FUSSBALL: LANDESLIGA

Geesdorf findet zu wenig Lücken

Der FC beißt sich beim 1:1 gegen Lichtenfels am Abwehrriegel der Gäste die Zähne aus. Warum FC-Spielertrainer Jannik Feidel der Partie trotzdem Positives abgewinnt.
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Die Geesdorfer Führung: Niclas Staudt (Trikotnummer 23) hat den Ball über die Linie gedrückt. Foto: Foto: Alexander Rausch

Mal haderte er, mal gestikulierte er wild, von lauten und deutlichen Anweisungen ganz zu schweigen. Deutlich schien ihm das zu missfallen, was seine Schützlinge gegen den Tabellenvorletzten aus Lichtenfels auf die Geesdorfer Wiese brachten. Und er schien dabei mit den Zuschauern konform zu gehen, die dem müden 1:1-Unentschieden ebenfalls kaum etwas Positives abgewinnen konnten. Nach dem Schlusspfiff und einigen Minuten des Innehaltens wusste FC-Spielertrainer Jannik Feidel das Gesehene richtig einzuordnen: „Natürlich hatten wir uns mehr erhofft. Aber wir haben über die ganze Spielzeit stabil gewirkt und haben stets versucht, den Ball laufen zu lassen und Chancen zu kreieren.“

Mit beidem hatte der 23-Jährige recht. Nur gelang das Fußballspielen nur selten. Die Gastgeber brachten allzu oft nicht das nötige Tempo in ihren Ballvortrag, hielten das Leder oftmals zu lange oder passten schlicht zu oft. Auch die Abläufe stimmten nicht immer, was Feidel darauf zurückführte, dass er erneut drei Wechsel zur Vorwoche hatte vornehmen müssen, als noch Simon Weiglein, Fabio Feidel und Luca Fischer in der Startformation gestanden hatten.

So hatten die Hausherren gegen massiv stehende und konsequent verteidigende Lichtenfelser, die in ihren bisherigen acht Partien satte 25 Gegentore kassiert hatten, Probleme, zu gefährlichen Abschlüssen zu kommen. Vincent Held, der allerdings auch eine schwache Partie zeigte und sich zu selten aktiv ins Geesdorfer Spiel einbrachte, bekam kaum verwertbare Zuspiele und hing nahezu über die gesamten 90 Minuten in der Luft. Nur einmal brachten ihn die Schwarz-Weißen im ersten Durchgang in Position und das führte prompt zum Führungstreffer. Held hatte sich auf dem linken Flügel durchgesetzt, sich zweier Gegenspieler entledigt und scharf in die Mitte gepasst. Dort brauchte Niclas Staudt zwar drei Anläufe gegen Schlussmann Christoph Kraus und Daniel Schardt, doch letztlich drückte er das Leder über die Linie.

Am Spielverlauf sollte sich allerdings wenig ändern. Die Gäste, die in der Anfangsphase durch den agilen Christopher Schaller durchaus in Führung hätten gehen können, blieben stabil und setzten immer wieder kleinere Nadelstiche. Einer davon führte zu einem Eckball, den die Hausherren nicht klären konnten und Martin Hellmuth schob den im Fünfmeterraum frei liegenden Ball zum Ausgleich ein. „Sie kommen hierher und spielen einfach strukturierten Fußball. Damit sind sie zu zwei, drei Aktionen gekommen, aus denen auch die Ecke entsteht. Bei der müssen wir mehr Präsenz zeigen“, ärgerte sich Feidel.

Denn die Oberfranken schienen mit dem Punkt gut leben zu können und gaben in Tornähe kaum Räume preis, in die die Geesdorfer hätten stoßen können. Jannik Feidels geblockter Schuss von der Strafraumkante (43.) oder Ibrima Saines Distanzversuch nach feinem Solo blieben die einzigen nennenswerten Gelegenheiten (61.). Auch als bei den Gästen, die ihrem hohen Aufwand in der Schlussphase etwas Tribut zollen mussten, die Kräfte schwanden, fehlte es an der nötigen Durchschlagskraft. Vincent Helds Kopfball nach Feidels Freistoß wurde über das Tor abgefälscht (77.). Und auch die letzte Szene des Spiels passte ins Bild. Niclas Staudt hatte in der Mitte Vincent Held gesehn. Doch der Angreifer verpasste den Moment des Abspiels und die Chance war vertan.

Natürlich stellte Feidel nicht zufrieden, dass die Seinen ihre höhere individuelle und spielerische Qualität nicht in einen Sieg umzumünzen wussten. Dennoch relativierte der Übungsleiter einmal mehr die Leistung seiner Truppe. Gegen offensiver agierende Gegner wie jüngst Höchberg sei es einfacher, die Räume zu finden und Möglichkeiten zu erspielen. „In solchen Spielen müssen die Abstimmung passen, die Laufwege stimmen. Aber das ist ein Entwicklungsprozess, den wir noch nicht abgeschlossen haben“, so der gebürtige Escherndorfer. Und Platz drei mit 18 Punkten kann sich doch durchaus sehen lassen, selbst wenn einmal nicht alles wie erhofft gelingt.

Die Statistik des Spiels

Fußball, Landesliga Nordwest FC Geesdorf – FC Lichtenfels 1:1 (1:1) Geesdorf: Holzmann – Wagner, Konrad, Kober, Mbala – Lehrmann, Feidel – Fuss (59. Saine), Reuß (81. Fischer), Staudt – Held.

Lichtenfels: Kraus – Graf, Schardt, Hellmuth, Dietz – Scholz, Zillig – Schunke (90.+2 Mohr), Wagner, Schaller (65. Jankowiak) – Pfadenhauer (77. Schamel).

Schiedsrichterin: Mühlbauer (Pölling).

Zuschauer: 135.

Tore: 1:0 Niclas Staudt (21.), 1:1 Martin Hellmuth (37.). Gelbe Karten: Fuß, Wagner – Scholz, Jankowiak.

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