FUSSBALL: BAYERNLIGA

Für Abtswinds Trainer wird es langsam eng

Das 2:3 in Hof stärkt die Position Mario Schindlers nicht. Die Klubverantwortlichen wollen sich nach dem neunten sieglosen Spiel zu Wochenanfang "beratschlagen".
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Schon bei der Niederlage vor drei Wochen gegen Seligenporten zeigte sich Abtswinds Trainer Mario Schindler ernüchtert. Foto: Andreas Stöckinger

Der Abtswinder Abwärtsstrudel dreht sich immer schneller. Bei der SpVgg Bayern Hof haben die Grün-Weißen am Samstag vor 380 Zuschauern auf der Grünen Au mit einem unglücklichen 2:3 (0:2) die sechste Niederlage in den letzten sieben Spielen kassiert. Das siebte Resultat in dieser Zeitspanne war das 0:0 beim Vorletzten TSV Karlburg.

„Die Punkteausbeute ist eine Katastrophe. Da brauchen wir nichts zu beschönigen“, sagte TSV-Sportleiter Thorsten Götzelmann am Sonntagmittag auf Nachfrage. Er halte aber nichts davon, jetzt in Aktionismus zu verfallen: „Wir werden am Dienstag oder Mittwoch die Köpfe zusammenstecken – und uns untereinander beratschlagen.“ Dies schließt offenbar sämtliche Optionen ein.

Der Verein wartet auf die Analyse des Trainers

Weder Götzelmann noch der Teamverantwortliche Gerhard Klotsch hatten das Spiel am Samstag vor Ort gesehen, aber sie verfolgten das Geschehen natürlich aus der Ferne. „Wichtig ist uns in jedem Fall die Meinung und die Spielanalyse unseres Trainers“, so Götzelmann. Mario Schindler selbst war am Wochenende – trotz mehrmaliger Versuche telefonisch – nicht zu erreichen. Zuletzt hatte er sich in glaubhaften Durchhalteparaden geübt. Dass der Stachel nach diesem Spielverlauf in Hof tief gesessen haben dürfte, ist zu verständlich.

Selbst die Hausherren überschrieben ihren Bericht auf der Vereins-Homepage mit den Worten: „Ein bisschen wie die Jungfrau zum Kind . . .“ Gemeint war damit, dass sie selbst nicht so recht wussten, wie sie zu ihrem Heimsieg gekommen waren. Zwar hatten die Hofer mit einem Pfostenkopfball des Tschechen Adam Hajek bereits in der zweiten Minute die gute Gelegenheit, in Führung zu ziehen. Danach ging aber bei ihnen nach vorne nicht mehr viel.

Ein Gegentreffer verunsichert die Abtswinder

Für die Abtswinder, die sich vor der Halbzeit im Offensivspiel ebenso schwertaten, hatte Severo Sturm die größte Chance – seinen Schuss nach einer halben Stunde kratzten die Hofer noch von der Linie. Gerade als die Fußballer aus dem Kräuterdorf etwas mutiger geworden waren, kassierten sie umgehend das 0:1. Die Abwehr wirkte dabei behäbig. Der Gegentreffer schien die leidgeprüften Gäste noch weiter zu verunsichern, so dass sie Hajek nur fünf Minuten später quasi zum 2:0 einluden (41.).

Schindler hatte in der Pause offenbar die richtigen Worte gefunden. Wie verwandelt kamen die Seinen aus der Kabine – und stemmten sich eine Halbzeit lang vehement ge-gen die nächste drohende Niederlage. Adrian Graf gelang per Foulelfmeter der 1:2-Anschlusstreffer (53.); noch vor dem Ablauf einer Stunde schoss Michael Dietl mit einem gezielten Schlenzer das 2:2 (59.).

Danach waren Schindlers Schützlinge drauf und dran, das Match zu ihren Gunsten zu drehen. Das 3:2 lag für den TSV in der Luft. Aber ausgerechnet der eingewechselte frühere Abtswinder Cristian Fischer leitete dann in der 73. Minute bei einem der wenigen Entlastungsangriffe der Hofer das dritte Tor auf der anderen Seite ein. Es erzielte wiederum Hajek. Am Schluss warfen die Abtswinder noch einmal alles nach vorne, und sie kamen zu mehreren Chancen. Aber der Ausgleich wollte nicht fallen.

Die Statistik des Spiels
Hof: Lang – Chocholousek, Bifano, Schraps, Sevcik, Seidel Seifert, Holek (69. Fischer), Feulner, Kavalir (86. Schmidt), Hajek.
Abtswind: Reusch – Ruft, Graf, Wirsching, Endres, Wolf, Dietl (77. Hummel), Dußler, Herrmann, Sturm (56. Hillenbrand), Steinmetz (46. Lehmann).
Schiedsrichter: Philipp Götz (Schwandorf). Zuschauer: 380. Tore: 1:0 Patrik Kavalir (34.), 2:0 Adam Hajek (41.), 2:1 Adrian Graf (53., Foulelfmeter), 2:2 Michael Dietl (59.), 3:2 Adam Hajek (73.).
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