Es gibt zwei kleine Ortschaften in Mainfranken namens Goßmannsdorf. Die eine liegt neben Ochsenfurt, die andere bei Hofheim und zählt gerade mal 700 Einwohner. Dennoch wären deren Fußballer am Samstag in Bergrheinfeld beinahe ganz groß rausgekommen. Nur aufgrund der schlechteren direkten Ergebnisse im Dreiervergleich mit Bergrheinfeld und Gochsheim verpasste der klassenniedrigste Verein bei der Schweinfurter Hallenfußball-Kreismeisterschaft den Einzug ins Halbfinale. „Das ist schon schade“, sagte TSV-Spielertrainer Danny Möhring kurz nach dem Ausscheiden: „Doch wenn sich die Enttäuschung etwas gelegt hat, werden wir stolz auf uns sein.“

Ein Kreisklassist macht Furore

Vor gut 300 Zuschauern hatte der Kreisklassist immerhin für Furore gesorgt. Gleich zu Beginn rang er dem Bezirksligisten aus Gochsheim ein 0:0 ab; in seinem letzten Gruppenspiel bezwang Goßmannsdorf sogar den hochfavorisierten FC Geesdorf mit 2:1. Der Landesligist schied dadurch – wie im Vorjahr – schon wie-der nach der Vorrunde aus. „In der Halle ist vieles möglich, wenn man so wie wir mannschaftlich geschlossen auftritt“, betonte Möhring, in dessen Kader auch viele befreundete Spieler aus dem nahen Haßfurt stehen.

Dorthin fährt auch Bergrheinfeld nicht; die Gastgeber hatten im Sechs-Meter-Schießen das unglücklichere Ende für sich und mussten damit im Spiel um Platz drei Gochsheim den Vortritt lassen. TSV-Trainer Thomas Gerstner schien darüber alles andere als traurig: „Das Turnier war für uns ein schöner Ausgleich. Wir wollten Spaß haben und uns keinen Stress machen.“ Zweimal hatte sein Team einen Rückstand umgehend ausgeglichen. Von der Sechsmeterlinie trafen die Bergrheinfelder dann aber weniger häufig als der Bezirksliga-Konkurrent. „Meiner jungen Mannschaft ist am Ende die Luft ausgegangen. Aber das macht nichts. Jetzt freuen wir uns wieder auf Fußball im Freien“, so Gerstner.

„Das war auffallend. Dabei hätten sie es gar nicht nötig.“
FTS-Betreuer Burkard May über die Fallsucht des Gegners

Sein Gegenüber Ralf Habl, der die Gochsheimer coachte, zeigte sich zufrieden: „Natürlich war das Ende des Spiels um Platz drei etwas glücklich. Insgesamt haben wir aber ein gutes Turnier gespielt und uns zurecht für die Bezirksmeisterschaft qualifiziert.“ Die Seinen werden nach dem Gastgeber FC Haßfurt die kürzeste Anreise haben. Doch auch für die Freien Turner Schweinfurt und die DJK Oberschwarzach ist es nicht viel weiter. Die beiden Klubs liefern sich in dieser Saison einen rassigen Zweikampf um alle einschlägigen Titel. Samstagabend hat dieses Duell auch Missmut provoziert.

Schweinfurter machen Ärger Luft

Die Schweinfurter machten nach dem Finale ihrem Ärger darüber Luft, dass ihre Gegner zu schnell gefallen seien und lautstark Strafen gefordert hätten. „Das war schon auffallend. Dabei hätten sie es gar nicht nötig“, erklärte FTS-Betreuer Burkhard May, der den verhinderten Adrian Gahn an der Seitenlinie vertrat. Auch die Gochsheimer hatten sich während und nach dem Halbfinale, in dem sie 1:3 unterlegen waren, über derlei Verhalten echauffiert. Oberschwarzach hatte drei Zehnmeter-Strafstöße zugesprochen bekommen, die ab dem fünften Teamfoul verhängt werden. Mit ihrem zweiten Versuch entschied die Spielgemeinschaft dann die Begegnung.

Zwei Minuten vor Schluss mit der Hacke

„Wenn wir jetzt noch das Endspiel gewinnen, wäre das die Krönung“, sagte Oberschwarzachs Spielertrainer Alexander Gress nach dem Finaleinzug. Dort lieferte sich der Weinort-Klub gegen die größtenteils mit ihrer zweiten Garde angetretenen Freien Turner lange Zeit eine taktisch anspruchsvolle Partie ohne große Torchancen. Zwei Minuten vor dem Ende bereitete dann der zweite spielende DJK-Coach Simon Müller mit der Hacke geschickt die Führung für Sven Friedrich vor. „Dann mussten wir es mit dem fünften Feldspieler versuchen und haben so noch das 0:2 kassiert“, so May.

In der Vorrunde hatten sich Oberschwarzach und Schweinfurt noch mit einer Nullnummer voneinander getrennt. Sollten sie in Haßfurt nicht erneut aufeinandertreffen, ist es bereits am 2. März im Freien wieder soweit.

Oberschwarzach erst spät in Fahrt

Gruppe A

1. TSV Gochsheim 7:3 7

2. TSV Bergrheinfeld 3:1 7

3. TSV Goßmannsdorf 5:4 7

4. FC Geesdorf 8:5 6

5. FC Gerolzhofen 1:11 1

Gruppe B

1. FT Schweinfurt 9:1 10

2. SV-DJK Oberschwarzach 7:3 8

3. DJK Wülfershausen 8:10 4

4. Spfr. Steinbach 5:7 4

5. DJK Dampfach 5:13 1

Halbfinale

Gochsheim – Oberschwarzach 1:3

FT Schweinfurt – Bergrheinfeld 3:0

Spiel um Platz 3

TSV Gochsheim – Bergrheinfeld 5:3*

Finale

Oberschwarzach – FT Schweinfurt 2:0

*Sieger wurde nach Sechsmeter-Schießen ermittelt.