Dass eine faire Geste sowie sportlich-vernünftiges Verhalten auch im Spitzensport noch möglich sind, bewies Leichtathletik-Trainer Dimitri Antonov senior unlängst bei der deutschen Jugend-Meisterschaft in Rostock. Seine beiden Söhne und Schützlinge Dimitri junior und Ivane waren dort mit großen Chancen auf Goldmedaillen gestartet. Als dann Verletzungspech und Regel-Streitigkeiten den ganz großen Erfolg verhinderten, zeigte sich der Vater umsichtig, statt auf Biegen und Brechen auf Top-Resultate aus zu sein.

Im Weitsprung der U 18 nahm Dimitri senior den 17-jährigen Dimitri junior nach drei Versuchen wegen einer leichten Oberschenkelzerrung aus der Weitsprung-Konkurrenz. 6,99 Meter reichten noch zu Rang vier, auf Bronze fehlten drei Zentimeter. Das Angebot des Verbandsarztes, den Junior für den folgenden Dreisprung-Wettkampf fit zu spritzen, lehnte der Papa ab.

Sein Sohn ist deutscher Meister, steht wie der Bruder in der Nationalmannschaft und sprang zu WM-Bronze – da lohne es sich nicht mehr so sehr, die Gesundheit wegen eines nationalen Titels aufs Spiel zu setzen.

Frust schob auch Bruder Ivane. Der hatte wegen eines mutmaßlichen Messfehlers einen siebten Versuch im Dreisprung der U20 zugestanden bekommen, nutzte den zu 15,19 Metern und Silber – wenn da nicht ein erfolgreicher Gegenprotest des nun Viertplatzierten gewesen und Ivane mit 14,67 Metern auf Platz fünf zurückgefallen wäre. Auf einen erneuten Gegenprotest, den die Verantwortlichen des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes einlegen wollten, verzichtete Trainer Dimitri Antonov sen.: „Auf dieses Niveau lasse ich mich nicht herab“, begründete der Coach sein ablehnendes Verhalten.

Fair ist mehr

Die Aktion ist eine ständige Einrichtung Ihrer Zeitung, die vom Bayerischen Landessportverband, dem Bezirk Unterfranken, seinen Fachverbänden und der Anwaltskanzlei Bendel & Partner unterstützt wird. Eine Jury wird am Ende des Jahres alle gemeldeten Aktionen bewerten und drei Sieger auszeichnen. Melden auch Sie faire Gesten:

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