Fußball

Frickenhausens Frauen steigen in die Bayernliga auf

3:2-Sieg nach Verlängerung gegen den FC Augsburg bescheren den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte
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Jubelsprünge unter den Frickenhäuser Fans. Foto: Foto: Alexander Rausch
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Mission erfüllt: In einem spannenden Entscheidungsspiel gegen den FC Augsburg haben sich die Frauen des TSV Frickenhausen mit einem 3:2-Erfolg nach Verlängerung den letzten freien Platz in der Bayernliga gesichert. Dabei standen die Schützlinge von Gernot Haubenthal bereits mit dem Rücken zur Wand, kämpften sich aber mit großer Moral und unbändigem Einsatzwillen zurück ins Spiel. Sandra Winkler gelang in der 112. Minute der entscheidende Treffer.

Die Vorzeichen vor dem Relegationsspiel um den Aufstieg in die Bayernliga waren auf beiden Seiten alles andere als optimal. Während Augsburgs Trainer Markus Thrämer auf vier bereits verreiste Stammspielerinnen verzichten und dadurch sein System verändern musste, fehlten auf Frickenhäuser Seite zwei wichtige Stützen. Neben Manuela Schlör stand auch Toptorschützin Sandra Abersfelder nicht zur Verfügung. Doch Übungsleiter Gernot Haubenthal zauberte eine Überraschung aus dem Hut. Er reaktivierte Martina Honecker, die die Speerspitze bildete, und ließ mit einer Dreierkette agieren.

Ein Schachzug, der sich allerdings zunächst nicht auszahlte. Denn seine Schützlinge wirkten besonders im ersten Durchgang in der Defensive mehrmals etwas orientierungslos und eröffneten den Fuggerstädterinnen dadurch zu große Räume. Diese wusste Augsburgs Toptorjägerin Felicitas Mayr mit einem fulminanten Weitschuss zu nutzen und brachte ihre Farben früh in Führung. Die Frickenhäuserinnen wirkten geschockt und konnten sich bei ihrer bravourös gegen die agile Mayr klärenden Torfrau Dominique Göpfert bedanken, dass sie nicht höher in Rückstand gerieten. In der Folge überließ der Dritte der Landesliga Süd den Haubenthal-Schützlingen das Mittelfeld und lauerte auf Konter. Während die Grünweißen ihre optische Überlegenheit kaum in nennenswerte Chancen ummünzten, setzte Karolina Lindner einen der wenigen Augsburger Vorstöße an die Latte, und Mayr scheiterte erneut an Göpfert. Glück für den TSV, dass es zu diesem Zeitpunkt nur 0:1 stand. Allerdings gaben die Kickerinnen aus dem Weindorf weiter den Ton an, wurden aber erst in den Schlussminuten der ersten Hälfte richtig zwingend und belohnten sich prompt. Janina Walter hatte sich auf links durchgesetzt und scharf vors Tor geflankt, wo Anna Thormann das Leder über die Linie stocherte.

Auch nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Frickenhausen war spielerisch überlegen, aber Augsburg hatte die besseren Möglichkeiten. Erst tauchte Karolina Lindner freistehend vor Göpfert auf, schob aber vorbei, ehe sie nach einer knappen Stunde Augsburg wieder in Führung brachte. Wieder mussten die Grünweißen einem Rückstand hinterherrennen und taten sich weiterhin schwer, gefährliche Torszenen zu erarbeiten. Augsburg verteidigte geschickt, und Frickenhausen fiel außer mehreren Distanzversuchen kaum etwas ein. „Von außen habe ich nie gedacht, dass uns Augsburg gefährlich werden kann. Vor allem in der Schlussphase waren wir besser“, meinte Haubenthal nach dem Spiel. Und er sollte Recht behalten. Wie in Halbzeit eins schlugen die Grünweißen spät zu. Wieder hatte Janina Walter geflankt. FCA-Torfrau Manuela Hirschbeck ließ den Ball fallen, und die kurz zuvor eingewechselte Carolin Brand schob zum vielumjubelten Ausgleich ein. Zwar monierte Augsburgs Trainer Markus Thrämer ein Foul an seiner Torhüterin, doch Schiedsrichterin Annette Hanf beurteilte die Situation anders. So ging es in die Verlängerung.

In dieser schwanden den Fuggerstädterinnen merklich die Kräfte, und Frickenhausen belohnte sich für seine spielerische Überlegenheit. Erst hatte Kim Kißler zweimal die Führung auf dem Fuß, vergab aber knapp. Diese besorgte dann Sandra Winkler mit einem Hammer aus 20 Metern direkt unter die Latte. Es sollte der Schuss in die Bayernliga sein, denn Augsburg hatte nichts mehr zuzusetzen. „Es ist ein schönes Gefühl. Ich muss meinen Damen ein Kompliment machen, die am Ende nochmals dagegengehalten und den Sieg eingefahren haben“, zollte ein sichtlich stolzer Gernot Haubenthal seiner Mannschaft großen Respekt. Hernach verschwand er im Kabinentrakt und überließ das Feiern den mitgereisten Fans und seinen Damen, die sich den Aufstieg redlich verdient hatten.

Die Statistik zum Spiel

TSV Frickenhausen – FC Augsburg 3:2 (2:2; 1:1) n. V.

Frickenhausen: Dominique Göpfert, Janina Walter, Tina Stark (106. Sarah Schmidt), Sabine Müller, Sandra Winkler, Kim Kißler, Sabrina Mann (106. Lisa Uhl), Katharina Other, Martina Honecker (58. Katrin Hauck), Anna Thormann (85. Carolin Brand), Denise Stich.

Augsburg: Manuela Hirschbeck, Melis Sahan (105. Nevina Brenner), Vivian Schmid, Mia Stenger (97. Selina Benedikt), Charlotte Thumser, Marlen Lutze, Karolina Lindner (76. Anika Dorn), Felicitas Mayr, Tamara Swoboda, Flora Henneke, Carmen Schlaugat.

Schiedsrichterin: Annette Hanf (SV Meinhardswinden).

Zuschauer: 162 (in Ehingen).

Gelbe Karten: Swoboda, Schmid, Brenner (alle Augsburg).

Gelb-Rot: Schmid (99., Handspiel, Augsburg)

Tore: 0:1 Felicitas Mayr (7., Schuss aus 20 Metern unter die Latte), 1:1 Anna Thormann (41., nach Flanke von Janina Walter), 1:2 Karolina Lindner (59., Kopfball nach Freistoß von Felicitas Mayr), 2:2 Carolin Brand (85. Abstauber nach Torwartfehler), 3:2 Sandra Winkler (102. Schuss aus 22 Metern unter die Latte).

ONLINE-TIPP

Eine Bilderserie von Frickenhausens Sieg im Entscheidungsspiel finden Sie unter

www.mainpost.de

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