Fußball

Geesdorfer geil auf Fußball

Manchmal muss sich Christian Hahn fast kneifen, wenn er die vergangenen Monate seines FC Geesdorf Revue passieren lässt. Er ist mit 29 Jahren der Älteste in einer Mannschaft, die sich an sich selbst und ihrem Erfolg berauscht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Erfolg macht glücklich: Christian Hahn hat in Geesdorf gut lachen. Er steht mit seinem Klub schon wieder weit oben. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Manchmal muss sich Christian Hahn fast kneifen, wenn er die vergangenen Monate seines FC Geesdorf Revue passieren lässt. Da steigt der Klub aus dem 350-Einwohner-Ortsteil von Wiesentheid vorigen Sommer über die Relegation in die Kreisliga auf – und nur wenige Monate später setzt er zum Sprung in die nächsthöhere Klasse an. „Das hätte keiner gedacht. Wir wollten uns erst einmal in der Liga zurechtfinden und nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, sagt Hahn, der mit 29 Jahren schon der Oldie in der jungen Mannschaft von Spielertrainer Hassan Remeithi ist.

Hahn, beruflich als Heizungsbauer im Einsatz, hat auch schon schlechte Zeiten und einen Abstieg in Geesdorf mitgemacht. Zwischendurch habe er gedacht, „das wird nie mehr was. An Kreisliga habe ich da nicht gedacht“, gibt er zu. Doch der sportliche Aufschwung folgte, weil „unsere jungen und guten Fußballer, die in Wiesentheid in der Jugend spielten, zurückgekommen sind“. Just zum 50-jährigen Bestehen des Vereins im Vorjahr hat dies den Sprung in die Kreisliga ermöglicht.

Was für ihn das Erfolgsgeheimnis im beschaulichen Fußball-Dorf ist? „Das ist einfach die Lust am Fußball. Bei uns gibt es keine finanziellen Anreize, die vielen jungen Spieler sind einfach geil auf Fußball, das merkt man ihnen an“, beschreibt Hahn die Begeisterung. Der 29-Jährige engagiert sich mittlerweile nicht nur auf dem Spielfeld für den Klub. Kürzlich wurde er zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Seine Kapitänsbinde gab er danach an seinen Stellvertreter Chri-stian Deppisch weiter, um den Jüngeren mehr in die Verantwortung zu nehmen.

Bereits in der Vorrunde trug Deppisch die Binde häufig, denn von Ende September an fiel Christian Hahn aus. Ein dreifacher Bänderriss zwang ihn bis nach der Winterpause zum Zuschauen. „Ein herber Rückschlag für mich.“ Erst kurz vor dem Wiederbeginn der Rückrunde kehrte er aufs Spielfeld zurück. Derzeit regiert die Vorsicht, „hundertprozentig fit fühle ich mich noch nicht, das wird wohl dauern“, meint Hahn. Außer in seinem Falle habe das Verletzungspech den ohnehin dünnen Geesdorfer Spielerkader bislang weitgehend verschont.

Sorgen um den Klassenverbleib muss sich der Aufsteiger in dieser Saison kaum mehr machen. Vor der Begegnung mit Kirchschönbach an diesem Samstag (16 Uhr) fehlen Geesdorf nur drei Punkte zum Tabellenzweiten, der DJK Schweinfurt. Dort kassierte man vergangenes Wochenende neben einer Niederlage auch noch zwei Rote Karten, wobei besonders die für Torwart Christian Deppisch schwer wiegen könnte. Dessen Vertreter Michael Prappacher macht derzeit Urlaub in Asien, also muss ein anderer ran.

„Das passiert im Fußball, da müssen wir durch“, sagt Hahn. So wird in Matthias Dörrich die Nummer 3 zwischen den Pfosten stehen, um gegen den abstiegsbedrohten Derbygegner einzuspringen. „Er hat gut trainiert und eine Chance verdient“, so Hahn ohne Furcht. Seine Ansage fürs Spiel: „Auch wenn wir mit Kirchschönbach in Freundschaft verbunden sind, wir werden nichts verschenken, sondern wollen gewinnen. Nachher laden wir den Gegner gerne zum Starkbierfest bei uns ein.“

Ob es für den FC sogar noch in Richtung Bezirksliga gehen könne? „Ich hoffe es, das wäre ein Traum für den Verein. Und wenn es nur für ein Jahr wäre“, sagt Christian Hahn. Vorerst darf er mit seinem aufwärts strebenden Klub weiter träumen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren