Tischtennis

Felix Günzel ist diesmal der Glückliche

Etwashausens Jungspund schafft die Basis für einen Erfolg, den man als Sieg oder Niederlage werten kann. Sein zweites Einzel entscheidet Felix Günzel im vierten Satz mit 21:19.
Artikel drucken Artikel einbetten
Beliebtes Fotomotiv: Schon vor einer Woche war Felix Günzel an dieser Stelle zu sehen, damals als unglücklicher Verlierer. Diesmal kommt er als nervenstarker Sieger daher. Foto: Foto: Oliver Sponsel

Es ist ein unspektakulärer Einsatz gewesen, den Felix Günzel vergangene Woche bei den Tischtennismännern des TV Etwashausen gegeben hat. Der 17-Jährige aus der vereinseigenen Talentschmiede verlor in vier Sätzen zunächst sein Doppel und später in drei Sätzen auch sein Einzel. Die Partie gegen Tiefenlauter ging 1:9 verloren. Eine Woche später erreichte der TVE nicht nur ein viel beachtetes 8:8 gegen den Tabellendritten aus Regenstauf, auch Günzel lieferte in diesem Treffen zweier absolut ebenbürtiger Teams eine Partie mit einer atemraubenden Dramaturgie, die offenbar machte, dass die Etwashäuser an diesem Jungen noch viel Freude haben werden.

Es war beste Samstagabend-Unterhaltung für die etwa 40 Zuschauer in der Florian-Geyer-Halle, dreieinhalb Stunden lang Tischtennis auf Biegen und Brechen. So eindeutig die Rollen auf dem Papier verteilt schienen zwischen dem Achten und dem Dritten der Bayernliga Nord, am Ende zeigte sich wieder einmal, dass man auf die Tabelle bisweilen nicht zu viel geben sollte und ein forscher Aufsteiger wie der TV Etwashausen einer etablierten Kraft wie dem TB Regenstauf hin und wieder ein Schnippchen zu schlagen weiß.

Schon das Hinspiel hatte eine Ahnung davon gegeben, dass die Oberpfälzer den Unterfranken als Gegner offenbar liegen. Damals verloren die Etwashäuser (bei Günzels Bayernliga-Debüt) durch eine knappe Niederlage im Schlussdoppel die Partie noch 7:9. Auch diesmal ging es sechsmal in den vierten, fünfmal sogar in den fünften Satz, um den Sieger zu ermitteln. Und wieder spielte Günzel eine maßgebliche Rolle. War er seinerzeit als Ersatzmann in den entscheidenden Augenblicken der Partie gestrauchelt, so bewies er am Samstag seine ganze Klasse. An Nummer sechs gesetzt, verlor Günzel zwar sein erstes Einzel in fünf Sätzen. Doch sein zweiter Soloauftritt des Abends geriet zu einer Show, wie man sie in der Bayernliga nicht so oft zu sehen bekommt.

Es war ein Duell, das sinnbildlich war für die gesamte Partie – eines, das die elektrisierende Spannung, die Leidenschaft und die konzentrierte Handlung im Zeitraffer spiegelte. Günzel gewann den ersten Satz mit 11:8, siegte 11:7 im zweiten und verlor 6:11 im dritten, und dann entspann sich ein expressionistisches Treiben, in dem der Etwashäuser Emporkömmling durch alle Wechselbäder dieses Sports ging – mal ergriff er mutig die Offensive, mal nahm er devote Abwehrhaltung ein. Lange ging das so, der Ball flog hin und her und her und hin – bis Günzel die Pointe setzte: den glücklichen Schlusspunkt zum 21:19.

Aber noch war das Drama nicht zu Ende, noch stand dem TVE der finale Akt bevor: Das Schlussdoppel musste beim Stand von 8:7 die Entscheidung bringen, und es sah gut aus für Peter Herbst und Michal Bozek. Die beiden Etwashäuser führten schon 11:7 und 11:9, dann knickten sie ein, verloren in fünf Sätzen, und für den Moment war unklar: Punkt gewonnen? Punkt verloren?

Das Spiel in der Statistik

TV Etwashausen – TB/ASV Regenstauf 8:8 (32:32)

Michal Bozek/Peter Herbst – Hummel/Milchert 11:4, 11:7, 9:11, 11:9
Dietmar Weger/Torsten Küster – Liebchen/Dinauer 7:11, 8:11, 12:10, 8:11
Alexander Burkard/Felix Günzel – Alesi/Nowak 11:9, 11:6, 7:11, 12:10

Bozek – Dinauer 11:3, 11:1, 11:8
Weger – Liebchen 5:11, 8:11, 5:11
Herbst – Alesi 11:13, 11:4, 5:11, 11:8, 11:8
Burkard – Hummel 8:11, 13:11, 11:8, 11:5
Küster – Nowak 11:8, 9:11, 6:11, 11:8, 7:11
Günzel – Milchert 11:7, 9:11, 11:3, 9:11, 9:11
Bozek – Liebchen 8:11, 4:11, 8:11
Weger – Dinauer 11:3, 11:6, 11:7
Herbst – Hummel 11:5, 11:2, 11:13, 9:11, 11:8
Burkard – Alesi 11:9, 7:11, 8:11, 7:11
Küster – Milchert 7:11, 5:11, 10:12
Günzel – Nowak 11:8, 11:7, 6:11, 21:19

Bozek/Herbst – Liebchen/Dinauer 11:7, 11:9, 7:11, 7:11, 9:11

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren