Fußball

Geesdorf verliert seinen Schrecken

Aus ist es, das Geesdorfer Sommermärchen im Pokalwettbewerb. Mit 1:5 muss sich der Kreisliga-Klub dem Bayernliga-Team des Würzburger FV geschlagen geben. WFV-Trainer Hochrein erinnert sich an ein früheres Erlebnis in Geesdorf.
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Diesmal lässt sich der Favorit nicht abdrängen: Geesdorfs Simon Weiglein versucht, sich Andreas Ganzinger vom Leib zu halten. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Aus ist es, das Geesdorfer Sommermärchen. Der zweite Auftritt in der bayerischen Pokal-Hauptrunde wurde für den Kreisligisten zur Endstation. Mit 1:5 (0:2) musste sich der Dorfverein am Mittwochabend dem Bayernliga-Team des Würzburger FV geschlagen geben. Ersatzgeschwächt, dazu mit manchem angeschlagenen Akteur in der Anfangsformation, waren für den Kreisliga-Klub bereits die Vorzeichen für diese Partie ungünstig gewesen.

Zudem waren die Würzburger gewarnt, hatte der forsche FC sich doch bislang furchtlos vor großen Namen gezeigt und in der vorherigen Runde den Bayernligisten FC Sand aus dem Wettbewerb geschossen. Würzburgs Trainer Michael Hochrein hatte zwar seine Elf im Vergleich zum letzten Ligaspiel auf einigen Posten geändert, aber seinen Mannen mitgegeben, die Partie ernsthaft und mit Tempo anzugehen, was sie auch taten. „Wenn du einen Gegner unterschätzt“, sagte Hochrein, „hast du immer Probleme. Wer Sand schlägt, kann so schlecht nicht sein.“

Würzburgs Trainer hatte mit Geesdorf schon einmal Bekanntschaft gemacht: Ende der 1980er Jahre, als er mit der SG Hettstadt im unterfränkischen Pokalhalbfinale dort antreten musste – und gewann. „Auf dem kleinen Platz vorne am Vereinsheim. Ich wusste gar nicht, dass sie inzwischen einen neuen, größeren Platz haben.“ Gut gelaunt konnte er auch diesmal sein, denn seine Elf ließ kaum etwas anbrennen gegen die doch etwas geschwächten Geesdorfer. Dort musste Geesdorfs Antreiber Simon Weiglein vom Mittelfeld zurück in die Innenverteidigung, da dort Personal fehlte. Auch sein Bruder Stefan agierte nicht ganz so offensiv wie gegen Sand, was dem FC deutlich Schwung im Angriff nahm.

Der Ball lief gut beim WFV. Nach 18 Minuten gegenseitigen Abtastens entstand aus der ersten gefährlichen Aktion der Würzburger die Führung: Am Strafraum tanzte Michael Dellinger zwei, drei Gegner aus, sein Schuss ging auf Torwart Christian Deppisch, der den hartgetretenen Ball nach vorne abprallen ließ. Dort lauerte Pascal Bloemer und schob zum 0:1 ein.

Nur wenig später wurde Geesdorf munter. Stefan Weiglein ließ sich bei einem Konter etwas zu weit nach links drängen, so dass FV-Torhüter Grunz den Winkel verkürzte und abwehrte (19.). Nach einer halben Stunde hatten die Gäste Glück, als sich sich die Abwehr nach einem hohen Ball verschätzte und Grunz kurz vor dem Strafraum Daniel Wagner mittels Foul bremste. Es gab nur Freistoß, keine Karte, der Freistoß verfehlte sein Ziel weit (30.). Auf der Gegenseite machte der Gast vor allem über Krautschneider und die stets bereiten Offensivkräfte viel Betrieb.

Schließlich fuhr Geesdorfs Simon Weiglein an der äußeren Strafraumgrenze dem ebenso auffälligen Benjamin Schömig in die Parade. Der gut postierte Unparteiische entschied auf Elfmeter, den Krautschneider sicher verwandelte (38.). Nach Würzburgs Pausen-Besprechung auf freiem Feld dauerte es nicht lange, bis die Begegnung im zweiten Abschnitt entschieden war. Krautschneider war mit ein paar flinken Zügen freigespielt, umkurvte Torhüter Deppisch und schon zum 0:3 ein (51.). Dann gelang dem gerade eingewechselten Riedner der vierte Streich, als er einen Pfostenabpraller Bloemers erwischte (58.). Erst nach dem fünften Treffer durfte der Gastgeber einen Treffer bejubeln. Ein Würzburger hatte Simon Weiglein im Strafraum erwischt, und wieder gab es Elfmeter. Mohamed Remeithi traf zum 1:5.

Beim Kreisligisten sah man das Aus entspannt. „Für uns war es eine schöne Pokal-Serie. Wir hatten attraktive Gegner und den Jungs hat es Spaß gemacht“, sagte Spielertrainer Hassan Remeithi. Und weiter: „Es war heute nicht möglich – dafür hatten wir zu viele angeschlagene Akteure auf dem Platz.“

Das Spiel in der Statistik

FC Geesdorf – Würzburger FV 1:5 (0:2)

Geesdorf: Christian Deppisch; Thomas Lordo, Dominik Kober, Simon Weiglein, Lukas Rößner (83. Hassan Remeithi), Daniel Wagner, Christian Hahn (65. Daniel Mönius), Fabian Hahn, Stefan Weiglein, Mohamed Remeithi (76. Michael Weiglein), Oliver Hahn.

Würzburg: Jan-Peter Grunz; Christian Steinmetz, Daniel Drenkard (46. Mario Christ), Andreas Ganzinger, Philipp Günder, Benjamin Schömig, Michael Dellinger (57. Tobias Riedner), Steffen Krautschneider, Ioannis Karsanidis, Wojtek Droszcz, Pascal Bloemer (69. Rene Schäffer).

Schiedsrichter: Steffen Ehwald (Geldersheim).

Zuschauer: 400 (geschätzt).

Gelbe Karten: Mönius, Stefan Weiglein, Fabian Hahn.

Tore: 0:1 Pascal Bloemer (18.), 0:2 Steffen Krautschneider (38.), 0:3 Steffen Krautschneider (51.), 0:4 Tobias Riedner (58.), 0:5 Christian Steinmetz (66.), 1:5 Mohamed Remeithi (72., Foulelfmeter).

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