FUSSBALL: LANDESLIGA

Geesdorfs Blitze treffen Haibach sechsmal

Mit einem 6:3 entzaubert der FC den vermeintlichen Titelanwärter der Landesliga. Doch die meisten Tore entspringen einer Haibacher Serie von Pleiten, Pech und Pannen.
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Fast scheint Geesdorfs Jannik Feidel (links) dem Haibacher Marvin Sauerwein zu entschweben. Foto: Foto: Stöckinger

Das war mal eine Ansage! Der FC Geesdorf, im zweiten Jahr in der Landesliga und „nahezu komplett neu zusammengewürfelt“, wie der ebenso neue Spielertrainer Jannik Feidel sagte, besiegt Alemannia Haibach mit 6:3 (2:0). Ein erstaunlicher Erfolg, noch dazu, wenn man sieht, dass zwei der Haibacher Gegentreffer erst kurz vor Schluss fielen und dass die Alemannen erst Ende April beim FC 6:1 gewannen. „Unser Anspruch ist schon, vorne in der Tabelle mitzuspielen“, sagte Haibachs Coach Thorsten Zeuch nach der kalten Dusche am Samstag.

Vorne spielt aber nur Geesdorf mit. Zehn Punkte nach vier Spielen – da durfte Spielertrainer Feidel seinen Kickern nach Abpfiff ein Lob für „ein richtig gutes Spiel“ aussprechen. Mit einem solchen Start in die Landesliga-Runde habe er nicht gerechnet, gab er zu. Ob er seine Elf als Spitzenmannschaft sieht? „Definitiv noch nicht! Wir sind auf einem guten Weg und setzen um, was wir uns vornehmen. Unser Plan ist gegen Haibach voll aufgegangen“, so der erst 23-jährige Feidel.

Tatsächlich passte einfach alles an diesem gewittrigen, schwülwarmen Samstagnachmittag. Geesdorfs erster Blitz traf die Gäste nach 19 Minuten: Niclas Staudt schoss einen von Tresor Mbala flach von außen hereingegebenen Ball aus zehn Metern zum 1:0 ins Tor. Bereits hier zahlte sich Geesdorfs schnelles Spiel über die flinken Außen aus. Spielertrainer Feidel, der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld und auch so etwas wie der aggressive Anführer, hatte sich zuvor den Ball erkämpft, Mbala spielte Doppelpass mit Held, der flankte, und es stand 1:0.

Von den Haibachern kam wenig, in Ansätzen zeigten sie ihr Passspiel. Doch es fehlte ihnen Aggressivität, der FC bekam zu viel Platz und nahm die Geschenke des Gegners dankend an. So erwischte Vincent Held einen völlig unnötigen und zu laxen Rückpass von März: Er lupfte den Ball locker über Gäste-Torwart Sevim zum 2:0 (26.). In der Folge boten sich den Geesdorfern häufig gute Kontersituationen über den starken Staudt, nur dem letzten Pass fehlte jeweils die Genauigkeit.

Anfangs der zweiten Hälfte folgte Haibachs nächster fataler Rückpass, der gerade noch ohne Folgen blieb. Niclas Staudt hatte am gegnerischen Strafraum energisch nachgesetzt, er passte nach innen, wo die Versuche von Held, Saine und Jannik Feidel in höchster Not gerade noch abgewehrt wurden.

Ein weiterer Blackout der Haibacher nur wenig später blieb nicht ohne Folgen. Torwart Alpay Sevim wurde mit Ball an Fuß von Niclas Staudt angegriffen wurde. Sevim ließ sich den Ball abluchsen, Staudt brauchte ihn nur zum 3:0 einzuschieben (52.). Haibachs Pleiten, Pech und Pannen gingen weiter. Vor dem vierten Tor schnappte die Abseitsfalle nicht zu, Simon Weiglein musste nach Staudts Zuspiel den Ball bloß über die Linie schubsen (58.). „Das waren fatale, katastrophale Fehler, mit denen wir dem Gegner die Tore aufgelegt haben“, sagte Haibachs bedienter Trainer Zeuch.

Bei Geesdorfs Toren fünf und sechs sah die Haibacher Defensive nicht viel besser aus. Zweimal profitierte Neuzugang und Aufsteiger Vincent Held, der einen richtigen Lauf hat. Vor dem 6:1 nach einer Ecke fiel ihm der Ball regelrecht auf den Fuß (72.) – es war Helds elfter Treffer im vierten Spiel. In der Folge ließ Geesdorf die Zügel etwas schleifen. So gestalteten die Gäste durch zwei Tore Trapps das Ergebnis noch etwas freundlicher für sie. Strahlende Geesdorfer Gesichter auf der einen Seite, und ein ratloser, bedienter Gast auf der anderen – so stellte sich nach Schlusspfiff die Szenerie dar. Das Spiel hat gezeigt, dass der FC mit seiner jungen Mannschaft über einiges Potenzial verfügt. Allerdings werden die Gegner sich künftig wohl nicht mehr so naiv präsentieren, wie es die Haibacher an diesem Tag taten.

Die Statistik des Spiels

FC Geesdorf – Alemannia Haibach 6:3 (2:0)

Geesdorf: Holzmann – Mbale, Konrad (79. Rößner), Fabio Feidel, Kober – Simon Weiglein, Jannik Feidel – Lehrman, Fischer (46. Saine), Staudt – Held (72. Fuß).

Haibach: Sevim – Fröhlich (46. Eren), Summa, Schrod, Rehm – Wadel, Sauerwein (46. Santos), März, Koukalias, Gerhart, Trapp.

Schiedsrichter: Segmüller (Muhr am See).

Zuschauer: 220.

Gelbe Karten: Mbala, Held, Jannik Feidel; Gerhart, Summa, Trapp.

Tore: 1:0 Staudt (19.), 2:0 Held (26.), 3:0 Staudt (52.), 4:0 Weiglein (58.), 4:1 Koukalias (62.), 5:1 Held (63.), 6:1 Held (72.), 6:2 Trapp (81.), 6:3 Trapp (90.).

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