Fußball

Frickenhausen macht das Spiel, aber nur ein Tor

Beim 1:2 im überlegen geführten Unterfrankenderby wird Frickenhausens Frauen ihre verschwenderische Attitüde zum Verhängnis. Sie spielen in Schweinfurt fast nur auf das Tor des Gegners, aber sie treffen es nicht.
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Auf Schritt und Tritt: Frickenhausens Charlott Udhardt (links) verfolgt die Schweinfurterin Linda Werb. Foto: Foto: Mirko Wölfling
Landesliga Nord Frauen

FC Schweinfurt 05 – TSV Frickenhausen 2:1  
ASV Hollfeld – FC Pegnitz 0:2  
SV Weinberg II – ETSV Würzburg II 3:2  
SpVgg Greuther Fürth – SpVgg Hausen 0:0  

1. (1.) SV Weinberg II 2 2 0 0 7 : 2 6  
2. (2.) SpVgg Hausen 2 1 1 0 3 : 0 4  
3. (4.) SpVgg Greuther Fürth 2 1 1 0 3 : 1 4  
4. (5.) FC Pegnitz 2 1 1 0 2 : 0 4  
5. (3.) ETSV Würzburg II 2 1 0 1 7 : 6 3  
6. (7.) FC Schweinfurt 05 1 1 0 0 2 : 1 3  
7. (5.) SpVgg Eicha 1 0 1 0 0 : 0 1  
8. (8.) VfR Stadt Bischofsheim 1 0 0 1 3 : 5 0  
9. (9.) SV Neusorg 1 0 0 1 1 : 3 0  
10. (11.) TSV Frickenhausen 2 0 0 2 1 : 6 0  
11. (10.) ASV Hollfeld 2 0 0 2 0 : 5 0  

FC Schweinfurt – TSV Frickenhausen 2:1 (1:1). Frickenhausens Frauen waren schon deutlich näher am Sieg als eine Woche zuvor beim 0:4 gegen Weinberg, aber am Schluss wurde es auch in Schweinfurt nur ein 1:2. Das größte Manko: Während der Gegner seine einzigen zwei Chancen im Spiel entschlossen nutzte, fiel Frickenhausen vor dem Tor mit einer verschwenderischen Attitüde auf, die Trainerin Anika Höß bereits reagieren ließ: „Im Training wird unser Schwerpunkt das Toreschießen sein“, teilte die 22-Jährige mit.

Das schien anfangs nicht nötig zu sein, denn mit dem ersten nennenswerten Schuss ging Frickenhausen in Führung. Sabine Müller spielte einen weiten Pass von rechts auf die gegenüberliegende Seite, Charlott Udhardt nahm den Ball auf, zog in den Strafraum ein und schloss den Angriff mit einem Schuss hoch ins lange Eck ab: 0:1 nach drei Minuten – ein perfekter Start. Frickenhausen ließ danach Ball und Gegner laufen, machte mittels Pressing mächtig Druck und spielte nahezu auf ein Tor.

„Eigentlich war es unser Spiel“, sagte Höß. „Wir haben alles richtig gemacht, uns gegenseitig aufgebaut.“ Die Spielertrainerin legte zweimal schön vor für Anja Schreck, die das Ziel verfehlte (8. Minute) oder an der Torfrau scheiterte (27.). Dann kam der Ausgleich, wie aus heiterem Himmel, Jeanette Schölzke profitierte von einem Fehler im Spielaufbau der Frickenhäuserinnen, traf nach 37 Minuten zum 1:1. „Das war, als hätte es vielen von uns den Boden unter den Füßen weggezogen“, schilderte Anika Höß anschaulich die Folgen dieses Treffers.

Aber es kam noch schlimmer. Fünf Minuten nach der Pause erreichte die Schweinfurterin Michele Berger eine zu kurz geratene Rückgabe, sie lief in Richtung Tor und schloss zum 2:1 ab. Es spricht für den Mut und die Moral der Frickenhäuserinnen, dass sie sich nach zwei solch herben Rückschlägen nicht aufgaben. Anika Höß tat, was als Trainerin in ihrer Macht stand, stellte hinten auf eine Dreierkette, um noch einmal die Offensive zu stärken. Das zahlte sich aus – in prächtigen Chancen für Anja Schreck, Sabine Müller, Anika Höß . . ., aber nicht in Toren. Ein Schuss der Spielertrainerin prallte gegen den Pfosten, mit dem zurückspringenden Ball fing Simone Barthel nichts an (78.).

„Der Gegner war fast nie bei uns in der Hälfte, aber am Ende konnten wir die Punkte nicht mitnehmen. Weiter machen, Mund abputzen“, sagte Anika Höß. Jetzt steht der Mannschaft erst einmal ein freies Wochenende bevor. Danach kommt der ETSV Würzburg zum Derby, und da soll es mit dem ersten Sieg dann klappen.

Tore: 0:1 Charlott Udhardt (3., auf Zuspiel Sabine Müller), 1:1 Jeanette Schölzke (37.), 2:1 Michele Berger (51., nach einem zu kurzem Rückpass).

Bezirksoberliga Frauen

FFC Bastheim/Burgwallbach – Spfr. Herbstadt 2:1  
FV Dingolshausen – Kickers Aschaffenburg 2:8  
SV Albertshausen/KG – ETSV Würzburg III 3:3  
Dettelbach und Ortsteile – SB DJK Würzburg 5:1  
FC Hopferstadt – FSV Hessenthal/Mespelbrunn 3:0  

1. (2.) Kickers Aschaffenburg 2 2 0 0 14 : 4 6  
2. (1.) Dettelbach und Ortsteile 2 2 0 0 10 : 1 6  
3. (4.) ETSV Würzburg III 2 1 1 0 5 : 3 4  
4. (5.) SV Albertshausen/KG 2 1 1 0 5 : 4 4  
5. (3.) Spfr. Herbstadt 2 1 0 1 5 : 3 3  
6. (9.) FC Hopferstadt 2 1 0 1 5 : 6 3  
7. (7.) FFC Bastheim/Burgwallbach 2 1 0 1 2 : 3 3  
8. (6.) SB DJK Würzburg 2 0 0 2 2 : 7 0  
9. (10.) FSV Hessenthal/Mespelbrunn 2 0 0 2 0 : 8 0  
10. (8.) FV Dingolshausen 2 0 0 2 3 : 12 0  

FC Hopferstadt – FSV Hessenthal/Mespelbrunn 3:0 (2:0). Gewiss hätte der Sieg am Ende deutlicher ausfallen können, aber wer mochte sich beim FC Hopferstadt darüber grämen? Die Freude, eine Woche nach dem 2:6 in Aschaffenburg auf erfolgreichen Kurs zurückgekehrt zu sein, überwog alles Lamentieren über manch vergebene Chance.

Von Beginn an waren Hopferstadts Frauen bestrebt, den Fehlstart zu korrigieren. Die sehr sichere Abwehr um Libero Silke Ullmann hielt den Kolleginnen in ihrem Vorwärtsdrang den Rücken frei. Hatte Nicole Wolf noch die Latte getroffen, war es kurz darauf Silvia Schuler, die nach einem Alleingang aus etwa 16 Metern die Führung erzielte. Manch hoffnungsvoller Vorstoß blieb unvollendet, bis nach gut einer halben Stunde Nicole Wolf das zweite Tor für Hopferstadt nachlegte.

Nach der Pause wirkten die Gastgeberinnen zwar etwas frischer und stärker, aber echte Torgefahr konnten sie gegen Hopferstadts aufmerksame Abwehr nur in sehr raren Augenblicken erzeugen. Julia Grimm schöpfte spät aus dem Füllhorn bester Torgelegenheiten des FC und machte mit dem 3:0 alles klar.

Tore: 1:0 Silvia Schuler (8., 16-Meter-Schuss nach Alleingang), 2:0 Nicole Wolf (35., nach Zuspiel von Petra Hemm), 3:0 Julia Grimm (83., nach Pass von Malina Endres durch die Abwehr).

Dettelbach und Ortsteile – DJK Würzburg 5:1 (1:0). Fünf Treffer zur Premiere, fünf Tore auch im zweiten Auftritt: Dettelbachs Frauen kommt derzeit offenbar jeder Gegner gerade recht. Nach zwei Aufstiegen in Folge gilt die Mannschaft in dieser Form erneut als heiße Kandidatin für höhere Aufgaben. Der Erfolg im ersten Heimspiel der Saison hätte nach Angaben von Betreuer Werner Henig durchaus noch schärfere Konturen annehmen können.

Den Würzburgerinnen war der Willen nicht abzusprechen, doch gegen spielerisch starke Dettelbacherinnen kamen sie kaum einmal vors gegnerische Tor. Bei der Heimelf traf Sandra Henig wie eine Woche vorher doppelt.

Tore: 1:0 Tanja Müller (20., Foulelfmeter, 2:0 Sandra Henig (47.), 2:1 Alexandra Ascherl (60.), 3:1 Sandra Winkler (65.), 4:1 Mandy Thormann (74.), 5:1 Sandra Henig (75.).

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