personelle Lage. Am Samstag, beim Derby in Kitzingen, fehlt ihm Simon Pauly, wodurch er die linke offensive Außenbahn umbesetzen muss. Mit Pascal Kamolz steht ein weiterer Offensivspieler nicht zur Verfügung. So hält Cristian Dan in Kitzingen das Fähnchen der Abtswinder Angreifer hoch.

Ob er aber nach seiner Verletzung zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf stehen wird oder der offensive Auftrag zunächst wieder von Jürgen Endres und Jörg Otto ausgeführt wird, hält sich Götzelmann bis zum Spieltag offen. „Ich spiele verschiedene Aufstellungsvarianten durch“, erklärt der 42-Jährige, der grübelt in welcher Formation er den Gegner am effektivsten in Bedrängnis bringen kann, zumal auch Tolga Arayici und Constantin Paunescu verletzt sind und nicht spielen werden.

„Bei anderen Mannschaften lese ich immer die gleiche Aufstellung. Wir dagegen müssen uns ständig eine neue Variante ausdenken“, sagt Götzelmann. „Es wäre schön, die Mannschaft von Woche zu Woche nur punktuell verändern zu können, statt sie jedes Mal auf Schlüsselpositionen umbauen zu müssen. Es zählen aber nur die verfügbaren Spieler. Ihre Leistungskurve zeigte in den letzten Wochen nach oben.“ So hofft Abtswinds Trainer, im Landkreisderby an die vorherigen Erfolge anknüpfen zu können. „Für uns kommt es darauf an, die personellen Ausfälle zu kompensieren und unsere Emotionen in die richtigen Kanäle zu lenken.“

Dass beim einen oder anderen nun besondere Gefühle im Spiel sein werden, steht für ihn außer Frage. „Dass diese Paarung, auch für mich, mehr darstellt und größere Spannung mit sich bringt, ist ja ganz normal“, sagt der Rüdenhäuser, der von 2011 bis 2014 drei Spielzeiten am Bleichwasen verbrachte und sich nebst Tolga Arayici, Mathias Brunsch, Jörg Otto, Simon Pauly, Florian Warschecha und Andreas Herrmann im Abtswinder Kreis früherer Kitzinger Spieler befindet. „Ich thematisiere es aber nicht“, sagt Götzelmann, der findet, dass schon genug darüber geredet werde.

Vielmehr weist er darauf hin, dass es auch am Ende dieses Tages nur drei Punkte zu gewinnen oder zu verlieren gebe. Dass die Kitzinger Bayern nach zuvor acht ungeschlagenen Auftritten zuletzt in Rimpar 0:1 verloren, hinterließ zwar mehr Fragen als Antworten, doch blieb ihm das bisherige Erfolgsgeheimnis nicht verborgen: „Qualität hatten sie aus meiner Sicht schon immer. Jetzt funktionieren sie zudem als Mannschaft richtig gut miteinander.“

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