FUSSBALL: KREISLIGA

Giebelstadt mit fast perfekter Ausbeute

Bei der Spielvereinigung findet beim 5:2-Erfolg beim TSV Mainbernheim beinahe jeder Schuss aufs Tor auch sein Ziel. Rene Niggmanns gelingt ein lupenreiner Hattrick.
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Rene Niggemanns zweiter Streich: Mainbernheims Alexander Ehrlich (vorne) kann Giebelstadts Hattrick-Torschützen nicht stoppen. Foto: Foto: Hans Will

Frank Wettengel ist ein alter Hase im Fußballgeschäft. Zahlreiche Stationen hat der 43-Jährige als Trainer – ob in Heidingsfeld, bei Bayern Kitzingen oder in Schwarzach – schon hinter sich und dabei sportlich so manche Schlacht geschlagen und Herausforderung gemeistert. Seit diesem Sommer steht Wettengel verantwortlich an der Seitenlinie bei der Spielvereinigung Giebelstadt. Es ist bereits Wettengels zweite Amtszeit bei den Schwarz-Gelben. In der Saison 2015/16 hatte er schon einmal das Kommando bei der Spielvereinigung und führte den Klub damals auf einen achtbaren sechsten Tabellenplatz in der Kreisliga. Nur gut drei Jahre sind seitdem vergangen, und doch ist die Ausgangslage, die der Coach bei seinem neuerlichen Amtsantritt vorfand, mittlerweile eine ganz andere. Nicht nur die Spielklasse hat sich geändert. Nein, Wettengel arbeitet in Giebelstadt statt wie damals mit vielen gestandenen Spielern inzwischen mit zahlreichen Frischlingen, die noch am Anfang ihrer fußballerischen Entwicklung stehen.

Erfahrene Kräfte und gleichzeitig Eckpfeiler früherer Jahre wie Benjamin Kemmer oder Stefan Reinhard haben ihre Laufbahn beendet, und in Giebelstadt wächst nun eine neue Spielergeneration heran. Am Samstagnachmittag in Mainbernheim befanden sich im Kader der Spielvereinigung gleich vier Akteure, die noch für die U 19 spielberechtigt wären. Jugend forsch also beim Kreisliga-Absteiger! Als Chefentwickler fungiert Frank Wettengel, der zugibt: „Man kann schon sagen, dass das bisher meine schwierigste Mission als Trainer ist.“ Der Reiz, die Aufgabe anzugehen, liege für ihn darin, „in Giebelstadt wieder etwas Neues aufzubauen.“ Er habe zwar lange überlegt, als Vorsitzender Michael Lutz bei ihm angeklopft und gefragt hatte, ob er sich eine Rückkehr vorstellen könne, doch letztlich überwog bei Wettengel Neugierde die Skepsis. „Er hat mir erklärt, dass er Tabula rasa machen und quasi bei null anfangen will“, sagt Wettengel, der den Neustart als spannende Herausforderung empfand.

Dafür, dass dieser Prozess mit Höhen und Tiefen verbunden sein wird, lieferten bereits die ersten beiden Spieltage der noch jungen Saison einen Vorgeschmack. War das junge Team am ersten Spieltag in Gelchsheim noch vollkommen chancenlos und ging mit 0:7 unter, rehabilitierte es sich nun beim zweiten Auftritt in Mainbernheim. Besonders beeindruckend beim 5:2-Erfolg war die Effizienz, die die neu zusammengewürfelte Mannschaft an den Tag legte. Wenn die Gäste sich dem Mainbernheimer Kasten annäherten, wurde es nicht nur gefährlich, nein, der Ball fand auch meist den Weg zwischen die Torstangen. Die gnadenlose Effektivität des Gegners musste auch TSV-Coach Josef Unser neidlos anerkennen. „Obwohl ich uns spielerisch sogar leicht überlegen fand, waren sie vor dem Tor viel abgezockter als wir und haben deshalb auch verdient gewonnen.“

Vor allem ein Mann aufseiten der Giebelstädter hatte einen Sahnetag erwischt. Mit einem lupenreinen Hattrick in der ersten Halbzeit brachte Rene Niggemann seine Farben auf die Siegerstraße. Logisch, dass der Matchwinner hernach hochzufrieden war. „Ich hatte offensichtlich heute Morgen das Richtige zum Frühstück“, meinte Niggemann mit einem Augenzwinkern. „Es war mein erster Hattrick im Herrenbereich und damit natürlich ein super Tag für mich.“

Nach der Solo-Show von Giebelstadts Nummer 7 schien die Begegnung bereits zur Pause gelaufen. Erst recht nachdem Mainbernheims Nico Gaubitz kurz nach dem Wechsel unfreiwillig den vierten Treffer für die Gäste besorgte. Bei Philipp Deppischs Abschluss konnte TSV-Schlussmann Michael Fröhler dem Ball zwar an Fahrt nehmen, nicht aber verhindern, dass der mit zurückgeeilte Gaubitz die Kugel letztlich unglücklich über die eigene Torlinie beförderte. Doch die Bärenstädter bewiesen, die Niederlage schon vor Augen, Moral und witterten nach Justin Marianos Doppelschlag Morgenluft. Linus Winkler besaß gar eine gute Gelegenheit zum Anschlusstreffer (68.). Doch alle Anstrengung war letztlich umsonst.

„Für eine Aufholjagd hat uns die Kraft gefehlt. Wir stehen konditionell noch nicht voll im Saft“, musste Josef Unser am Ende konstatieren. Für Giebelstadt machte Ahmad Obaid mit einem direkt verwandelten Freistoß in der Schlussphase endgültig den Deckel drauf, und sein Trainer Frank Wettengel stellte abschließend fest: „Wir gingen personell auf dem Zahnfleisch. Von daher war heute nicht wichtig, schön zu spielen, sondern effizient. Das haben wir geschafft.“

Die Statistik des Spiels

Fußball, Kreisklasse Würzburg 2 TSV Mainbernheim – SpVgg Giebelstadt 2:5 (0:3)

Mainbernheim: Fröhler - Hügelschäffer, Roder, Ziadi, Barthelmes, Schmidbauer, Ehrlich, Gaubitz, Eckoff, Winkler, Mariano Eingewechselt: Most (35.), Wirth (48.), Bäuerlein (84.). Giebelstadt: Eckert - Julius Deppisch, Pfuelb, Mark, Rauh, Lange, Niggemann, Blume, Philipp Deppisch, Obaid, Schmitt Eingewechselt: Dominik Deppisch (39.), Schröder (75.). Schiedsrichter: Daniel Benkert (Taubertal). Zuschauer: 50. Tore: 0:1 Rene Niggemann (12.), 0:2 Rene Niggemann (22.), 0:3 Rene Niggemann (45.+1), 0:4 Nico Gaubitz (52., Eigentor), 1:4 Justin Mariano (53.), 2:4 Justin Mariano (58.), 2:5 Ahmad Obaid (81.).

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