Fußball-Relegation, Aufstieg in die Kreisklasse

Florian Ittner erlöst Markt Einersheim

So viele Chancen, nur ein Tor: Lange hält sich Winterhausen im Aufstiegsspiel nur durch die miserable Trefferquote des Gegners.
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Sieger in der Regenschlacht: Markt Einersheim feiert den Aufstieg in die Kreisklasse. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Den Siegern war am Ende alles egal. Durchnässt nach zwei Stunden Dauerregen, ließen sie sich nur noch fallen in einen bestens gepflegten Mainstockheimer Rasen. Am Himmel standen graue Wolken, doch für die Fußballer des SV Markt Einersheim schimmerte dieser Abend rosarot. Mit einem 2:1 (1:1; 1:0) nach Verlängerung gegen den FC Winterhausen waren sie soeben in die Kreisklasse zurückgekehrt – fast fünf Jahre nach dem bitteren Abstieg, ebenfalls in der Relegation. Markt Einersheim, so scheint es, braucht den Nervenkitzel. „Auf-, auf-, aufsteigen wir“, tönte es am Donnerstag um 20.39 Uhr aus einem Dutzend Kehlen. Zentrum der Feierlichkeiten war just jene Stelle, an der zweieinhalb Stunden vorher der Flug in die Glückseligkeit begonnen hatte.

Die Zuschauer drängten noch am einzigen Kassenhäuschen. Rund 600 mögen es am Ende gewesen sein, und wer es nicht pünktlich auf den Platz geschafft hatte, dem war der erste Höhepunkt schon entgangen. Der nasse Boden mag seinen Teil dazu beigetragen haben, dass Winterhausens Torhüter Kai Ferstl den Ball nicht zu fassen bekam, Jochen Bansemir war zur Stelle und staubte auf dem feuchten Rasen ab.

Noch keine Minute war da gespielt – und schon war Winterhausen angezählt. Die Mannschaft hatte einen schweren Treffer kassiert, hing wie ein Boxer in den Seilen und taumelte hinten von einer Verlegenheit in die andere. Ferstl hatte Glück, dass er nach finaler Rettungstat außerhalb des Strafraums nur Gelb vorgehalten bekam (31.).

Erst nach zwanzig Minuten wurde Winterhausen im Auftreten etwas sicherer und selbstbewusster, aber was heißt schon selbstbewusster? Mit der stolzen Zahl von 103 Toren in 28 Ligaspielen war die Mannschaft in der A-Klasse zur Attraktion geworden. Im entscheidenden Spiel verzichtete sie weitgehend auf ihre Stärke. Viele lange Bälle spielte sie auf ihren Torjäger Matthias Binder – nur die wenigsten kamen an.

Einmal versuchte er den Ball im Getümmel über die Linie zu stochern, scheiterte aber an Torhüter Max Belz und Marco Gröll. Vor allem im Mittelfeld leistete sich der FC im-mer wieder lässliche Ballverluste, die Markt Einersheim in schnelle Gegenangriffe umzusetzen suchte. Das war nicht immer von Erfolg gekrönt, aber zielstrebiger und auch durchdachter als das, was Winterhausen zu bieten hatte.

Je länger die Partie dauerte, um so mehr Druck entwickelten die Einersheimer. Dabei fielen sie im Abschluss mit einer verschwenderischen Attitüde auf, die sie in dieser intensiven Regenschlacht fast noch um den Erfolg gebracht hätte. Während Florian Ittner und Tobias Schramm Chancen in Reihe vergeudeten, ließ sich Winterhausen in dieser Hinsicht nicht lange bitten. Fabian Mainberger vergab die vielleicht größte Chance, als er nach Binders Vorlage den Ball in lichte Höhen jagte (54.).

Doch der zweite Versuch saß: Tobias Schober siegte nach einem Freistoß im Kopfballduell mit Johannes Gegner und glich aus (71.). Entkräftet gingen beide Teams in die Verlängerung, in der Ittner aus seinen zahlreichen Chancen zumindest einmal den trefflichen Nutzen zog: Von Schramm bestens bedient, brauchte er in der Mitte nur noch den Fuß hinzuhalten (99.).

Für Winterhausen ist nur ein Spiel verloren, nicht aber die Hoffnung auf den Einzug in die Kreisklasse. An diesem Sonntag (16 Uhr) wartet auf den Verlierer die zweite Chance: In Gnodstadt geht es gegen den FC Gollhofen um alles oder nichts. Eines ist klar: So nervös und labil, wie die Mannschaft sich am Donnerstagabend über weite Strecken zeigte, wird sie gegen Gollhofen vom Regen in die Traufe kommen.

Das Spiel in der Statistik

SV Markt Einersheim – FC Winterhausen 2:1 n. V (1:1; 1:0)

Einersheim: Maximilian Belz; Christoph Heinritz (109. Daniel Eckstein), Julius Wich, Johannes Gegner, Tobias Zehnder, Domenic Spiller, Marco Gröll, Nico Gerhardt, Tobias Schramm, Jochen Bansemir, Florian Ittner. – Eingewechselt: Thomas Volkamer, Patrick Teufel.

Winterhausen: Kai Ferstl; Maximilian Frieß (71. Bastian Roder), Maximilian Lang, Sebastian Maar (33. Tobias Schober), Franz Moser (37. Sebastian König), Sebastian Herrhammer, Matthias Binder, Martin Kleinschnitz, Philipp Obenhuber, Michael Morawietz, Fabian Mainberger.

Schiedsrichter: Alexander Weiß (Würzburg).

Gelbe Karten: Spiller, Ittner, Volkamer; Roder, Ferstl, Maar, Herrhammer.

Zuschauer: 600 (in Mainstockheim).

Tore: 1:0 Jochen Bansemir (1.), 1:1 Tobias Schober (71.), 2:1 Florian Ittner (99., auf Vorlage von Schramm).

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